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Mädchen muss ihren Vergewaltiger heiraten

Malaysia Mädchen muss ihren Vergewaltiger heiraten

In Malaysia ist ein mutmaßlicher Vergewaltiger um eine langjährige Haftstrafe herumgekommen, indem er sein Opfer geheiratet hat. Die Richter stellten das Verfahren gegen den Mann mit der Begründung ein, dass er und das Mädchen ja jetzt ein Ehepaar seien.

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Symbolbild

Quelle: dpa

Kuala Lumpur. Das Gericht im Bundesstaat Sarawak auf Borneo stellte das Verfahren ein, weil es "keine Notwendigkeit" einer weiteren Strafverfolgung mehr gebe, berichtete die "Borneo Post". Begründung der Richter: Das Opfer und der mutmaßliche Täter seien ja jetzt ein Ehepaar. Nach Angaben der Nachrichtenagentur afp und des Nachrichtenamagazins "Time" war das Mädchen erst 14 Jahre alt, als sie vergewaltigt wurde.

Menschenrechtsaktivisten reagierten empört: Opferfamilien in dem konservativen muslimischen Land willigten aus Sorge um die Ehre lieber in eine Heirat ein, als dass ihr Name während eines Prozesses bekannt werde, berichteten sie. Sollten Vergewaltiger einer Strafe entgehen können, indem sie ihr Opfer heiraten, werde die Vergewaltigung von minderjährigen Mädchen praktisch legalisiert, kritisierte eine Menschenrechtsaktivisitin im Gespräch mit der Zeitschrift "Time".

Mann drohten Haft und Auspeitschung

Eigentlich sieht das malaysische Recht bis zu 30 Jahre Haft und Auspeitschung für Vergewaltigung vor. In den vergangenen Jahren habe sie mehrere Fälle erlebt, bei denen der mutmaßliche Täter erst das Opfer geheiratet habe, sich dann wieder scheiden ließ und der Familie etwas Geld bezahlte, um so der Strafe zu entgehen, sagte Aegile Fernandez von der Nichtregierungsorganisation Tenaganita. "Vergewaltigung bleibt Vergewaltigung", sagte die Aktivistin.

Eventuell droht dem Mann aber doch noch eine Strafe: Nach Angaben der "Borneo Post" hat die Staatsanwaltschaft dafür gesorgt, dass der Oberste Gerichtshof den Fall überprüft. Das habe Familienministerin Datuk Fatimah Abdullah auf einer Pressekonferenz gesagt, berichtete die Zeitung auf ihrer Website. "Durch eine Heirat verschwinde eine Vergewaltigung nicht", sagte die Ministerin nach Angaben der "Borneo Post". Der Mann müsse bestraft werden, wenn seine Schuld bewiesen werde.

2013 hatte es einen Aufschrei der Empörung unter Menschenrechtlern auf Malaysia gegeben, als eine Zwölfjährige an ihren Vergewaltiger verheiratet wurde, wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtete.

afp/RND/wer

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