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"Ich bin kein Mann aus Stahl"

Interview mit Ben Affleck "Ich bin kein Mann aus Stahl"

Hollywood-Star Ben Affleck spricht im Interview mit Dierk Sindermann über seine Rolle als Batman, persönliche Superhelden – und seine Ehefrau Jennifer Garner.

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Ben Affleck bei der Premiere des Films "Batman v Superman: Dawn of Justice".

Quelle: Peter Foley

War Ihr vierjähriger Sohn Samuel sehr traurig, dass er sich noch ein paar Jahre gedulden muss, bis er "Batman v Superman: Dawn of Justice" sehen darf?
Nicht wirklich. Ich habe ihn den Werbetrailer und ein paar Ausschnitte vom Film schauen lassen. Seine Aufmerksamkeitsspanne beträgt eh nur zwei Minuten. Außerdem ist Batman persönlich zu seiner Geburtstagsparty erschienen. Besser geht es nicht.

Was hat Sie daran gereizt, sich auch mal als Batman zu probieren?
Dass die Rolle eine Herausforderung ist. Mein Batman lebt in einer moralischen Grauzone. Er ist eher ein kaputter Typ, der das Loch in einer Seele durch nächtliche Abenteuer zu vergessen versucht. Er ist ein Kämpfer gegen das Verbrechen, aber auch ein unverbesserlicher Playboy, der ungesunde Entscheidungen trifft.

Haben auch Sie eine ungesunde Seite im Leben?
Natürlich. Ich stehe auf fettiges Essen. Ich kann Burgern und Pommes einfach schwer widerstehen. Obwohl ich weiß, dass das auf lange Sicht nicht gut für mein Herz ist.

Gibt es eine Super-Power, die Sie gerne hätten?
Ehrlicherweise hätte ich gerne die von Superman – fliegen zu können. Welcher Mensch würde das nicht gerne? Es wäre so cool.

In Superheldenfilmen geht es immer um Gut gegen Böse …
… nicht nur im Film. Schauen Sie sich doch mal unsere aktuelle Politik an. Mit Angst wird Wahlkampf gemacht, Bösewichte werden kreiert, die an allem Schuld haben sollen. Das erzeugt ein "Wir gegen sie"-Gefühl. Echt zum Fürchten.

Sie haben Kratzer im Gesicht und an den Armen. Ist das von einer Rolle?
Nein. Ich habe mit meinen Kindern gespielt und bin auf einen Baum geklettert. Dabei haben mich ein paar Äste erwischt. Ich bin halt kein Mann aus Stahl, aber ich werde es überleben.

Wer ist Ihr persönlicher Superheld?
Für mich war das immer mein Opa. Leider ist er inzwischen verstorben. Er war meine Inspiration. Ein Mensch, zu dem ich aufgesehen habe.

Haben Sie eigentlich auch eine Höhle wie Batman, in die Sie sich zurückziehen können?
Ja, mein Büro in meinem Haus. Da habe ich meine absolute Ruhe, um zu arbeiten oder zu meditieren. Dort habe ich auch die besten Ideen.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?
Ich habe hart trainiert, um in Form zu kommen. Ich wollte ein muskulöser Batman sein. Und ich habe mir einen wichtigen Tipp von meinem Vorgänger Christian Bale geholt.

Der war?
Sicherzugehen, dass mein Batman-Kostüm einen Hosenstall hat. Weil man sich alles andere als wie ein Superheld fühlt, wenn man Hilfe braucht, um pinkeln zu können. Zum Glück hat man mir den Reißverschluss nachträglich eingenäht.

Sie sind vor 20 Jahren durch "Good Will Hunting" berühmt geworden. Wie schwierig ist es, so lange in Hollywood ganz oben zu bleiben?
Das klingt ja so, als wäre ich von heute auf morgen zum Superstar aufgestiegen. Ich habe vor "Good Will Hunting" 15 Jahre lang Filme gedreht und nebenher Pizza ausgeliefert, um überleben zu können. Das vergesse ich nie. Das Wichtigste ist, dass man nicht anfängt, auf seinen Status zu achten. Man muss sich treu bleiben, gute Projekte suchen und keine große Erwartungshaltung haben. Man darf seinen Drive nicht verlieren.

Ruhm hat auch eine Kehrseite. Die Trennung von Ihrer Frau Jennifer Garner hat weltweit Schlagzeilen gemacht. Wie verstehen Sie sich inzwischen?
Jen ist eine tolle Frau und wir kommen gut miteinander aus. Sie ist eine wundervolle Mutter und wir sind und bleiben die Eltern von unseren drei Kindern. Ich war heute Morgen noch mit ihr und den Kids zusammen. Das ist meine Realität.

Hat man es als Ehepaar in Hollywood besonders schwer zusammen zu bleiben?
Ich weiß es nicht. Ich bin kein Experte. Und mehr will ich zu dem ganzen Thema nicht sagen.

Sind das Momente, in denen man bereut, im Rampenlicht zu stehen?
Ich habe mich damit abgefunden, dass ich als Prominenter damit rechnen muss, wenig Privatsphäre zu haben.

Macht Sie das wütend?
Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt. Grundsätzlich wiege ich die negativen Dinge mit den positiven ab. Und unterm Strich muss ich sagen, dass ich es sehr, sehr gut in meinem Leben habe. Ich habe drei wundervolle Kinder. Und ich habe die Möglichkeit, einen Beruf auszuüben, der mir alles gibt. Lamentieren bringt doch gar nichts. Man muss die Dinge mit Humor nehmen.

Wann haben Sie das letzte Mal richtig lachen können?
Als mein Sohn den Lieferfahrer von Fedex für den "Joker" gehalten hat. Er wollte, dass ich dem Bösewicht Saures gebe.

Und?
Ich habe dem Mann ein paar Dollar bezahlt, damit er sich von mir mit Schatten-Kung-Fu in die Flucht schlagen ließ.

Von Dierk Sindermann

Zur Person

Ben Affleck ist nicht nur Schauspieler, sondern auch Regisseur, Drehbuchautor und Produzent. Seinen ersten Oscar erhielt er auch nicht für seine Rolle, sondern für das Drehbuch von "Good Will Hunting". Affleck wurde 1972 in Berkley, Kalifornien, geboren. Bereits als Kind übernahm er kleine Rollen in Fernsehfilmen, später spielte er in Independent-Produktionen wie „Dazed and Confused“ (1993) mit. Seinen zweiten Oscar bekam Affleck für seine Regieleistung in dem Film "Argo" (2012).

Doch nicht nur beruflich, auch privat macht der 44-Jährige Schlagzeilen. Zuletzt soll eine Affäre mit einem Kindermädchen zur Trennung von seiner Ehefrau Jennifer Garner (43) geführt haben. Freundschaftlich soll der Batman-Darsteller aber immer noch mit Garner verbunden sein.

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