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Schießen für die ganze Familie

Elchjagd in Schweden Schießen für die ganze Familie

In Schweden ist die Elchjagd angelaufen, es ist ein beliebter Volkssport: Etwa 300.000 Menschen nehmen daran teil. Schon Kinder werden mitgenommen.

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Haben ein gefährliches Leben: In Schweden ist die Elchjagd eröffnet worden.

Quelle: CARMEN JASPERSEN/dpa

Stockholm. Hierzulande sind sie beliebt als Stofftier und gelten als Symbol für die fürsorgliche, skandinavische Wohlfühlwelt. Doch in Schwedens Wäldern müssen die Elche in diesen Tagen wieder um ihr Leben fürchten. Seit einer Woche ist die traditionelle Elchjagd eröffnet. Insgesamt sollen in dieser Jagdsaison bis Ende Januar rund 87.000 dieser Tiere sterben – und auf Tellern landen. "Es gibt derzeit insgesamt rund 400.000 Elche, also mehr als genug", sagt Per Zakariasson vom Jägerverband.

Die Elchjagd ist in Schweden durch alle sozialen Schichten hindurch ein beliebter Volkssport. Insgesamt sollen sich in diesem Jahr bis zu 300.000 Jäger auf die Pirsch machen – bei einer Gesamtbevölkerung von 9,6 Millionen Einwohnern. Schon Kinder werden mitgenommen. Auch immer mehr Frauen gehen jagen. Den Schweden versüßt die Jagd zum Herbstbeginn die allgemeine Wehmut darüber, dass nun ein langer, dunkler Winter anbricht.

Natürlicher Feind stirbt aus

Ein ethisches Problem haben die meisten Schweden nicht mit der Jagd auf Elche. "Es ist viel ökologischer und ehrlicher, im Wald selbst ein Tier zu erlegen und es zu essen, statt in den Supermarkt zu gehen, um abgepacktes Fleisch von weit her zu kaufen", sagt eine Jägerin.

Während die Wolfsjagd in Schweden für viel Kritik gesorgt hat, weil der Fortbestand der Wölfe als gefährdet angesehen wird, ist dies bei den Elchen anders. Der Jagdverband erklärt, dass zu viele Elche in Schwedens Wäldern lebten. Von deren natürlichen Feinden, den Bären und Wölfen, gebe es immer weniger im Königreich. Wenn die Zahl der Elche nicht jedes Jahr verringert würde, gebe es gewaltige Probleme.

Betrunkene Elche randalieren

Bei zwei Dritteln aller Autounfälle in Schweden, so wird geschätzt, sind Wildtiere involviert. Rund 6000 Unfälle im Jahr haben mit Elchen zu tun. Auf manchen Straßen des Landes wird derzeit zur Unfallvermeidung ein schriller, Elche abschreckender Ton getestet, der durch Scheinwerferlicht ausgelöst wird.

Jedes Jahr ereignen sich auch Zwischenfälle mit betrunkenen Elchen. Die Tiere lieben herbstlich gegorenes Fallobst. Einige der ansonsten scheuen Tiere werden vom Alkohol aggressiv und randalieren in Wohngebieten. Auch diese Benimm-Ausfälle werden in der Jagdsaison als Argument gegen die Tiere vorgebracht.

Von André Anwar

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