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Fachleute testen Fußbodenheizung für die Autobahn

Versuch in Köln Fachleute testen Fußbodenheizung für die Autobahn

Das Prinzip ähnelt der Fußbodenheizung im Haus: Eine Asphaltheizung könnte bald für eisfreie Autobahnen in Deutschland sorgen. Zunächst wird die Technik in Köln getestet.

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Winterdienst auf der Autobahn (Symbolbild): Das könnte bald nicht mehr notwendig sein. In Köln wird eine Asphaltheizung getestet.

Quelle: Marcel Kusch/dpa

Köln. Im Kampf gegen Schnee und Eis auf der Autobahn will die Bundesanstalt für Straßenwesen (BaSt) eine mit Erdwärme gespeiste Asphaltheizung erproben. 2017 soll der Praxistest in Köln beginnen.

Autofahrer haben von dem Test zunächst nichts, denn das Versuchsgelände wird direkt neben dem Autobahnkreuz Köln-Ost aufgebaut. Die eigentliche Fahrbahn wird in den Test nicht eingebunden.

Fußbodenheizung für den Asphalt

Das Prinzip gleicht der Beheizung von Häusern mit Erdwärme. Warmes Wasser wird aus der Tiefe hochgepumpt und durch ein unter dem Asphalt verlegtes Röhrensystem geleitet, ähnlich einer Fußbodenheizung. Straßen könnten sicherer und der Streusalzverbrauch gesenkt werden.

Heizung für die Autobahn

Mehr Informationen zur temperierten Straße finden Sie auf der Seite der BaSt.

Wie die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" berichtet, wird eine vergleichbare Technik bereits in Island und in Norwegen eingesetzt. Im nächsten Jahr soll der Versuch in Deutschland starten. "Wir rechnen damit, dass das Gelände im Frühsommer 2017 in Betrieb geht", sagte BaSt-Sprecher Christopher Gerhard dem Blatt.

Mehr Sicherheit für Autofahrer

Im Winter soll die Fahrbahn mit geringem Energieaufwand eisfrei gehalten werden, an Hitzetagen kann sie gekühlt werden. Die Bundesanstalt erhofft sich mehr Sicherheit für Autofahrer, weniger Einsätze für Streu- und Räumwagen und eine längere Haltbarkeit des Asphalts.

Dafür dürfe die Temperatur im Winter nicht unter 5 Grad Celsius fallen, erklärte ein Vertreter des BaSt der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Im Sommer dürften die Temperaturen dagegen nicht über 35 Grad steigen, sonst drohe der Asphalt zu schmelzen. 

Sensoren sollen Risse anzeigen

Die Fahrbahn-Klimaanlage ist nicht der einzige Test auf dem Gelände. Auf der mehr als zwei Kilometer langen Strecke werden auch Sensoren für Brücken erprobt, die beispielsweise Risse anzeigen sollen. Die Bundesanstalt für Straßenbau in Bergisch Gladbach will auch verschiedene Straßenbeläge auf Haltbarkeit und Griffigkeit testen.

Rund 6,8 Millionen Euro soll der Aufbau der Teststrecke kosten. Sie soll 30 Jahre lang genutzt werden. Befahren wird sie nur von Testfahrzeugen – Autofahrer können vom Kölner Autobahnkreuz aus auf das Testgelände schauen.

dpa/RND

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