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22:03 30.06.2015
Laut einer Umfrage geht der regelmäßige Alkoholkonsum bei Jugendlichen beständig zurück. Quelle: dpa
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Berlin

Regelmäßiges Rauschtrinken ist unter Deutschlands Jugendlichen auf einen neuen Tiefststand gesunken. So betranken sich im vergangenen Jahr 12,9 Prozent der Jugendlichen, also mehr als jeder achte, wie aus einer am Dienstag in Berlin präsentierten Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hervorgeht. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn entsprechender Umfragen zehn Jahre zuvor: 2004 betranken sich noch 22,6 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal im Monat.

Während der Anteil bei den Jungs zwischen 12 und 17 Jahren, die sich regelmäßig betrinken, im vergangenen Jahr deutlich auf 14,6 Prozent sank, stieg er bei den Mädchen leicht auf 11,2 Prozent an. "Bei bestimmten Personengruppen, wie etwa jungen Frauen, müssen wir genau hinschauen", sagte die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler. Unterm Strich trinken junge Frauen insgesamt weniger als Männer.

Bei den jungen Erwachsenen bis 25 Jahren trinkt mehr als ein Drittel mindestens einmal pro Monat fünf oder mehr Gläser (35,4 Prozent), bei den jungen Männern allein sind es 44 Prozent. Laut der bis dahin jüngsten Erhebung waren es 2012 noch 52,9 Prozent der jungen Männer.

Mortler zeigte sich zufrieden darüber, dass der regelmäßige Alkoholkonsum insgesamt kontinuierlich zurückgeht. Dennoch bleibe Alkohol Suchtmittel Nummer eins. "Deshalb ist es wichtig, einer Bagatellisierung des Alkoholkonsums entgegenzutreten."

Häufig in den Rausch trinken sich 15,6 Prozent der jungen Männer und 4,3 Prozent der 12- bis 17-jährigen Jungs (2012: 19,4 und 4,9 Prozent). Bei den jungen Frauen sind es 4,7, bei den Mädchen 2,9 Prozent.

Das Durchschnittsalter des ersten Alkoholkonsums stieg in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich von 14,1 auf 14,8 Jahre, das des ersten Alkoholrauschs von 15,5 auf 16,2 Jahre. Regelmäßig zur Flasche greifen 35,5 Prozent der jungen Erwachsenen und 11,8 Prozent der Jugendlichen. Der regelmäßige Alkoholkonsum sei damit seit den 70er Jahren kontinuierlich zurückgegangen, so Mortler. 33 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben noch nie in ihrem Leben Alkohol getrunken.

Mortler und die Chefin der Bundeszentrale, Heidrun Thaiss, machten für den Rückgang vor allem Aufklärungs- und Präventionsprojekte über Jahre hinweg verantwortlich. Volker Leienbach, Direktor des Verbandes der Privaten Krankenversicherung, der Aufklärungskampagnen mitfinanziert, wies darauf hin, dass sich oft in der Jugend entscheide, ob jemand eine "Trinkerkarriere" einschlage oder nicht. Zudem sei die Entwicklung in dem Alter noch nicht abgeschlossen - und deshalb Trinken besonders gefährlich.

dpa

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