Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Schneeschauer

Navigation:
Kindermorde lösen Proteste in Pakistan aus

Tausende auf den Straßen Kindermorde lösen Proteste in Pakistan aus

Nach den brutalen Morden an mindestens zwei Kindern sind in Pakistan Tausende Menschen auf die Straßen gegangen und forderten Gerechtigkeit für die Opfer. Weil es in der Stadt Kasur bereits ein Dutzend ähnliche Fälle gab, geht die Polizei von einem Serientäter aus.

Voriger Artikel
Queen feuert ihren Büstenhalter-Hoflieferant
Nächster Artikel
Messerangreifer von Hamburg gesteht

Pakistanische Studenten zünden Kerzen für die ermordete Zainab an.

Quelle: AP

Islamabad. Die Vergewaltigung und Ermordung eines achtjährigen Mädchens hat in Pakistan eine Protestwelle gegen die Regierung ausgelöst. Wie am Tag zuvor, kam es auch am Donnerstag zu gewaltsamen Demonstrationen in der Stadt Kasur nahe der indischen Grenze, wie pakistanische Medien berichteten. Hunderte wütende Demonstranten plünderten ein Krankenhaus und die Privatresidenz eines lokalen Abgeordneten. Zudem versuchten sie, die Büros der lokalen Verwaltung und mehrere Polizeiwachen zu stürmen. Am Mittwoch waren bei den Protesten zwei Demonstranten getötet worden. Aktivisten, Studenten, Schüler und Anwälte forderten Gerechtigkeit.

Die Eltern des ermordeten Mädchens werfen der Polizei Untätigkeit vor. Nach dem Verschwinden ihrer Tochter sei nichts unternommen worden. Ein Unbekannter hatte die Achtjährige am 4. Januar auf dem Weg zur Schule verschleppt.

Der Zorn der Demonstranten erhielt neue Nahrung, nachdem am Donnerstag in Kasur die Leiche eines vor drei Tagen verschwundenen Sechstklässlers in einem Feld gefunden worden war. Am Dienstag war der Junge tot in einem Müllhaufen entdeckt worden. Das Kind sei ebenfalls mehrfach vergewaltigt und danach erwürgt worden, wie die Zeitung „Dawn“ am Donnerstag nach der Obduktion berichtete.

Zwölf ähnliche Morde in zwei Jahren

Die Bewohner von Kasur werfen den Behörden vor, nicht ernsthaft ermittelt zu haben, obwohl es in den vergangenen zwei Jahren zwölf ähnliche Morde gegeben habe. Sie glauben, dass das Mädchen Opfer eines Serienmörders wurde, der weiter auf freiem Fuß ist. Der Mord hat in ganz Pakistan für Empörung und Entsetzen gesorgt. Die Armeeführung versprach den Eltern Unterstützung.

Pakistans Oberster Richter, Saqib Nisar, ordnete eine eigene Ermittlung an. Der Regierungschef der Punjab-Provinz, Shehbaz Sharif, besuchte die Familie des Mädchens am Donnerstag und setzte ein Kopfgeld von 10 Millionen pakistanischen Rupien (rund 75.000 Euro) auf den Mörder aus.

Oppositionspolitiker Imran Khan kündigte eine Protestaktion gegen die Regierung für den 18. Januar in der Hauptstadt Islamabad an. Auch andere Politiker, wie der in Kanada beheimatete TV-Prediger Tahirul Qadri, wollen in Islamabad gegen die Regierung protestieren.

Die Stadt Kasur stand 2015 schon einmal in den internationalen Schlagzeilen, nachdem ein Kinderpornoring dort zahlreiche Kinder missbraucht und Videos davon nach Europa verkauft hatte.

Von epd/dpa/RND

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Polarlichter, auch bekannt als Nordlichter (Aurora borealis), lassen am Gullfoss-Wasserfall auf Island den Nachthimmel in grünem Licht erstrahlen.
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.