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"Kinderzimmer-Dealer" steht vor Gericht

Leipzig "Kinderzimmer-Dealer" steht vor Gericht

Ein 20-jähriger Leipziger soll mit fast einer Tonne Drogen gehandelt haben - von seinem Kinderzimmer aus. Der junge Mann soll über 1000 Käufer gehabt und rund 4 Millionen Euro eingenommen haben. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

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Quelle: dpa

Außer Heroin gab es bei ihm Drogen aller Art sowie verschreibungspflichtige Medikamente. So ist es in der Anklage zu lesen. Von Dienstag an muss sich ein 20-jähriger Leipziger deshalb nun vor Gericht verantworten. Seine Deals soll er von seinem Kinderzimmer in der Wohnung der Eltern per Internet abgewickelt haben, die Ware erreichte seine Kunden per Post. Die Ermittler werfen ihm vor, von Dezember 2013 bis Februar 2015 mit insgesamt 914 Kilogramm Drogen und tausenden Tabletten gehandelt zu haben.

Zunächst hatte der junge Mann, so die Anklage, seine Ware im abgeschotteten Darknet angepriesen, einem nur über Anonymisierungs-Dienste erreichbaren Bereich des Internets, der auch von Kriminellen genutzt wird. Später hätten seine Kunden auf der frei im Internet zugänglichen Plattform "Shiny Flakes" ihre Bestellungen abgeben können, hieß es. Medienberichten zufolge sollen dort 13 000 Bestellungen eingegangen sein. Es gab Ecstasy, LSD oder Kokain.

Bis zu seiner Festnahme soll der "Kinderzimmer-Dealer" rund vier Millionen Euro aus den Verkäufen erlöst haben. Bezahlt wurde den Erkenntnissen zufolge mit dem Internetgeld Bitcoin. Die Lieferung erfolgte demnach weltweit als Einschreiben oder an Paketstationen. Die Drogen stammten laut Polizei unter anderem aus den Niederlanden. "Wir gehen von mehreren tausend Kunden aus", sagte ein Fahnder. Der Angeklagte hat sich noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Mit dem Fall wird sich eine Jugendkammer des Landgerichts beschäftigen. Die Richter werden darüber zu befinden haben, ob für den jungen Mann noch das Jugendstrafrecht gelten soll. Dann läge die Strafe bei mindestens sechs Monaten und höchstens zehn Jahren. Wird er jedoch als Erwachsener behandelt, könnten zwei bis fünfzehn Jahre fällig werden.

dpa

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