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Briten in Angst vor den "Killermöwen"

Tierische Themen im Sommerloch Briten in Angst vor den "Killermöwen"

Großbritannien hat sein Sommerlochthema gefunden: In Hitchcock-Maniert geht es um Vögel außer Rand und Band. Möwen sollen Tiere attakiert haben, kein Sandwich ist vor ihnen sicher. Eine Aktivistengruppe warnt sogar schon vor Angriffen auf Kleinkinder.

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Britische Medien zeigen viele Möwenbilder, meistens in recht aggressiver Haltung.

Quelle: Twitter/Waterford Whispers

London. Seit Alfred Hitchcocks "Die Vögel" ist eigentlich klar, dass man Möwen nicht trauen kann. Wie in einer Szene dieses Films sei es gewesen, sagt Sue Atkinson. Ein Foto zeigt ihre Kopfwunde. Die Rentnerin aus Cornwall wurde Opfer einer Möwenattacke. Ebenso der vierjährige James, der eine Fingerverletzung davontrug. "Killermöwen" hätten eine Schildkröte namens Stig getötet, berichtete die "Times" neulich. Yorkshire Terrier "Roo" musste nach einem Angriff eingeschläfert werden. Im Sommerloch fürchten die Briten die Möwen-Invasion.

Sogar Premier David Cameron hat etwas dazu beizutragen: "Ich erinnere mich, dass vor langer Zeit ein paar Möwen versucht haben, den Schinken aus einem Sandwich zu nehmen. Aber ich habe das seitdem nicht dem gesamten Möwenbestand angekreidet." Im Frühjahr hatte die Regierung eine Viertelmillion Pfund für Möwen-Aggressionsforschung zugesagt. An solchen Meldungen merkt man sofort: Großbritannien befindet sich mitten im Sommerloch. Tief drin.

Sogar seriöse Onlineportale fühlen bemüßigt, Bildergalerien von Aufnahmen aus den sozialen Medien zu publizieren, die Möwen bei der Attacke oder beim Essensklau zeigen. Bei Twitter kursieren diese Bilder unter dem Hashtag #seagullhysteria – Möwenhysterie.

Eine sogenannte Möwen-Aufklärungsgruppe mit ihrem Sprecher warnt bereits, dass unbewachte Babys die nächsten Opfer sein könnten. Er sei gerade vom Supermarkt zu einem Schnellrestaurant gegangen, berichtete ein aufgebrachter Anrufer aus Bristol der Polizei, "und eine der Möwen hat versucht, mit das Sandwich aus der Hand zu reißen!" Das Opfer des Überfalls wusste sich nur mit einem Notruf zu helfen.

Die erregte Debatte hat die Königliche Gesellschaft zum Schutz von Vögeln (RSPB) auf den Plan gerufen. Die Sache sei "kompliziert", denn an den Küsten gingen die Möwenbestände zurück, während es in der Stadt immer mehr würden, erklärt ein Sprecher. Sein Tipp: Nicht füttern, sonst betrachteten die Tiere Menschen am Ende als Nahrungsquelle. Pommes und Eis sei für die Möwen außerdem nicht gerade gesund.

Teresa Dapp

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