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"Ich wäre lieber Prinzessin als General"

"Star Wars"-Darstellerin Carrie Fisher im Interview "Ich wäre lieber Prinzessin als General"

In "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" wurde Carrie Fisher als Prinzessin Leia im Gold-Bikini zur Kultfigur. Im Interview spricht die 59-jährige "Star Wars"-Darstellerin über Unzufriedenheit mit ihrem Aussehen, das Älterwerden und über "Das Erwachen der Macht".

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Carrie Fisher als Pinzessin Leia in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" (oben) und heute.

Quelle: Twitter/ Tracey Nearmy/ Montage

Im neuen "Star Wars"-Film, der im Dezember startet, hat man Prinzessin Leia zum General befördert. Wie kam das bei Ihnen an?

Ich wusste davon nichts.

Man hatte das Ihnen nicht gesagt oder ins Drehbuch geschrieben?

Nein. Sie haben mir vieles vorher nicht verraten. Aber das ist okay.

Was würden Sie wählen, wenn Sie sich im wahren Leben zwischen Prinzessin und General entscheiden müssten?

Wieviel zahlt man Generälen denn?

Ich glaube nicht so viel.

Dann eher Prinzessin. Ich werde nicht jünger und Prinzessinen-Kleider stehen mir besser als Uniformen. Außerdem kann ich Leute herumkommandieren. Wobei … als General ja auch. Nur wäre ich nicht happy, befehlen zu müssen, Bomben auf irgendjemanden abzuwerfen.

Sehen Sie es als Zeichen eines geänderten Frauenbilds, dass aus dem hilflosen "Krieg der Sterne"-Prinzesschen eine Kriegerin geworden ist?

Also, das mit dem hilflos ist Ihre Interpretation. Vielleicht gibt es einen Trend in Richtung Gleichberechtigung. Aber wenn, ist er super lahm.

Das Bild von Prinzessin Leia im Sexy-Sklavinnen-Outfit ist zum Teil der Pop-Kultur geworden...

Ich kann Sie beruhigen. Ich trage keinen silberfarbenen Bikini und habe einen neuen Haarschnitt. Der erinnert mich ein bisschen an den Arsch eines Pavians.

Erkennt man Sie denn überhaupt wieder?

Sie erkennen mich wieder. Ich bin gealtert und mein Gesicht ist ein bisschen dahin geschmolzen. Das sieht man umso mehr wegen dieser blöden High Definition Kameras, wo man jede Falte sieht. Bei Leia geht alles etwas langsamer und dem Alter angemessen. Es wäre ja auch sehr merkwürdig, wenn ich energiegeladen und frech wie ein Teenager daherkommen würde.  

Klingt so, als hätten Sie Probleme mit dem Älterwerden.

Ja. Leider mag ich gar nicht, dass ich so alt aussehe wie ich bin. Ich würde alles dafür tun, um jünger auszusehen. Alles, außer mich unters Messer zu legen und hinterher wie ein Fisch mit Kiemen auszuschauen.

Bei vielen Frauen in Hollywood dreht sich oft alles ums gute Aussehen.

Wissen Sie, ich schaue mir auch gerne attraktive Leute an. Es ist traurig, aber es fühlt sich gut an, ein schönes, symmetrisches Gesicht vor sich zu sehen. Babys finden das genau so gut. Nur warum sollte man für gutes Aussehen gefeiert werden? Als ob man was dafür könnte, dass die gut aussehenden Eltern Sex hatten und dann ein gutaussehendes Baby bekamen. (Zögert) Wobei meine Eltern sahen auch sehr gut aus und hatten Sex ... beim Rest ist was schief gegangen.   

Jetzt verkaufen Sie sich aber unter Wert!

Mein Äußeres und ich sind keine Freunde mehr. Wir reden nicht mal mehr miteinander – besonders bei meinen Armen ist das Tischtuch zerschnitten. Ich habe noch nie mein Aussehen wirklich gemocht. Und besonderes in letzter Zeit. Deshalb wollten die "Star Wars"- Produzenten auch nur ein Dreiviertel von mir anheuern.

Wie bitte?

Ich habe abgespeckt. Aber das ich nichts Neues. Ich musste auch für meinen ersten Film zehn Pfund loswerden.

Nervt es Sie eigentlich, dass Sie seit den Siebzigerjahren für alle aber immer nur Prinzessen Leia geblieben sind?

Das wäre doch dumm, wenn mich das nerven würde. Die Fans waren immer fantastisch zu mir und die Rolle hat mir den Weg geebnet, andere tolle Projekte zu bekommen. Ich beschwere mich nicht.

Wie war es eigentlich, wieder zurück am "Star Wars"-Set zu sein?

Wissen Sie, nichts sah mehr so aus wie damals. Das einzige, was mir noch bekannt vorkam, war Han Solos Millennium Falke.

Sie haben sich also nicht wie Zuhause gefühlt?

Doch. Als ich zum ersten Mal Harrisons Schritte hörte, er um die Ecke kam und auf seine völlig unenthusiastische Art meinte "Oh, Carrie ist auch hier". Da war es plötzlich wieder wie früher. Mark (Hamill), Harrison und ich, wir sind wie Geschwister, die miteinander groß geworden sind. Wir haben unsere Verbindung nie verloren.

Luke Skywalker (Mark Hamill, l.), Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher) und Han Solo (Harrison Ford) im letzten Teil der "Star Wars"-Saga "Die Rückkehr der Jedi-Ritter".

Luke Skywalker (Mark Hamill, l.), Prinzessin Leia Organa (Carrie Fisher) und Han Solo (Harrison Ford) im letzten Teil der "Star Wars"-Saga "Die Rückkehr der Jedi-Ritter".

Quelle:

Privat gibt es auch Grund zum Gratulieren.

Wofür?

Es wurde berichtet, dass Sie Großmutter geworden sind.

Das habe ich auch gelesen. Ich war so unheimlich happy, weil ich nichts davon wusste. Ich habe meiner Tochter heute morgen gratuliert, dass sie das Geheimnis vor mir bewahrt hat – und wie toll Ihre Figur schon wieder ist (lacht). Wir haben uns köstlich über den Unsinn amüsiert.

Wo wir schon bei Familie sind, Ihre Mutter Debbie Fisher wurde dieses Jahr mit dem Ehren-Oscar ausgezeichnet.

Ja, es war fantastisch für sie, dass sie für ihr Lebenswerk geehrt wurde. Sie ist eine tolle, extrovertierte, witzige Frau. Sie hat mich am "Star Wars"-Set besucht und stand sofort im Mittelpunkt. Sie redet zu viel, bringt aber alle zum Lachen. Ich bin so stolz auf sie. Sie war vor gar nicht langer Zeit schwer krank, hat sich aber wieder aufgerappelt.

Außer Tochter und Mutter, wer ist die wichtigste Person in Ihrem Leben?

Gary. Wir sind seit dreieinhalb Jahren unzertrennlich. Er ist unheimlich interessant, klug und ein guter Tänzer.

Gary?

Mein Hund (eine französische Bulldogge).

Sie haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass Sie an bipolaren Störungen und Depressionen gelitten haben. In Ihren Memoiren haben Sie sogar enthüllt, dass sie deswegen in Nervenkliniken waren. Wie geht es Ihnen heute?

Was ist denn Ihr Eindruck?

Dass Sie sehr witzig und ausgeglichen sind.

Genau so ist es. Ich bin an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo es mir richtig gutgeht und ich glücklich bin. 

Von Dierk Sinderman

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