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Loveparade: Rückschlag für Feuerwehrmann

Mann fordert Entschädigung Loveparade: Rückschlag für Feuerwehrmann

Feuerwehrmänner erleben im Einsatz schlimme Dinge. Einer von ihnen ist Ralf S.: Seit seinem Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe kämpft er nach eigenen Worten mit den psychischen Folgen – und er will finanzielle Entschädigung. Aber das Duisburger Landgericht sieht dafür keinen Anspruch.

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Feuerwehrmann Ralf S. wurde bei der Loveparade eingesetzt, im ersten Zivilverfahren zu der Tragödie will er 90.000 Euro Schmerzensgeld vom Land und vom Veranstalter einklagen.

Quelle: Federico Gambarini/dpa

Duisburg. Für seinen Einsatz bei der Loveparade-Katastrophe vor mehr als fünf Jahren kann ein Feuerwehrmann nach Einschätzung des Duisburger Landgerichts keine Entschädigung beanspruchen. Der Richter Stefan Ulrich erklärte in dem Zivilverfahren am Dienstag, dass Schadenersatz in aller Regel nur Menschen zustehe, die von einem Unglück unmittelbar betroffen seien.

Dies sei bei dem 53 Jahre alten Feuerwehrmann nicht der Fall. Zudem gehe es "um ein typisches Berufsrisiko". Im ersten Prozess zu der Tragödie mit 21 Toten will der Feuerwehrmann 90.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld vom Land und vom Veranstalter erstreiten. Das Gericht verkündet seine Entscheidung am 5. Oktober.

Nach eigenen Worten erlitt der Helfer eine posttraumatische Belastungsstörung, als er zum Unglücksort geschickt wurde. Bei dem Technofestival hatte sich an einer Rampe ein tödliches Gedränge gebildet, mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Feuerwehrmann gibt sich kämpferisch

"Ein Beobachter hat keinen Schadenersatzanspruch, auch wenn er selber schwer erkrankt", erklärte der Richter. Etwas Schlimmes zu sehen, etwa einen Unfall auf der Autobahn, gehöre zum "allgemeinen Lebensrisiko". Es gebe jedoch Ausnahmen, etwa wenn jemand den Tod eines nahen Angehörigen miterleben muss.

Neben dem Antrag des Feuerwehrmannes sind acht weitere Zivilklagen in Sachen Loveparade anhängig. Zwei von zehn Anträgen auf Prozesskostenhilfe hatten die Richter vor kurzem abgelehnt, da sie den Klagen keine Chancen einräumten.

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Tragödie steckt nach wie vor im Zwischenverfahren fest. So steht noch die Entscheidung des Landgerichts aus, ob es die Anklageschrift wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zulässt und es zu einer Hauptverhandlung kommt. Beschuldigt sind insgesamt zehn Mitarbeiter der Stadt und des Veranstalters.

"Wir verhandeln hier nur einen Mini-Ausschnitt. Das ist ja überlagert von einer viel größeren Thematik", sagte Richter Ulrich. Der Feuerwehrmann will weiter versuchen, eine Entschädigung einzuklagen. "Wer so eine Veranstaltung plant, ist für die Sicherheit von allen Menschen zuständig", sagte er.

Der Feuerwehrmann gibt sich kämpferisch. "Wenn wir das finanziell in irgendeiner Form stemmen können, werden wir bis zum Europäischen Gerichtshof gehen", sagt der 53-Jährige kurz nach der Zivilverhandlung im Duisburger Landgericht am Dienstag.

Von Andrea Löbbecke

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