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Klimaanlagen der Bahn sind nur bis 32 Grad ausgelegt

Fernzüge Klimaanlagen der Bahn sind nur bis 32 Grad ausgelegt

Klimaanlagen in Fernzügen der Deutschen Bahn sind nur auf Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt. Bei höheren Temperaturen ist, wie sich aus einem Schreiben des Eisenbahnbundesamtes ergibt, „ein Abkühlen grundsätzlich nicht mehr gewährleistet“.

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Die Klimaanlagen in Fernzügen sind nur auf Temperaturen bis 32 Grad Celsius ausgelegt.

Quelle: dpa

Die Bahn hatte, nachdem etliche Züge überhitzt waren und von Sanitätern evakuiert werden mussten, zunächst von bedauerlichen Einzelfällen gesprochen. Ein interner Meinungs- und Informationsaustausch zwischen dem Bahnvorstand und der für ihn zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Eisenbahnbundesamt, deutet jedoch auf ein generelles Problem hin.

Der Präsident des Eisenbahnbundesamtes, Gerald Hörster, warnt in einem Schreiben vom 14. Juli, das dieser Zeitung vorliegt, den Vorstand der Bahn vor einer Verletzung seiner gesetzlichen „Sicherheitsverpflichtung“. Wörtlich schreibt Hörster: „Die Vorfälle geben hinreichenden Anlass zu der Annahme, dass nicht gewährleistet werden konnte, dass die Risiken für die Fahrgäste auf ein verantwortbares und rechtlich zulässiges Maß beschränkt geblieben sind.“ Hörster rekapituliert in dem Brief Auskünfte des Bahnvorstands, die er auf eine Anfrage vom 12. Juli bekam. Danach sei ein Abkühlen bei höheren Temperaturen als 32 Grad nicht gewährleistet, und „durch unglückliche Umstände“ habe überdies „die Luftzufuhr versagt“.

„Die Ereignisse werden derzeit von der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle des Bundes untersucht“, schreibt Hörster. „Nach dem Ergebnis dieser Untersuchungen werde ich über das weitere Verfahren entscheiden.“
Unterdessen haben, wie es am Mittwoch aus Bahnkreisen hieß, die Bahn und der Siemens-Konzern als Reaktion auf das Hitze-Chaos in mehreren ICE-Zügen eine „Taskforce“ gegründet.

Für den Zugchef eines ICE, in dem am Sonnabend neun Schüler bei großer Hitze kollabierten, hat die Fahrt juristische Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld leitete ein Ermittlungsverfahren ein. „Der Verdacht lautet auf fahrlässige Körperverletzung und unterlassene Hilfeleistung“, sagte Oberstaatsanwalt Reinhard Baumgart. Es werde derzeit geprüft, ob der Mann den Zug hätte anhalten müssen.

Der Siemens-Konzern, der die Züge gebaut hatte, widersprach dem Vorwurf, mangelhafte Technik ausgeliefert zu haben. Für die Münchener ist die Bahn verantwortlich, weil sie die Wartung vernachlässigt habe – Wartungsverträge mit Siemens aber ablehnte. „Wer ein Auto kauft und zehn Jahre nicht zur Werkstatt bringt, darf sich auch nicht wundern, wenn er irgendwann mit dem Fahrzeug liegen bleibt“, sagte ein Siemens-Sprecher.

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Schweißtreibend: Ein Schaffner lädt am Hauptbahnhof Wasserkartons in einen ICE ein. Noch immer sind in einzelnen Waggons der Schnellzüge defekt.

Am Hauptbahnhof Hannover sind die Fahrgäste nach den Hitzekollapsen verunsichert. Die Deutsche Bahn sperrt einzelne Wagen wegen ausgefallener Klimaanlagen, muss aber immerhin keinen Zug evakuieren.

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  • AW: Es ist Sommer kirsten – 16.07.10 >> Das eine Klimaanlage bei 36° mal nicht die volle Leistung bringt ist wohl völlig normal.<<

    Eine Klimaanlage ist gerade für hohe Temperaturen nötig - bei 20°C Außentemperatur brauchst Du keine!
  • Das Problem ist ein anderes Thomas – 16.07.10 Ich hab auch schon in der indischen Eisenbahn gesessen und bin bei 35 Grad im Schatten in unklimatisierten Waggons fröhlich durch die Lande gefahren. Nur die haben die Fenster komplett offen (nur noch ein Gitter, keine richtige Scheibe) und ggf. Ventilatoren in den Zügen.

    Das Problem bei den ICEs ist nicht, daß der Wagen nicht auf 20 Grad gekühlt wird, sondern daß sich bei Ausfall von Lüftung und Klimatisierung ein zusätzlicher Hitzestau bildet, der die Temperaturen gegenüber der Außentemperatur um weitere (angeblich) 15 Grad ansteigen läßt. Und das in Verbindung mit fehlender Lüftung ist dann wirklich ein Problem
  • Bewusst mit defekter Klima gefahren Bahnfahrer – 16.07.10 Ich fahre häufig mit denselben ICEs (selber Wochentag, selbe Uhrzeit) Kam auch schon vor, dass mal ein Wagen mit defekter Klima dabei war. Nur wenn eine Woche später derselbe Wagen immer noch (wieder?) mit defekter Klima fährt, heisst das, dass die Anlagen nicht unerwegs ausfallen, sondern bewusst schon mit defekter Klimaanlage losgefahren wird - vermutlich auch mal ne Woche lang, bis sie repariert wird.
  • Es ist Sommer JS – 15.07.10 Jetzt ist der langersehnte Sommer endlich da und diesmal gibt es auch mal ein paar extreme Hitzetage. Das eine Klimaanlage bei 36° mal nicht die volle Leistung bringt ist wohl völlig normal.
    Hier wird ja gerade so getan, als ob jeder zu Hause auch eine Klimaanlage hat und auch jede Dachgeschosswohnung 20° im Schlafzimmer aufweist.
    Der nächste Winter kommt bestimmt.
    Also mal locker bleiben.
  • Hitzefrei ! the cooler – 15.07.10 Wenn die Züge es nicht bringen, dürfen die nicht fahren. Wo kämen wir hin, wenn jeder irgendwelche Grenzwerte nicht beachtet...
  • Hitzefrei ! the cooler – 15.07.10 Wenn die Züge es nicht bringen. dürfen die auch nicht fahren. Wo kämen wir da hin, wenn jeder irgendwelche Grenzwerte nicht beachtet.
  • Der Zugchef... Cola-Matze – 15.07.10 Wer öfters mit der Bahn fährt, weiß eigentlich, dass die Klimaanlagen rechthäufig ausfallen. Es trifft allerdings nur selten den kompletten Zug, sondern nur einzelne Wagen.
    Das Zugpersonal ist hilflos, weil es keine oder nur kaum manuelle Einstellmöglichkeiten gibt.
    Verwundert bin ich allerdings, dass man nicht auch die Schuld ein wenig bei den Fahrgästen sucht.
    Schließlich kann man an jeder Haltestelle aussteigen und mit der Kulanz der Bahn rechnen.
    Man sollte meiner Meinung nach das Personal weitgehend aus der Schusslinie nehmen - die leiden auch bei den Temperaturen im Zug und sind meistens dabei den Fahrgästen freie Getränke zur Verfügung zu stellen - wofür sie nicht selten auch noch einen Tritt bekommen
  • Regeln der Technik Dipl.-Ing. Kuder – 15.07.10 In der gesamten Literatur DIN/VDI etc. ist 32°C die Auslegungstemperatur für Klimaanlagen, dass bedeutet nicht das diese Anlagen oberhalb 32°C ausfallen dürfen, sie stellen nur nicht mehr genug Leistung zur Verfügung. Liegt dann auch noch eine unzureichende oder fehlerhafte Wartung vor kann es zu solchen Problemen kommen. Ein Arbeitsplatz darf nicht dauerhaft wärmer als 26°C sein, wobei dauerhaft als an "mehreren, hintereinanderfolgenden Tagen über mehrere Stunden" definiert ist. Bei Innenraumtemperaturen über 35°C hätte der Zug aber früher gestoppt werden müssen.
  • Bundesbahn Autofahrer – 15.07.10 Komisch...man erfährt nichts über die Temperaturen in den Räumen, wo die Manager sitzen. Bessere Klimaanlagen?
  • Arbeitsplatzsicherheit VB – 15.07.10 Temperaturen über 30°C am Arbeitsplatz???
  • Körperverletzung JS – 15.07.10 Die Bahn weiss bescheid und setzt diese Züge trotzdem ein. In meinen Augen vorsätzliche Körperverletzung.
    Aber, wayne interessiert's? Die Millionen müssen ja wo her kommen
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