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Kölner Weihbischof Woelki wird Erzbischof von Berlin

Oberhirte für 400.000 Katholiken Kölner Weihbischof Woelki wird Erzbischof von Berlin

Der Papst hat gesprochen: Der Kölner Rainer Maria Woelki wird Erzbischof in Berlin. Ob der Vertraute des Kölner Kardinals Meisner zum Laien- und Priesterbund Opus Dei gehört, ist offen.

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Wird neuer Erzbischof von Berlin: Weihbischof Rainer Maria Woelki.

Quelle: dpa

Rom/Berlin. Überraschung in Berlin: Der Kölner Weihbischof Rainer Maria Woelki, ein enger Vertrauter des konservativen Kölner Kardinals Joachim Meisner, wird katholischer Erzbischof in der Hauptstadt. Der 54-Jährige wird damit Nachfolger von Kardinal Georg Sterzinsky, der am Donnerstag gestorben war. Papst Benedikt XVI. ernannte Woelki auf Vorschlag des Berliner Domkapitels zum Oberhirten für rund 400.000 Katholiken in Berlin sowie Teilen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, wie der Vatikan und das Erzbistum Berlin am Samstag verkündeten.

Woelki promovierte an der römischen Universität Santa Croce, die von der Priester- und Laienorganisation Opus Dei geleitet wird. Ob es eine Nähe von Woelki zum umstrittenen, streng katholischen Bund gibt, ließ der Berliner Bistumsverwalter, Weihbischof Matthias Heinrich, offen. „Nicht jeder, der an der Jesuiten-Universität studiert hat, ist auch Jesuit“, ergänzte Bistumssprecher Stefan Förner.

Der künftige Erzbischof will sich erst an diesem Dienstag in Berlin öffentlich äußern. Woelki soll noch vor dem Papstbesuch in Berlin am 22. September sein Amt antreten.

Eigentlich habe Woelki ein ganz normaler Pastor werden wollen, sagte der Berliner Dompropst Stefan Dybowski bei der Bekanntgabe des Namens in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin. Trotz seiner Ämter, unter anderem in der Deutschen Bischofskonferenz, sei er ein normaler Pastor geblieben. „Wir freuen uns besonders, einen erfahrenen Seelsorger als Hirten an der Spitze unseres Erzbistums zu wissen“, sagte Dybowski.

Wochenlang war über mögliche Kandidaten spekuliert worden - der Name Woelki war nicht dabei. Genannt wurden unter anderem der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick, der Essener Oberhirte und katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck, der konservative Regensburger Bischof Gerhard Müller, der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst sowie der Berliner Matthias Heinrich.

Wowereit und Zollitsch begrüßen Woelkis Wahl

Welche Rolle der Kölner Erzbischof und Kardinal Meisner bei der Ernennung spielte, ist ebenfalls offen; das Wahlverfahren ist geheim. Meisner war 1980 bis 1989 Erzbischof in Berlin.

Wahl und Ernennung des Erzbischofs von Berlin sind durch das Preußische Konkordat von 1929 geregelt. Demnach stellt das Berliner Domkapitel eine Kandidatenliste auf, die dem Vatikan vorgelegt wird. Der Heilige Stuhl wählt drei Namen aus. Daraus bestimmt das Domkapitel einen Bewerber. Nach der Entscheidung der sieben Geistlichen wird der Name dem Regierendern Bürgermeister zur Bestätigung vorgelegt. Gibt es keinen politischen Einwand, kann der Papst den Erzbischof ernennen.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, begrüßten Woelkis Wahl. Er bringe eine „reiche pastorale Erfahrung“ mit, sagte Zollitsch. Als „Hauptstadtbischof“ werde es eine besondere Herausforderung sein, den Glauben in einem säkularisierten Umfeld zu vermitteln.

Woelki wurde am 18. August 1956 in Köln geboren. Von 1978 bis 1983 studierte er in Bonn und Freiburg Philosophie und Theologie. 1985 wurde er zum Priester geweiht. Von 1990 bis 1997 war er Kaplan und Sekretär vom Kölner Erzbischof Meisner. 2003 wurde er zum Weihbischof ernannt. Er ist unter anderem für Düsseldorf, Wuppertal und den Oberbergischen Kreis mit rund 850.000 Katholiken zuständig.

dpa

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