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Nepal erinnert an die Opfer des Erdbebens

Jahrestag Nepal erinnert an die Opfer des Erdbebens

Keine große Rede, sondern Schweigen: In stiller Andacht legte Nepals Premier einen Kranz nieder in Erinnerung an die Tausenden Toten des Erdbebens vor einem Jahr. Unter den Toten waren auch deutsche Touristen gewesen, unter anderem zwei junge Frauen aus der Region Hannover.

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Ein Nepalese gedenkt zum ersten Jahrestag der 9000 Todesopfer des schweren Erdbebens, das Nepal im April vergangenen Jahres heimgesucht hatte.

Quelle: EPA/NARENDRA SHRESTHA

Kathmandu. Mit zahlreichen Gedenkgottesdiensten haben die Menschen in Nepal der etwa 9000 Todesopfer, unter ihnen auch mehrere Deutsche, des gewaltigen Erdbebens vor einem Jahr gedacht. Sie stellten Fotos der Toten auf, zündeten Räucherstäbchen an und beteten. Das Himalaya-Land begeht den Jahrestag nach nepalesischem Kalender bereits am 24. statt am 25. April.

In der Hauptstadt Kathmandu legten Premierminister K.P. Sharma Oli und andere Politiker am Sonntag an den Ruinen des symbolträchtigen Dharahara-Turms einen Kranz nieder. Der Turm war schon bei einem katastrophalen Beben im Jahr 1934 eingestürzt, daraufhin erneut errichtet worden und bei dem Erdbeben vor einem Jahr wieder in sich zusammengefallen.

Ein schweres Erdbeben hat den Himalaya erschüttert. Über 90 Sekunden lang bebte die Erde bei einer Stärke von 7,5.

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Immer noch vier Millionen Obdachlose

Buddhistische Mönche beteten zusammen mit Angehörigen der Toten an der Stelle, an der einst der Kasthamandap-Tempel stand, eine der wichtigsten Pagoden Nepals. Dort fand vor einem Jahr gerade eine Blutspende-Aktion statt, als um 11.45 Uhr Ortszeit die Erde bebte und die neun Jahrhunderte alte Holzkonstruktion in sich zusammenfiel.

Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte ganz Nepal sowie Teile von China, Indien, Bangladesch und Bhutan erschüttert. Allein in Nepal stürzten mehr als 600.000 Häuser ein. Nach Angaben des Roten Kreuzes sind dort bis heute mindestens vier Millionen Menschen obdachlos.

Der Wiederaufbau in dem Himalaya-Staat, der zu den 20 ärmsten Ländern der Welt gehört, geht nur sehr schleppend voran. Wegen politischer Streitereien begann die zentrale Wiederaufbaubehörde erst im Januar mit ihrer Arbeit. Hunderttausende Familien sollen von der Regierung jeweils knapp 1700 Euro für den Hausbau erhalten. Doch bislang haben nur 700 Familien eine erste Rate bekommen. "Es sieht so aus, als komme die Hilfe der Regierung nie", sagte Rameshwor Kunwar. Der Bildhauer lag zusammen mit seiner Tochter einen halben Tag unter den Trümmern seines Hauses in Chobhar, ehe er ausgebuddelt werden konnte. Nun ist er querschnittsgelähmt - trotzdem bekomme er kein Geld vom Staat, sagte er. "Von dem, was wir in den Ruinen unseres Hauses finden konnten, haben wir eine Ziegel-Hütte gebaut."

Familien aus der Region Hannover betroffen

Die internationale Gemeinschaft hat Nepal mehrere Milliarden Euro für den Wiederaufbau zugesagt. Davon wurde bislang aber nur ein Bruchteil verwendet. Viele Dörfer in den betroffenen Gebieten lägen noch immer in Ruinen, erklärte die Kinderrechtsorganisation Plan International. Wegen einer solch unsicheren Umgebung sei das Risiko höher, dass Kinder verheiratet würden oder in die Hände von Menschenhändlern gerieten. Internationale Hilfsorganisationen haben bisher zum Beispiel Notunterkünfte und Behelfsschulen gebaut, die Wasserversorgung wieder hergestellt, Gesundheitszentren errichtet und Menschen ausgebildet. Häuser bauen durften sie wegen der fehlenden Vorgaben aus Kathmandu offiziell noch nicht. "Wir erwarten, dass jetzt der grüne Knopf gedrückt wird", sagte Max Santner, Nepal-Landesdirektor des Roten Kreuzes.

Sie kamen bei dem schweren Beben ums Leben: Leonie E. (links) und Nina S. aus Lehrte bei Hannover waren als Rucksacktouristinnen in Nepal unterwegs. Dieses Selfie entstand nur wenige Tage vor der Katastrophe.

Quelle: Anja Elsner/dpa)

Bei dem schweren Beben in Nepal waren auch zwei Freundinnen aus Lehrte ums Leben gekommen. Leonie E. (19) hatte sich im April vergangenen Jahres gemeinsam mit ihrer 20-jährigen Freundin Nina S. aus Steinwedel auf einen mehrwöchigen Rucksacktrip durch Nepal begeben. Am Tag der Katastrophe waren sie im Langtang-Tal nördlich von Kathmandu unterwegs gewesen. Die  Region war besonders schwer von dem Erdbeben heimgesucht worden. Glück im Unglück hatte hingegen die vierköpfige Familie Laube aus Heeßel bei Burgdorf, die während des Bebens ein Waisenhaus, für das sich der Vater engagiert, in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu besuchte. Sie und auch sämtliche Waisen des Hauses überlebten das Unglück nahezu unverletzt.

dpa/caro

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