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Inderin wird mit 70 zum ersten Mal Mutter

Künstliche Befruchtung Inderin wird mit 70 zum ersten Mal Mutter

Sie wünschte sich so sehr ein Baby, zumal Unfruchtbarkeit in ihrer Heimat als Strafe Gottes gilt. Jetzt hat sich ihr Wunsch erfüllt: In Indien ist eine Frau mit 70 Jahren zum ersten Mal Mutter geworden.

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Eine 70 Jahre alte Inderin ist zum ersten Mal Mutter geworden.

Quelle: Patrick Pleul/dpa

Neu-Delhi. Nachdem sie durch künstliche Befruchtung schwanger geworden war, gebar Daljinder Kaur Mitte April einen Sohn. Sie fühle sich nicht zu alt dafür, sagte sie am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. "Ich kümmere mich alleine um mein Kind, ich habe so viel Energie. Mein Mann ist sehr aufmerksam und hilft mir, wo er kann."

Das Paar ist seit 46 Jahren verheiratet und hatte fast die Hoffnung auf Nachwuchs aufgegeben – bis es eine Anzeige für künstliche Befruchtung sah: "Wir haben gesagt, wir müssen es versuchen, weil ich doch wirklich ein Baby wollte", sagte Kaur per Telefon von der nordindischen Stadt Amritsar aus. Die Befruchtung fand in einer Spezialklinik im Bundesstaat Haryana statt.

Kind ist gesund und "voller Energie"

"Gott hat unsere Gebete gehört", sagte Kaur, die wie viele ihrer Landsleute nicht ihren genauen Geburtstag kennt, aber nach eigenen Angaben etwa 70 Jahre alt ist. Auch für ihren Mann Mohinder Singh Gill, der einen Bauernhof betreibt, ist das fortgeschrittene Alter kein Problem. "Die Leute fragen sich, was aus ihm wird, wenn wir tot sind", sagte er über seinen Sohn Armaan. "Aber ich vertraue auf Gott.". Dieser werde sich "um alles kümmern".

Der kleine Armaan kam am 19. April mit einem Körpergewicht von zwei Kilogramm zur Welt, wie die behandelnde Kinderwunschklinik angab. Er sei "gesund und voller Energie". In Indien, wo Unfruchtbarkeit verbreitet als eine Strafe Gottes angesehen wird, werden kinderlose Paare oft mit Argwohn betrachtet. Im Bundesstaat Uttar Pradesh hatte im Jahr 2008 eine 72 Jahre alte Frau nach künstlicher Befruchtung Zwillinge zur Welt gebracht.

In Deutschland hatte 2015 eine Frau aus Berlin mit 65 Jahren Vierlinge zur Welt gebracht. Die Entscheidung, durch eine künstliche Befruchtung so spät noch einmal Mutter zu werden, verteidigte sie: "Ich bin der Meinung, dass jeder sein Leben so leben sollte, wie er möchte", sagte sie damals in der RTL-Sendung "Extra". "Da es diese Möglichkeit gibt und sie auch von Tausenden Menschen genutzt wird, darf man die auch nutzen." Die Berlinerin hatte vor der Geburt der Vierlinge bereits 13 Kinder.

afp/RND/wer

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