Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Kristina Schröder ist Mutter geworden
Nachrichten Panorama Kristina Schröder ist Mutter geworden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:40 30.06.2011
Diese Option haben Kristina und Ole Schröder nicht: Abgeordnete, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre haben weder Anspruch auf Elternzeit noch auf Elterngeld. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Von einem „Zielkonflikt“ hatte Kristina Schröder einst gesprochen, als sie über die Herausforderungen junger Familien nach der Geburt eines Kindes sprach. Was damit gemeint ist, weiß jetzt auch ihr Mann. Als der Bundestag am Donnerstag über den Atomausstieg abstimmte, fehlte Ole Schröder, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesinnenministerium, entschuldigt aus dringenden familiären Gründen: Weil seine Frau, Bundesfamilienministerin, just an diesem Tag das erste gemeinsame Kind zur Welt brachte - die kleine Lotte Marie.

„Vater, Mutter und Kind sind gesund und wohlauf“ - das war alles, was sich das Familienministerium dazu entlocken ließ. Keine Fotos, keine Interviews, keine Homestorys, hatte die 33-jährige CDU-Frau schon in der Schwangerschaft immer wieder betont. Nicht einmal einen Tweet gab es, obwohl Schröder sonst kaum eine Gelegenheit zum Twittern auslässt. Einzig ihre Heimatzeitung „Wiesbadener Kurier“ wusste Näheres: Nach deren Informationen wurde das Mädchen am Donnerstagmorgen im Virchow-Klinikum der Berliner Charité geboren.

Schröder ist die erste Bundesministerin überhaupt, die während ihrer Amtszeit Nachwuchs bekommt. Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat mit ihren sieben Kindern zwar mächtig vorgelegt, ihr Nachwuchs war jedoch schon aus dem Gröbsten raus, als sie ins Bundeskabinett einzog. Außerdem gibt es da auch Ehemann Heiko, der ihr daheim in Niedersachsen oft den Rücken freihält. Kristina und Ole Schröder haben dagegen beide stressige Polit-Jobs mit Reisen und Abendterminen. Jetzt gilt es, Anspruch und Wirklichkeit unter einen Hut zu bringen.

Kristina Schröder will die gesetzliche Mutterschaftszeit ausschöpfen und voraussichtlich bis September zu Hause bleiben. Dann soll es weitergehen. „Wir werden dann vor den gleichen Herausforderungen stehen wie viele andere Paare in Deutschland, bei denen beide beruflich sehr gefordert sind“, hatte sie im Januar bei Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft der „Bild“-Zeitung gesagt. „Aber wir sind zuversichtlich, dass wir das auch mit Unterstützung unserer Familie hinbekommen.“

Minister bekommen kein Elterngeld

Vorgemacht haben das schon andere. Spaniens Verteidigungsministerin Carme Cahcón schritt hochschwanger eine Militärparade ab, Frankreichs damalige Justizministerin Rachida Dati präsentierte ihren Bauch in engem Kleid. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles brachte ihre Tochter Ella im Januar auf die Welt; zwei Monate später saß sie wieder am Schreibtisch im Berliner Willy-Brandt-Haus, ihr Mann ging in Elternzeit.

Diese Option haben Kristina und Ole Schröder nicht: Abgeordnete, Minister und Parlamentarische Staatssekretäre haben weder Anspruch auf Elternzeit noch auf Elterngeld. Als Ministerin hat Kristina Schröder für die Erweiterung des Elterngeldes, für Krippenausbau und Betreuungsgeld gestritten, jetzt muss sie ihren eigenen Weg finden. Dabei kann sie auf Rückendeckung von ganz oben setzen: Kanzlerin Angela Merkel hatte schon im Januar versichert, sie werde ihre Familienministerin voll unterstützen.

Am Donnerstag gehörte die Kanzlerin denn auch zu den ersten Gratulanten: „Von allen in der Bundesregierung herzlichen Glückwunsch an Kristina und Ole Schröder zur Geburt von Lotte Marie“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Wir freuen uns mit.“ Profaner klang das bei Merkels Parteifreund Christean Wagner, dem CDU-Fraktionschef im hessischen Landtag: „Die Geburt zeigt, dass sie nicht nur als Bundesfamilienministerin erfolgreich ihre Frau steht, sondern auch in der praktisch angewandten Familienpolitik.“

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Affären und Scheidungen: Die monegassische Fürstenfamilie gab der Presse viel Anlass für Klatschgeschichten. Steht die Hochzeit von Fürst Albert II. nun unter einem besseren Stern?

30.06.2011
Panorama Angst vor Radioaktivität - Buschfeuer bedroht Atomlabor in USA

Die Brände im Bundesstaat New Mexico kommen dem Gelände auf dem auch hochgefährliches Plutonium lagert, gefährlich nahe. Tausende Menschen haben die Flucht vor den Flammen ergriffen.

30.06.2011

Ein Stromschlag stoppt den Liebesakt: Zwei Krähen haben der Bahn auf Rügen schwer zugesetzt. Die beiden Vögel lösten beim Turteln einen Kurzschluss aus, in dessen Folge eine Oberleitung riß. Das hitzige Krähenpaar musste sterben.

29.06.2011
Anzeige