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Kirchentag weckt „neue Lust auf Theologie“

Christenfest Kirchentag weckt „neue Lust auf Theologie“

Mit einem gigantischen Freiluftgottesdienst an der Elbe ist der Evangelische Kirchentag in Dresden zu Ende gegangen. Das fröhliche Christenfest beeindruckte auch glaubensferne Zaungäste - die Kirche hofft auf Zuwachs.

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Der Evangelische Kirchentag in Dresden ist mit einem Freiluftgottesdienst zu Ende gegangen.

Quelle: dpa

Ein kräftiger Impuls für den Glauben: Der Evangelische Kirchentag in Dresden hat aus Sicht der Organisatoren nicht nur überraschend viele Christen, sondern auch kirchenferne Menschen angesprochen. Am Sonntag fand das Laientreffen mit dem größten Gottesdienst in der Geschichte der sächsischen Landeshauptstadt seinen Abschluss. 120 000 Menschen strömten zu dem Open-Air-Gottesdienst an beide Ufer der Elbe.

„Der Kirchentag hat gezeigt: Es gibt eine neue Lust auf Theologie“, bilanzierte die Präsidentin des Treffens, Katrin Göring-Eckardt, am Wochenende. Auch so mancher Zaungast und Skeptiker sei in den Bann des bunten Christenfests gezogen worden. Das größte protestantische Laientreffen gab sich mit vielen Veranstaltungen zu gesellschaftlichen Fragen aber auch politisch.

„Wir Christenmenschen lassen uns nicht einreden, wir müssten entweder noch politischer oder aber noch frommer werden“, sagte Göring-Eckardt beim Abschlussgottesdienst. „Wir sind beides und haben vor, es zu bleiben.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wandte sich bei ihrem Besuch am Samstag entschieden gegen die Diskriminierung von Christen in aller Welt. Es sei nicht akzeptabel, dass Menschen wegen ihres Glaubens benachteiligt und verfolgt würden, sagte sie auf einem Forum. „Da reichen wir als Christen die Hand allen anderen Religionen zu einem Dialog. Aber wir erwarten auch, dass das, was bei uns zu Hause selbstverständlich ist, auch für alle anderen Christen in allen Ländern dieser Welt gilt.“

Die führenden Bischöfe der evangelischen und katholischen Kirche unterstrichen ihren Willen zur Ökumene, sehen dabei aber eher größere Zeithorizonte. „Wir brauchen die Geduld - was wir gemeinsam machen, muss auch theologisch begründet sein“, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch. „Wenn wir warten, bis wir alle Probleme gelöst haben, sind wir im Reich Gottes zusammen“, hielt der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Nikolaus Schneider, entgegen.

„Ich bin erstaunt darüber, wie der Kirchentag in Dresden angekommen ist.“

Gut drei Monate vor dem Papstbesuch in Deutschland forderte die katholische Reformbewegung „Wir sind Kirche“ von Benedikt XVI. ein sichtbares Zeichen in der Ökumene. Der Papst solle konfessionsverschiedenen Ehepaaren die gemeinsame Teilnahme am Abendmahl zugestehen, sagte „Wir sind Kirche“-Sprecher Christian Weisner in Dresden.

Präses Schneider sagte: „Ich bin erstaunt darüber, wie der Kirchentag in Dresden angekommen ist.“ Vom Kirchentag gingen nach seiner Einschätzung wichtige Impulse für die Kirche aus, gerade im Osten Deutschlands. Hier bekennen sich nur ein Viertel der Menschen zu einer christlichen Kirche, im Westen sind es um die 70 Prozent.

Die sächsische Hauptstadt war bis Samstagabend fest im Griff der Besuchermassen. Posaunenchöre gaben spontan Konzerte und ließen so die Sehenswürdigkeiten der Elbestadt „erklingen“: das Zwinger-Gelände, die Brühlsche Terrasse, das Martin-Luther-Denkmal vor der Frauenkirche.

Vor dem stimmungsvollen Abschluss am Sonntag läuteten die Kirchenglocken in der ganzen Stadt. Gestaltet wurde der Open-Air-Gottesdienst unter anderem von 6000 Bläsern, einer Band sowie mehreren Chören. Am Ende umarmten sich viele Menschen oder schwenkten die grünen Kirchentagsschals, von denen mehr als 80.000 verkauft wurden.

Zu dem fünftägigen Kirchentag unter dem Motto “... und da wird dein Herz sein“ waren fast 120.000 Dauerteilnehmer in die sächsische Hauptstadt geströmt. Kirchentagspräsidentin Göring-Eckart bezeichnete das Treffen als „unvergleichlichen Umschlagplatz für neue Ideen, geistliche Angebote und Handlungsalternativen“. „Wenn etwas davon auch in den Alltag der Gemeinde übergeht, muss uns um die Zukunft von Glauben und Kirche nicht bange sein.“

Im Mai kommenden Jahres findet der Katholikentag in Mannheim statt. Die protestantischen Laien treffen sich 2013 wieder in Hamburg.

dpa

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