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Panorama Messi-Trikot bringt kleinem Fan Morddrohungen ein
Nachrichten Panorama Messi-Trikot bringt kleinem Fan Morddrohungen ein
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20:15 03.05.2016
Die Freude hielt nicht lange an: Der kleine Murtasa, der von Lionel Messi ein Trikot geschenkt bekam, musste sein Heimatland verlassen. Quelle: Mahdy Mehraeen/dpa
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Kabul/Islamabad

Sein Messi-Fanshirt aus einer gestreiften Plastiktüte hat dem kleinen afghanischen Jungen Murtasa Ahmadi Ruhm kein Glück gebracht: Nach einer Reihe anonymer Drohanrufe floh die Familie des Fünfjährigen nach Pakistan, will aber auch dort nicht mehr länger bleiben.

Er und seine Familie fühlten sich nach wie vor nicht sicher und hätten das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) gebeten, in ein anderes, "sicheres Land" gebracht zu werden, sagte Murtasas Vater Mohammad Arif Ahmadi am Dienstag. Ein UNHCR-Sprecher bestätigte, dass die Familie einen Auswanderungsantrag gestellt habe.

Angst vor einer Entführung

Murtasas Cousin Wahid Ahmadi (20) sagte noch am Montag, es habe nach der Welle internationaler Berichterstattung über den Jungen Drohanrufe bei der Familie gegeben. "Wir hatten Angst, dass Gangster oder die afghanische Mafia Murtasa entführen und ein hohes Lösegeld fordern", sagte Ahmadi.

Ende Januar waren Bilder des jungen Fußballfans im Internet aufgetaucht, auf denen zu sehen war, wie er in einem aus einer blau-weiß gestreiften Plastiktüte gebastelten Argentinien-Trikot in einer kargen Winterlandschaft begeistert Fußball spielte. "Messi" und dessen Rückennummer 10 waren mit Kugelschreiber daraufgekritzelt. Innerhalb kürzester Zeit eroberte Murtasa das Herz von Millionen.

Dort leben, wo auch Messi lebt

Zu einem Treffen des Fans mit seinem Idol kam es zwar nicht, aber Ende Februar schickte Messi ein Paket mit einem Argentinien- und einem Barcelona-Trikot nach Afghanistan. Sie waren signiert mit "Con mucho cariño, Leo" – "mit viel Liebe, Leo". Wieder berichteten Medien weltweit. Danach begannen die Drohungen.

Die achtköpfige Familie sei nun seit einem Monat in Pakistan, sagte Wahid Ahmadi. In Islamabad hätten die Ahmadis zunächst bei der spanischen Botschaft Visa beantragt, denn Murtasa wolle immer noch Lionel Messi treffen.

Die Familie habe aber auch in Pakistan um den UN-Flüchtlingsstatus ersucht. Nun lebten sie sie bei Verwandten in der westpakistanischen Stadt Quetta. "Wir glauben nicht, dass wir nach Afghanistan zurückkehren können." Dies sei eine schwierige Zeit für die Familie, sagte Ahmadi. "Wir waren so glücklich, als Messi Murtasa sein Geschenk geschickt hat. Jetzt ist alles wieder so schwierig."

dpa/afp

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