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Japan schiebt Delfinschützer O'Barry ab

Nach 19-tägiger Festnahme Japan schiebt Delfinschützer O'Barry ab

Japan hat den Oscar-Preisträger und Gegner der japanischen Delfinjagd, Richard O'Barry, abgeschoben. Zuvor war der 76-jährige Amerikaner nach Angaben seiner Unterstützer fast drei Wochen dort festgehalten worden.

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Seit 40 Jahren kämpft O'barry unermüdlich für den Schutz von Delfinen. 2012 protestierte er gegen die Gefangenschaft der Meeressäuger vor dem Zoo in Duisburg.

Quelle: Horst Ossinger/dpa

Tokio. Der Naturschützer Richard O'Barry wurde nach Angaben seiner Unterstützer in einem Flugzeug außer Landes gebracht. Die japanische Einwanderungsbehörde habe zur Begründung angegeben, dass sie über einen Aufenthalt O'Barrys im vergangenen Jahr in der Walfangstadt Futo nicht informiert worden sei und damit O'Barry gegen die Visavorschriften verstoßen hätte.

Gesundheitliche Probleme nach Haft

Sein japanischer Anwalt Takashi Takano kritisierte die Behörden scharf. In den 19 Tagen der Festnahme habe O'Barry mehr als 10 Kilogramm Körpergewicht verloren und Schmerzen in der Brust erlitten. Außerdem seien die Gründe seiner Abschiebung nicht rechtmäßig. "Als Tourist unterwegs zu sein, bedeutet nicht nur Sightseeing, sondern auch Orte des Schreckens zu besuchen", sagte Takano.

O'Barrys Unterstützern zufolge war der Aktivist nach seiner Ankunft auf dem Tokioer Flughafen Narita am 18. Januar zunächst verhört und anschließend in Abschiebehaft genommen worden. Er weigerte sich aber, auszureisen und habe seither in einer weiteren Haftanlage gesessen, hieß es.

Vom "Flipper"-Trainer zum Naturschützer

In den 60er Jahren war O'Barry Trainer der Delfine der TV-Serie "Flipper", seit 1970 aber kämpft er unermüdlich für den Schutz der Meeressäuger und gegen das jährliche Abschlachten von Delfinen in Japan. Der Naturschützer wirkte in dem Oscar-gekrönten Dokumentarfilm "Die Bucht" mit, mit dem das Gemetzel im Walfangort Taiji zu trauriger Berühmtheit gelangt war.

Bei der Jagd treiben Fischer Delfine in einer Bucht zusammen, indem sie durch Hämmern auf ins Meer gehaltene Metallstangen den Orientierungssinn der Tiere lahmlegen. Die schönsten Exemplare werden im Auftrag von Delfinarien im In- und Ausland aussortiert – ein lukratives Geschäft für die Fischer.

Die übrigen Delfine werden in einer Nachbarbucht abgeschlachtet. Die Regierung erlaubt den Fischern die Jagd und setzt dafür jedes Jahr Fangquoten fest. Befürworter strapazieren dabei das Argument der "historischen Tradition", Wale und Delfine gehörten zur japanischen Esskultur, meinen sie.

Klage gegen Japan

"Es ist ironisch, dass sie mich deportieren, um mich still zu halten, während sie doch selbst der Delfinabschlachtung mehr Aufmerksamkeit verschaffen als der Film "Die Bucht"", wurde O'Barry auf der Website des von ihm gegründeten "Dolphin Project" zitiert. Dabei beteuerte der Aktivist, niemals die japanischen Behörden belogen oder gegen die Gesetze verstoßen zu haben.

Der Amerikaner und seine Unterstützer kündigten an, den japanischen Staat zu verklagen. Auch die US-Botschafterin in Japan, Caroline Kennedy, hatte sich der weltweiten Kritik an der Delfinjagd angeschlossen und per Twitter ihre Sorge über die "Unmenschlichkeit" der Treibjagd auf Delfine zum Ausdruck gebracht.

dpa

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