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Panorama Kühe greifen immer öfter Menschen an
Nachrichten Panorama Kühe greifen immer öfter Menschen an
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08:10 08.09.2014
„Eine Alm ist kein Streichelzoo“: In Österreich hat die Landwirtschaftskammer Tirol nach den Kuhattacken einen Flyer zum richtigen Verhalten auf der Alm ausgegeben. Quelle: dpa /Symbilbild
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München

Es war der absurde Höhepunkt einer Reihe von ungewöhnlichen Angriffen: Mitten in München fällt eine entlaufene Kuh eine Joggerin an, nimmt sie auf die Hörner und verletzt sie schwer. Das Tier – ein selten gewordenes Exemplar, dem die Hörner noch nicht weggezüchtet worden sind – ist derat außer sich, dass die Polizei es nur mit Schüssen aufhalten kann. Die Joggerin kommt mit offenen Wunden ins Krankenhaus. So spektakulär dieser Fall auch ist – er ging noch glimpflich aus.

Nur wenige Tage zuvor war ein Bauer im oberbayerischen Pleiskirchen bei Altötting von seinen eigenen Rindern angegriffen und getötet worden. Der 57-Jährige hatte 60 Kühe und einen Bullen, die während der Nacht im Freien waren, am Sonntagmorgen in den Stall treiben wollen. Dabei griffen ihn eines oder mehrere der Tiere an und verletzten ihn so schwer, dass er noch auf der Weide starb.

Der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau wurden im vergangenen Jahr fast 10 200 Unfälle mit Rindern gemeldet. Davon endeten vier tödlich. Meist sind mangelndes Wissen und „Fehler in der Mensch-Tier-Kommunikation“ der Grund für diese Zwischenfälle, wie Tierschutzbund-Sprecher Marius Tünte sagt. „Kühe sind sehr friedliche Tiere, jedoch ist die Arbeit mit ihnen nicht ungefährlich.“

Inzwischen werden Schulungen zum richtigen Umgang mit Herdentieren angeboten. Der Stress sei es nämlich, der aus einer friedlichen Kuh eine aggressive machen kann, sagt Tünte, der auch den Wandel in der Landwirtschaft für Probleme zwischen Mensch und Tier verantwortlich macht. „Die Bestandsgrößen wachsen, und die Landwirte können zu den vielen Tieren kein optimales oder gar kein Vertrauensverhältnis aufbauen“, sagt er. „Statt sich und den Tieren Zeit zu lassen, werden diese durch eine aggressive Körpersprache, Druck und lauter Stimme zu der gewünschten Leistung bewegt. Fühlt sich ein Rind bedrängt und kann nicht ausweichen, kann es schnell zu Verletzungen kommen.“ 

Nicht nur für Landwirte können Rinder gefährlich werden – auch Wanderer auf Almen sollten sich vorsehen. In den vergangenen Wochen machten Attacken von Kühen auf Menschen in Österreich Schlagzeilen. Ende Juli wurde eine deutsche Wanderin im Stubaital bei einem Angriff von Kühen getötet. 20 Kühe und Kälber trampelten die 45-Jährige aus Bad Dürkheim zu Tode. Sie war mit ihrem Hund auf einem Wanderweg unterwegs. Die Kühe wollten ihre Kälber schützen.

Der Bayerische Bauernverband hat Spaziergänger und Wanderer inzwischen zu besonderer Vorsicht aufgerufen und rät, gebührenden Abstand zu Weidetieren zu halten. „Ruhig bleiben, nicht davonlaufen und im absoluten Notfall der Kuh mit einem Stock auf die Nase hauen oder langsam und ruhig aus der Gefahrenzone gehen“ – so lautet die Empfehlung. In Österreich hat die Landwirtschaftskammer Tirol nach den Kuhattacken einen Flyer zum richtigen Verhalten auf der Alm ausgegeben. Der Titel: „Eine Alm ist kein Streichelzoo.“

Von Britta Schultejans

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