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Vier Tote in Hochwassergebiet in Bayern gefunden

Katastrophenalarm nach Dauerregen Vier Tote in Hochwassergebiet in Bayern gefunden

Nach Dauerregen sind Teile Niederbayerns vom Hochwasser überrascht worden. Flüsse und Bäche wälzten sich als reißende Flutwelle durch die Orte. Zahlreiche Haushalte blieben ohne Strom, Hunderte Schüler saßen fest – mindestens vier Menschen starben.

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Wassermassen wälzen sich durch den niederbayerischen Ort Simbach.

Quelle: Armin Weigel/dpa

Triftern. Das Wasser kam schnell und heftig: Nach stundenlangem Dauerregen ist am Mittwoch im Südosten Bayerns Hochwasser-Katastrophenalarm ausgelöst worden. Flüsse und Bäche traten ungewöhnlich rasant über die Ufer, die Flutwelle riss Autos und Bäume mit sich. Vielerorts stand das Wasser meterhoch in den Straßen. Mit Booten und Hubschraubern wurden Menschen aus ihren Häusern gerettet, 9000 Haushalte waren ohne Strom. Und es soll bis Sonntag regnen.

Viertes Todesopfer gefunden

Am Donnerstagmorgen ist die Zahl der Toten auf fünf gestiegen. Aktuelle Informationen finden Sie in unserer Übersicht.

Am Mittwochabend ist ein viertes Todesopfer gefunden worden. Die Leiche einer Frau wurde bei Julbach an einem Bach entdeckt, wie die Polizei berichtete. Zuvor hatten Taucher drei Tote in einem überschwemmten Haus in Simbach entdeckt.

50 Kinder müssen in ihrer Schule übernachten

in Triftern saßen 250 Kinder in einer Schule fest, weil die Zufahrtswege nicht passierbar waren. 200 von ihnen konnten bereits die Schule verlassen. Dies teilten die örtliche Wasserwacht und die Polizei am Mittwochabend mit. 50 Kinder sitzen weiterhin in der Schule fest, und müssen dort übernachten. Sie werden von 25 Erwachsenen betreut, berichtet der Bayerische Rundfunk. Laut Landratsamt ermöglicht es die aktuelle Lage nicht, die Kinder aus dem Schulgebäude abzuholen. Die Betreuer sorgen für Verpflegung und Schlafgelegenheiten.

Auch in Simbach war ein Schulzentrum abgeschnitten, etwa 350 Schüler saßen dort fest. Sie alle sind mittlerweile in Sicherheit gebracht worden.

Das Wasser kam schnell: Im Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern wurden Gemeinden vom Hochwasser überrascht. Hubschrauber mussten Menschen von Häuserdächern retten. Kinder wurden in Schulen und Kindergärten eingeschlossen, tausende Haushalte waren ohne Strom – mindestens vier Menschen starben.

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Mehrere Landkreise lösten den Katastrophenalarm aus.

Die "Passauer Neue Presse" veröffentlichte auf Youtube ein Video aus Tann im Landkreis Rottal-Inn.

Siebtklässler retten sich bei Ausflug auf Insel

Glück im Unglück hatte eine Schulklasse aus Augsburg, die mit zwei Lehrern und einem Begleiter unterwegs war. Die Siebtklässler waren während einer Bootstour auf dem Schwarzen Regen in Niederbayern vom Unwetter überrascht worden. Bei Dauerregen und heftiger Strömung wurden ihre Kähne auseinandergetrieben. Ein Teil der Gruppe gelangte ans Ufer, die anderen retteten sich auf eine Insel. Die Wasserwacht brachte die verstörten Schüler in Sicherheit, ein Mädchen erlitt einen Schock, ein anderes eine Unterkühlung.

Polizisten von Grenzübergängen abgezogen

Neben zahlreichen Feuerwehren eilte auch die Wasserwacht ins Katastrophengebiet. "Alles, was wir verfügbar haben, ist im Einsatz", hieß es vom Polizeipräsidium Niederbayern. Polizisten seien von Grenzübergängen abgezogen worden. Auch auf österreichischer Seite herrsche Alarmbereitschaft. Die Vorsorge ist nicht unbegründet: Mit Sorge beobachteten viele Gemeinden die Pegelstände im Einzugsgebiet des Inns. In Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) sagte unterdessen Unterstützung zu: Der Freistaat werde bei der Regulierung der Schäden "schnell und unbürokratisch helfen", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

"Mit dieser Wucht hat wohl niemand gerechnet"

Auch wenn es zuvor eine Unwetterwarnung gegeben hatte, war das Ausmaß des Hochwassers in Niederbayern doch überraschend: "Mit dieser Wucht hat wohl niemand gerechnet", sagte ein Sprecher des Landratsamtes in Pfarrkirchen. So sah es auch Emil Bumberger von der Polizei in Pfarrkirchen: "Es herrscht Land unter. Die Wassermassen kamen sehr schnell." In vielen Gemeinden war die Lage dramatisch. In Simbach am Inn wälzte sich ein reißende, schlammig-braune Flutwelle durch den Ort. Eine Asylbewerberunterkunft in einer ehemaligen Turnhalle wurde geräumt. Rettungskräfte berichteten, dass Lastwagenfahrer auf der Bundesstraße 12 auf die Dächer ihrer Fahrzeuge geklettert waren, weil sie Angst hatten, von den Fluten davon geschwemmt zu werden.

Das Landratsamt Rottal-Inn rechnete mit Schäden im zweistelligen Millionenbereich. In Bayern ist es das zweite schlimme Hochwasser binnen weniger Tage. Erst rund 72 Stunden zuvor hatten Überschwemmungen in Mittelfranken im Großraum Ansbach große Schäden angerichtet. Die Aufräumarbeiten dort dauern immer noch an.

dpa/RND/wer

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