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"Frauen werden im Alter immer interessanter"

Interview mit Renée Zellweger "Frauen werden im Alter immer interessanter"

Wäre sie im Ruhestand geblieben, hätte niemand gefragt: "Was hat Renée Zellweger bloß mit ihrem Gesicht gemacht?" Doch nach sechs Jahren Hollywoodabstinenz lockte sie der dritte Teil von "Bridget Jones" aus der Auszeit. Und da konnte alle Welt sehen, dass die 47-Jährige sich verändert hatte.

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Nach sechsjähriger Auszeit ist Renee Zellweger nun bald wieder in ihrer Paraderolle zu sehen, die der charmant-verschusselten Bridget Jones.

Quelle: Frazer Harrison/AFP

Los Angeles. Was haben Sie in den filmlosen Jahren gemacht?

So einiges. Ich wollte mir ein Versprechen erfüllen, das ich mir vor langer Zeit gemacht habe. Einfach mal unter dem Radar leben und zu mir selbst finden. Ich habe sehr viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Und ich bin für eine Wohltätigkeitsorganisation, die sich für Frauenrechte einsetzt, nach Liberia geflogen.

Wie war es, dann wieder zurück am Set zu sein?

Ich war die Wochen vorher sehr nervös. Vor allem, weil ich niemanden enttäuschen wollte. Ich liebe Bridget Jones und wollte ihr gerecht werden. Wenn man so lange weg war, fühlt man sich wie ein Eindringling, der kurz davor steht, entdeckt zu werden. Ich dachte, dass ich jeden Moment gefeuert werden würde.

Das wurden Sie augenscheinlich aber nicht.

Nein. Meine Angst war schnell weg und ich fühlte mich nur noch glücklich, wieder in Bridgets Welt zu sein. Umgeben von Freunden und Familie.

Wie haben Sie sich auf Ihr Rollencomeback vorbereitet?

Ich habe für einige Zeit in einer richtigen Nachrichtenredaktion gearbeitet. Ich war unglaublich beeindruckt, wie ruhig die Mitarbeiter da waren. Es herrschte immer eine Art kontrolliertes Chaos. So viele Dinge hätten im Desaster enden können – doch ich war wirklich von echten Profis umgeben.

Was sind die größten Ähnlichkeiten zwischen Ihnen und Bridget?

Mir passieren so wie ihr immer wieder dumme Dinge, wenn ich in der Öffentlichkeit bin. Mein Kleid sitzt nicht so, wie es soll, oder der Reißverschluss geht kaputt. Oder mein Absatz bricht ab, wie einmal bei den Oscars, als ich gerade auf die Bühne ging.

Was kann die Welt von Bridget Jones lernen?

Dass Dreiecksbeziehungen wie im Film kompliziert sind  (lacht). Nicht dass mich das betreffen könnte, ich bin da weniger abenteuerlustig. Im Ernst, es zeigt, dass man ehrlich sein sollte, damit eine solche Situation gar nicht erst entsteht. Bridget hätte gleich am Anfang die Problematik aus der Welt räumen sollen – doch dann wäre der Film weniger witzig.

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Wie bereitet man sich auf eine Rolle als Schwangere und dann Mutter vor?

Ich habe genug Freundinnen, die schon schwanger waren. Meine beste Freundin erwartet jede Minute ihr zweites Kind. Und ich bin Tante. Ich habe mit meiner Nichte und meinem Neffen in den letzten Jahren viel Zeit verbracht.

Was macht Ihrer Meinung eine gute Mutter aus?

Ich denke, dass man ein guter und liebevoller Mensch ist. Und dass man gut improvisieren kann, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Würden Sie eine gute Mutter abgeben?

Ich würde mir in diesem Fall das Vertrauen aussprechen.

Sie haben sich in einem offenen Brief beschwert, wie sexistisch Sie die Reaktionen in Bezug auf Ihr Aussehen fanden. Haben Sie emotionelle Narben davongetragen?

Nein. Ich bin durch die ganze Angelegenheit eine stärkere Frau geworden. Wenn jemand dich auf solch direkte Weise angreift, dann wirst du gezwungen, deine ganze Power abzurufen. Ich habe mich noch besser kennengelernt und bin am Ende sogar dankbar, dass es passiert ist.

Sie haben sich besonders darüber aufgeregt, dass Schauspielerinnen an ihrem Äußeren und nicht ihrem Verdienst gemessen werden.

Oberflächliche Schönheit wird in unserer Gesellschaft gefeiert, obwohl sie so schnell wieder vergeht. Ich persönlich finde, dass Frauen mit dem Alter immer interessanter werden und sich erst nach und nach ihre wahre innere Schönheit herauskristallisiert. Frauen entwickeln sich mit dem Alter weiter und auch ich will nicht auf der Stelle treten. Ich bin einfach viel zu neugierig, was als Nächstes kommt.

Von Dierk Sindermann

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