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Panorama Wenn Hunde allergisch auf Fleisch reagieren
Nachrichten Panorama Wenn Hunde allergisch auf Fleisch reagieren
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07:05 15.02.2016
Nahrung für Hunde mit Fleischallergie: Das spezielles Allergikerfutter enthält Straußen- oder Kängurufleisch – und ist um einiges teurer. Quelle: Daniel Karmann/dpa
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Nürnberg

Die Ohren entzündet, die Haut blutig gekratzt, die Verdauung spielt verrückt: Hunde mit solchen Symptomen könnten eine Unverträglichkeit oder Allergie haben – beispielsweise auf Rindfleisch. So kurios es klingt – selten ist das nicht. Immer häufiger vermuten Tierbesitzer bei ihren Vierbeinern Allergien und Unverträglichkeiten. Und suchen dann im Internet Rat.

Ausschlussdiät für den Hund

"Gelegentlich (...) bin ich dem Wahnsinn nahe, aber es hilft ja nichts", klagt eine Hundebesitzerin ihr Leid im Internet. Ihr Vierbeiner vertrage weder Pferdefleisch noch Rind, Pute, Schwein oder Lamm. Per Ausschlussdiät suchte sie daher nach der richtigen Ernährung – eine Sisyphusarbeit. Dabei wird gezielt über acht bis zwölf Wochen nur eine einzige Fleischsorte – oder wie die Experten sagen "Proteinquelle" – gefüttert; andere werden strikt gemieden.

Das sei mühsam, aber die einzige Möglichkeit für eine sichere Diagnose, sagt Professor Jürgen Zentek vom Institut für Tierernährung der Freien Universität Berlin (Nähere Informationen finden Sie hier). "Wenn man das Futter danach wieder gibt und sich die Problematik wieder einstellt, kann man sich ziemlich sicher sein, die Ursache gefunden zu haben." Labortests mit dem Blut oder der Haut, wie sie inzwischen oft gemacht werden, könnten nur einen Anhaltspunkt über mögliche Allergien geben. Verlässliche Ergebnisse lieferten sie nicht.

Immer mehr Hundehalter melden sich

Kontrollierte Studien, wie viele Hunde eine (Fleisch-)Allergie haben, gibt es bislang nicht, wie Zentek sagt. Auffällig sei aber, dass immer mehr Besitzer Hunde mit solchen Problemen vorstellten. Davon seien alle Rassen betroffen. "Besitzer und Tierärzte sind heute einfach stärker für dieses Thema sensibilisiert. Und auch die Verfügbarkeit von entsprechenden Bluttests war früher nicht gegeben."

Frank Weber, Geschäftsführer vom Tierzubehör-Anbieter Hundemaxx in Bayern, sagt: "Das nimmt fast schon erschreckende Ausmaße an. Es ist erstaunlich, wie viele Hunde hier Probleme haben." Weber bietet in seinen Heimtiergeschäften daher inzwischen eine große Auswahl von speziellem Allergikerfutter verschiedener Marken an.

Alternative kostet leicht das Zehnfache

Dies sei "zunehmend ein Thema bei den Tierhaltern und damit auch ein Markt", bestätigt Detlev Nolte vom Industrieverband Heimtierbedarf. Die Zahl der Anbieter sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Manche Firmen haben nur Futter für "sensible" Hunde im Programm, andere haben sich regelrecht auf Allergiker spezialisiert. Die speziellen Dosen mit Büffel-, Straußen- oder Kängurufleisch kosten leicht das Zehnfache im Vergleich zum Hundefutter vom Discounter.

Aber warum Strauß oder Känguru? Bei Verdacht auf eine Allergie sollte man etwas füttern, was der Hund zuvor noch nie gefressen hat, sagen Tierärzte. Dann sei die Wahrscheinlichkeit für eine allergische Reaktion gering. Rind ist dagegen sehr häufig in Hundefutter.

Steigende Umsatzzahlen

"Auf Rind und Getreide gibt es relativ oft allergische Reaktionen", sagt Heike Feld, Futterberaterin bei Herrmann's Manufaktur im bayerischen Aßling. Das Familienunternehmen bietet unter anderem Futter an, in dem nur eine bestimmte Fleischsorte verarbeitet ist. Außerdem ist hier alles in Bio-Qualität. Im vergangenen Jahr machte Herrmann's damit einen Umsatz von 3,8 Millionen Euro. Laut Geschäftsführer Erich Herrmann liegen die Steigerungen jährlich im zweistelligen Bereich – zuletzt bei 34 Prozent.

Auch andere Unternehmen sind auf den Geschmack gekommen: Wolfsblut aus Leipzig bietet Trockenfutter mit Kängurufleisch und Kürbis an. Bei Royal Canin aus Köln gibt es Futter mit Ente und Tapioka. Und bei Hill's aus Hamburg kann der Hund Wild oder Lamm schlemmen.

Professor Zentek betont: "Wenn man so einen Problemhund hat, sollte man sich vernünftig beraten lassen. Viele behandeln ihr Tier jedoch jahrelang auf eigene Faust." Das mache es meist aber eher schlimmer, die Beschwerden könnten chronisch werden.

Von Cathérine Simon, dpa

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