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Panorama In Deutschland leben mehr Superreiche als in Saudi-Arabien
Nachrichten Panorama In Deutschland leben mehr Superreiche als in Saudi-Arabien
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16:07 01.06.2011
Die meisten „einfachen“ Millionäre gibt es weiterhin in den USA mit 5,2 Millionen, es folgt Japan mit 1,5 Millionen. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Deutschland ist ein reiches Land: Wer in einem Premiumwagen fahren will, nimmt ein Taxi, und wer einen Millionär sucht, findet ihn oft gleich in der Nachbarschaft. Etwa jeder 100. Haushalt hat mindestens eine Million US-Dollar oder umgerechnet knapp 700.000 Euro auf der hohen Kante - entweder in Barem oder in Wertpapieren. Nicht wenige Menschen hierzulande dürfen sich sogar Multimillionär nennen.

Die Unternehmensberatung Boston Consulting hat herausgefunden, dass es in der Bundesrepublik 839 Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar gibt. Damit leben in Deutschland absolut gesehen mehr Superreiche als im Ölstaat Saudi-Arabien - dort sind es 826 wirklich Wohlhabende. Nur die USA liegen in Sachen Megavermögen noch vor der Bundesrepublik; dort schwimmen 2692 Haushalte im Geld.

Die Zahlen stammen aus dem am Dienstag in New York vorgestellten Report „Global Wealth 2011“, mit dem Boston Consulting die Vermögensentwicklung auf der Welt nachzeichnet. Kaum vorstellbare 122 Billionen Dollar lagerten demnach im vergangenen Jahr in den Depots und auf den Konten weltweit. Das ist mehr Geld als in den Jahren vor der großen Wirtschaftskrise.

Deutsche Privatanleger haben zusammen 5,2 Billionen Euro

Vor allem die Menschen in den Schwellenländern Asiens haben ihr Vermögen gemehrt. In der berühmten Forbes-Liste der Milliardäre tummeln sich mittlerweile massenhaft Superreiche aus aufstrebenden Ländern wie Indien. Reichster Mensch der Welt ist nach letztem Stand der mexikanische Telekommunikations-Unternehmer Carlos Slim Helú mit geschätzten 74 Milliarden Dollar noch vor Microsoft-Mitgründer Bill Gates (56 Milliarden Dollar) und der US-Investorenlegende Warren Buffett (50 Milliarden Dollar).

Bei den deutschen Superreichen ist das Vermögen breiter verteilt, nur wenige stechen heraus. Aldi-Mitgründer Karl Albrecht landete zuletzt auf Platz 12 der Forbes-Liste mit einem geschätzten Vermögen von umgerechnet 25,5 Milliarden Dollar; erst auf Platz 38 folgt dann mit dem Versandhaus-König Michael Otto ein weiterer Deutscher (16,6 Milliarden Dollar).

Alle deutschen Privatanleger zusammen - vom Multimillionär bis zum Hartz-IV-Empfänger - hatten nach den Berechnungen von Boston Consulting zuletzt ein Vermögen von 5,2 Billionen Euro angehäuft (7,5 Billionen Dollar). Die Unternehmensberater schätzen, dass sich das Vermögen der Deutschen bis 2015 um jährlich 3,8 Prozent mehrt. Mit den Schwellenländern kann Deutschland da nicht mithalten. Boston Consulting traut den Chinesen ein jährliches Vermögenswachstum von 14 Prozent zu und den Indern sogar von 18 Prozent.

Am meisten Millionäre leben in den USA

In China leben laut der Studie schon heute 393 Superreiche mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar. Bei der Zahl der „einfachen“ Dollar-Millionäre hat die Volksrepublik die Bundesrepublik sogar längst abgehängt. 1,1 Millionen Haushalte in China haben ein siebenstelliges Vermögen, in Deutschland sind es 400 000. Wegen des ungünstigen Euro-Dollar-Wechselkurses ist die Zahl der Millionäre in Deutschland sogar auf dem Papier geschrumpft.

Die meisten „einfachen“ Millionäre gibt es weiterhin in den USA mit 5,2 Millionen, es folgt Japan mit 1,5 Millionen. Die höchste Dichte an Millionären haben indes kleine Staaten wie Singapur, wo jeder sechste Haushalt richtig reich ist, oder die Schweiz, wo jeder zehnte Haushalt eine Million Dollar oder mehr besitzt.

Nordamerika hat Europa nach zwei Jahren wieder als reichste Region abgelöst. „Während der Krise setzten die Anleger vor allem auf Bargeld“, erläuterte Boston-Consulting-Experte Ludger Kübel-Sorger. „Inzwischen haben die Kunden aber ihre Gelder wieder in risikoreichere Anlagen umgeschichtet.“ Vor allem die traditionell stark bei Aktien investierten Amerikaner profitierten so direkt von den Märkten, die sich im Eiltempo erholt hatten.

dpa

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