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Kran erschlägt betende Muslime

Unglück in Mekka Kran erschlägt betende Muslime

Mitten in den Vorbereitungen für die jährliche islamische Wallfahrt führt ein plötzliches Unwetter zur Katastrophe: Ein Kran stürzt in die Große Moschee von Mekka – mehr als 85 Menschen sterben.

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Ein Kran ist am Freitag auf die Große Moschee in Mekka gestürzt.

Quelle: dpa/EPA/STRINGER

Mekka. Die Stadt Mekka, die heiligste Stätte des Islam, ist am Freitagabend von einer blutigen Tragödie erschüttert worden. Während eines Sturms und starken Regens stürzte ein riesiger Baukran auf die Große Moschee der Stadt. Nach Angaben des saudi-arabischen Zivilschutzes wurden mindestens 87 Menschen getötet und mehr als 180 zum Teil schwer verletzt.

Mitten in den Vorbereitungen für die jährliche islamische Wallfahrt führt ein plötzliches Unwetter zur Katastrophe: Ein Kran stürzt in die Große Moschee von Mekka – mehr als 85 Menschen sterben.

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Die Große Moschee, auch Al-Masdschid-al-Haram-Moschee, also "Heiliger Anbetungsplatz" genannt, ist die wichtigste Gebetsstätte der Moslems. Das Unglück ereignete sich zur Zeit des traditionellen Freitagsgebets zum Sonnenuntergang; die Moschee war also wie immer um diese Zeit außergewöhnlich gut besucht. Daher gab es auch so viele Opfer.

Schwere Stürme

Zunächst waren nur wenige Einzelheiten zu dem Vorfall bekannt. Arabischen Medienberichten zufolge, die am Freitag aber noch nicht bestätigt wurden, stürzte der Kran um, weil ein Blitz eingeschlagen war, und verwüstete das dritte Stockwerk der Moschee. Der Kran war offenbar zusammengebrochen oder eingeknickt. In den vergangenen Tagen hatte es im Nahen Osten immer wieder schwere Stürme gegeben.

Derzeit ist ein riesiges Bauprojekt in Mekka im Gange, um den Bereich der Großen Moschee um 400.000 Quadratmeter zu erweitern. Dadurch sollen gleichzeitig bis zu 2,2 Millionen Menschen dort Platz finden. Um die Moschee herum stehen deshalb eine Reihe von Baukränen.

Kurz vorm Gottesdienst

Auf Fotos, die im Internet kursierten, waren der umgestürzte Kran und blutige Körper zu sehen, die an der Unglücksstelle am Boden lagen. Die Katastrophenhelfer hatten zunächst von 52 Todesopfern gesprochen, wenig später aber bereits die Zahl 65 genannt. Gegen 20 Uhr war schon von mehr als 70 Toten die Rede.

Zahllose Rettungswagen waren Minuten nach dem Unglück zur Stelle. Die saudischen Behörden riegelten die Unglücksstelle sofort ab. Berichte und Fotos aus der Moschee konnten fast nur über die Smartphones von  Gläubigen abgesetzt werden, die die Katastrophe im Gebäude überlebt hatten.

Hunderttausende Pilger

Nach Angaben des arabischen Nachrichtensenders Al-Djazeera erklärte der Imam der Moschee, dass der Kran um 17.45 Uhr Ortszeit umgestürzt sei. Der Gottesdienst sollte um 18.30 Uhr beginnen; die Moschee sei daher bereits mit vielen Gläubigen gefüllt gewesen.

In Mekka beginnt in rund zehn Tagen die Hadsch, die weltweit größte muslimische Pilgerfahrt, zu der jedes Jahr Hunderttausende Gläubige anreisen. Nach Angaben der amtlichen saudiarabischen Nachrichtenagentur SPA haben sich bis Freitag bereits 800.000 Pilger im Königreich eingefunden.

Bilder von Augenzeugen

Jeder gläubige Muslime sollte einmal im Leben an der Hadsch teilnehmen, wenn er die Mittel dazu hat. Die Pilgerfahrt nach Mekka ist die größte Versammlung der Muslime in der Welt. Im vergangenen Jahr waren mehr als 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, um das Großereignis zu bewachen.

Die große Moschee in Mekka war schon einmal Schauplatz einer tödlichen Tragödie. Im Jahr 1979 stürmten etwa 500 radikale Islamisten während der Hadsch das Gotteshaus und richteten ein Blutbad an.

Augenzeugen verbreiteten über Twitter Bilder von der Unglücksstelle.

 

Alexander Dahl/dpa/afp

Mekka – die heilige Stadt des Islams

Mekka in Saudi-Arabien ist die heiligste Stadt des Islams. Hier wurde der Prophet Mohammed 570 n. Chr. geboren. Ihr Gebet richten Muslime auf aller Welt stets in Richtung der Stadt. In ihrem Zentrum steht die Heilige Moschee, die die Kaaba beherbergt, das bedeutendste Heiligtum des Islams. Jedes Jahr reisen Millionen Pilger nach Mekka, um in der Heiligen Moschee zu beten. Am ehrwürdigsten ist die Wallfahrt im Monat Hadsch rund ums Opferfest. Mekka liegt etwa 70 Kilometer vom Roten Meer entfernt und trägt den Ehrentitel "al-Mukarrama" ("die Ehrwürdige"). Die günstige Lage am Schnittpunkt mehrerer Karawanenstraßen auf der Arabischen Halbinsel machte sie schon früh zu einem bedeutenden Handelsplatz. Traditionell sind die Pilgerströme für die Millionenmetropole eine bedeutende Einnahmequelle. Nicht-Muslime dürfen die Stadt nicht betreten. dpa

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