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Mann will Weinkönigin an der Mosel werden

Weil sich keine Frau fand Mann will Weinkönigin an der Mosel werden

Bisher gab es im kleinen Kesten immer nur Weinköniginnen. Aber der Ort an der Mosel fand in diesem Jahr keine Frau, die das Amt übernehmen will. Deshalb macht es jetzt ein Mann: der Jurastudent Sven Finke.

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Dieser Mann will die neue Weinkönigin von Kesten werden: Sven Finke posiert schon einmal mit Stola und Weinkelch.

Quelle: Harald Tittel/dpa

Kesten. "Ich will jedem zeigen, dass Männer genauso für diesen Job geeignet sind wie Frauen", sagte Sven Finke. Am Freitag wird der 25-Jährige im Moselort Kesten in Rheinland-Pfalz zum Weinkönig gekrönt wird und dann ein Jahr lang für den Wein des 350-Einwohner-Ortes werben. Dass Finke das Amt übernimmt, ist aus der Not heraus geboren.

Für die scheidende Weinkönigin Sarah I. konnte schon 2015 keine Nachfolgerin im Ort gefunden werden, sie verlängerte ihre Amtszeit daher um ein Jahr. "Ich habe vor einem Jahr gesagt: Wenn Ihr niemanden findet, mache ich Euch die Weinkönigin", erzählte Finke. Dass daraus nun ernst wurde und der Gemeinderat ihn einstimmig wählte – damit hatte Finke allerdings nicht gerechnet. Aber: "Jetzt freue ich mich wahnsinnig."

Ein Mann in diesem Amt ist selten

Er ist damit eine Ausnahme. "Es gibt an der ganzen Mosel aktuell keinen anderen Mann im Amt", erklärte Finke über den Weinbergen des pittoresken Ortes an der Mittelmosel. Auch deutschlandweit sei es "eine absolute Seltenheit", dass ein Mann in ein solches Amt gewählt werde, sagte der Sprecher des Deutschen Weininstituts (DWI), Ernst Büscher, in Bodenheim bei Mainz.

Bisher habe es in Kesten immer nur Weinköniginnen gegeben, sagte Ortsbürgermeister Michael Beer. "Finke trägt dazu bei, den Weinort Kesten bekannter zu machen", sagte er. Auf einen "Botschafter des Weins" zu verzichten, sei für das Dorf nicht infrage gekommen. "Wir wollen jemanden haben, der unseren Wein präsentiert." Wein sei ein Hauptwirtschaftszweig, es gebe noch 25 Haupterwerbsbetriebe im Ort.

Für sein Amt muss Finke aber kein Kleid anziehen – für ein Jahr schlüpft er in die Rolle des römischen Weingotts "Bacchus". Dafür wird er ein weißen Leinengewand mit roter Samtstola und einen Lorbeerkranz tragen. "Wir haben hier die Figur des Bacchus zum König gemacht, weil der Ort römische Wurzeln hat", erzählte Finke, der seit rund fünf Jahren mit seinem Partner in Kesten lebt. Und am liebsten die Rebsorte Bacchus trinkt.

dpa/RND

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