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Ein Museum für „Maggie“?

Streit um Erbe von Margaret Thatcher Ein Museum für „Maggie“?

Die Kinder von Margaret Thatcher wollen jetzt den Nachlass ihrer Mutter versteigern lassen. Anhängern der 2013 verstorbenen verstorbenen britischen Premierministerin passt das aber gar nicht. Sie wollen die Habseligkeiten der "Eisernen Lady" lieber hinter Glas sehen.

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Markenzeichen Regenmantel: Margaret Thatcher ließ es sich 1986 bei ihrem Besuch der britischen Streitkräfte in Fallingbostel nicht nehmen, Panzer zu fahren.

Quelle: Christie’s

London. London. „Niemals auffällig, nur angemessen“, so beschrieb Margaret Thatcher einst ihre eigene Kleiderwahl. Die „schlichte“ Garderobe der einstigen „Eisernen Lady“ kommt jetzt unter den Hammer. Am 15. Dezember lassen Sir Mark und Carol Thatcher, die Kinder der früheren Premierministerin, das Erbe ihrer Mutter bei Christie’s versteigern. Bis zu 200 000 Pfund (280 000 Euro) sollen die einzelnen Teile einbringen. Den Erlös wollen sich die Thatcher-Erben teilen.

Allerdings kocht der Zorn der immer noch loyalen Anhänger der „Eisernen Lady“ hoch, dass der Nachlass in die Versteigerung und eben nicht in die Vitrine kommt. Grund ist die Absage des Londoner Victoria and Albert Museum, das sich nicht dazu durchringen konnte, die Sammlung Thatchers aufzunehmen. Das sonst für Mode und Design zuständige Haus argumentierte, man habe sich vielmehr auf handwerkliche Kunst sowie auf ästhetische und modisch bahnbrechende Objekte spezialisiert. Die Thatcher-Garderobe sei - bei allem Respekt vor den „Dokumenten der politischen Geschichte“ des Königreichs - hier fehl am Platz.

Dabei entwickelte Thatcher im Laufe der Zeit ihre ganz eigene modische Ästhetik. Power-Dressing, Schulterpolster, Schleifen, Pussybow-Blusen und mächtige Perlenketten waren „Maggies“ Markenzeichen.

Seit Bekanntwerden der Absage ist das Museum unter Beschuss. Um Ästhetik gehe es nicht, murren konservative Kritiker, sondern darum, dass das Victoria and Albert Museum Margaret Thatcher wohl noch immer nachtrage, dass sie dem Museum einst in finanziellen Notzeiten die staatliche Hilfe verweigerte.

Womöglich bekommt „Maggie“ am Ende nun sogar ihr ganz eigenes Museum. Denn: Weil das zu 60 Prozent vom britischen Steuerzahler finanzierte Victoria and Albert Museum partout nicht für den „Thatcher-Schrein“ einspringen will, haben betuchte Bewunderer der „Eisernen Lady“ eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Mit dem eingenommenen Geld sollen dann bei der Auktion die besten Stücke gekauft und später wieder unter einem Dach versammelt werden.

Von Peter Nonnenmacher

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