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Panorama Eltern lassen Sohn im Wald zurück – zur Strafe
Nachrichten Panorama Eltern lassen Sohn im Wald zurück – zur Strafe
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15:02 30.05.2016
Im Norden Japans wird seit Tagen ein sieben Jahre alter Junge gesucht, den seine Eltern zur Strafe allein im Wald zurückgelassen haben (Symbolbild). Quelle: dpa/Symbolbild
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Tokio

Zunächst gaben die Eltern bei der Polizei an, ihr Sohn sei verschwunden, als die Familie am Sonnabend gemeinsam wandern war und nach Beeren gesucht hatte. Später gaben sie zu, den Jungen zur Bestrafung in dem Wald zurückgelassen zu haben, weil er Steine auf Autos und Menschen geworfen hatte. Das Gebiet wird von Bären bevölkert.

Mittlerweile wird der Junge seit zwei Tagen in einem bergigen Wald auf der nördlichen Insel Hokkaido vermisst. Am Montag suchten rund 180 Rettungskräfte und Polizisten nach dem Siebenjährigen. Sie weiteten das Suchgebiet aus und setzten Spürhunde und Pferde ein. Medien zeigten Fotos von berittenen Polizisten und Rettungskräften mit Helmen und Karten von der Gegend.

Vater bedauert die Bestrafung des Sohnes

Nach Angaben der Polizei hatten die Eltern den Jungen auf dem Rückweg vom Wandern ausgesetzt und fuhren etwa 500 Meter mit dem Auto davon. Nach fünf Minuten seien sie umgekehrt, der Kleine sei aber verschwunden gewesen, erklärte ein Polizeisprecher. "Es tut mir so leid für mein Kind", sagte der Vater des Jungen dem Sender NTV. Er bedauere, dass er so vielen Menschen Umstände mache.

CNN berichtete, dass die Eltern erst die Polizei alarmiert hätten, als sie den Jungen bereits zwei Stunden vermissten hätten. Er habe mit dem Notruf gezögert, weil er Konsequenzen für die Familie befürchtet habe, sagte der Vater einem Fernsehsender. Die Strafe für das Kind könnte als häusliche Gewalt eingestuft werden, glaubt er.

Die japanische Öffentlichkeit reagierte entsetzt auf den Fall. "Das ist keine Bestrafung, das ist Missbrauch!", schrieb ein Nutzer auf Twitter. Ein anderer befand: "Diese Eltern sind so dumm, dass es mir die Sprache verschlägt."

Anwohner: Überall können Bären auftauchen

Auch viele Menschen vor Ort sorgten sich um den Jungen, der offenbar weder Essen noch Trinken bei sich hatte. Zudem fiel in der Nacht heftiger Regen in dem Gebiet. "Hier kommen nicht viele Menschen oder Autos entlang", sagte ein Sprecher der nahegelegenen Stadt Nanae.

Das Gebiet werde eher von Ortskundigen als Abkürzung genutzt, nachts sei es stockdunkel. Außerdem könnten überall Bären auftauchen.

afp/dpa/RND/wer

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