Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Kristina Schröder ist Mutter geworden

Lotte Marie Kristina Schröder ist Mutter geworden

Lotte Marie ist da: Kristina Schröder hat als erste amtierende Bundesministerin ein Baby bekommen. Jetzt müssen sie und ihr Mann zeigen, wie sich Kind und Karriere unter einen Hut bringen lassen.

Voriger Artikel
Affären und Scheidungen überschatten Familienglück der Grimaldis
Nächster Artikel
Charlene sagt zuerst Ja

Diese Option haben Kristina und Ole Schröder nicht: Abgeordnete, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre haben weder Anspruch auf Elternzeit noch auf Elterngeld.

Quelle: dpa

Berlin. Von einem „Zielkonflikt“ hatte Kristina Schröder einst gesprochen, als sie über die Herausforderungen junger Familien nach der Geburt eines Kindes sprach. Was damit gemeint ist, weiß jetzt auch ihr Mann. Als der Bundestag am Donnerstag über den Atomausstieg abstimmte, fehlte Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, entschuldigt aus dringenden familiären Gründen: Weil seine Frau, Bundesfamilienministerin, just an diesem Tag das erste gemeinsame Kind zur Welt brachte - die kleine Lotte Marie.

„Vater, Mutter und Kind sind gesund und wohlauf“ - das war alles, was sich das Familienministerium dazu entlocken ließ. Keine Fotos, keine Interviews, keine Homestorys, hatte die 33-jährige CDU-Frau schon in der Schwangerschaft immer wieder betont. Nicht einmal einen Tweet gab es, obwohl Schröder sonst kaum eine Gelegenheit zum Twittern auslässt. Einzig ihre Heimatzeitung „Wiesbadener Kurier“ wusste Näheres: Nach deren Informationen wurde das Mädchen am Donnerstagmorgen im Virchow-Klinikum der Berliner Charité geboren.

Schröder ist die erste Bundesministerin überhaupt, die während ihrer Amtszeit Nachwuchs bekommt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat mit ihren sieben Kindern zwar mächtig vorgelegt, ihr Nachwuchs war jedoch schon aus dem Gröbsten raus, als sie ins Bundeskabinett einzog. Außerdem gibt es da auch Ehemann Heiko, der ihr daheim in Niedersachsen oft den Rücken freihält. Kristina und Ole Schröder haben dagegen beide stressige Polit-Jobs mit Reisen und Abendterminen. Jetzt gilt es, Anspruch und Wirklichkeit unter einen Hut zu bringen.

Kristina Schröder will die gesetzliche Mutterschaftszeit ausschöpfen und voraussichtlich bis September zu Hause bleiben. Dann soll es weitergehen. „Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind“, hatte sie im Januar bei Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft der „Bild“-Zeitung gesagt. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das auch mit Unterstützung unserer Familie hinbekommen.“

Minister bekommen kein Elterngeld

Vorgemacht haben das schon andere. Spaniens Verteidigungsministerin Carme Cahcón schritt hochschwanger eine Militärparade ab, Frankreichs damalige Justizministerin Rachida Dati präsentierte ihren Bauch in engem Kleid. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles brachte ihre Tochter Ella im Januar auf die Welt; zwei Monate später saß sie wieder am Schreibtisch im Berliner Willy-Brandt-Haus, ihr Mann ging in Elternzeit.

Diese Option haben Kristina und Ole Schröder nicht: Abgeordnete, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre haben weder Anspruch auf Elternzeit noch auf Elterngeld. Als Ministerin hat Kristina Schröder für die Erweiterung des Elterngeldes, für Krippenausbau und Betreuungsgeld gestritten, jetzt muss sie ihren eigenen Weg finden. Dabei kann sie auf Rückendeckung von ganz oben setzen: Kanzlerin Angela Merkel hatte schon im Januar versichert, sie werde ihre Familienministerin voll unterstützen.

Am Donnerstag gehörte die Kanzlerin denn auch zu den ersten Gratulanten: „Von allen in der Bundesregierung herzlichen Glückwunsch an Kristina und Ole Schröder zur Geburt von Lotte Marie“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Wir freuen uns mit.“ Profaner klang das bei Merkels Parteifreund Christean Wagner, dem CDU-Fraktionschef im hessischen Landtag: „Die Geburt zeigt, dass sie nicht nur als Bundesfamilienministerin erfolgreich ihre Frau steht, sondern auch in der praktisch angewandten Familienpolitik.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Augenblicke: Bilder aus Hannover und der Welt

Klicken Sie sich durch spektakuläre Fotos – ausgewählt von der HAZ-Redaktion.