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"Es ist unerträglich"

Ausschreitungen vor Dresdner Flüchtlingslager "Es ist unerträglich"

Nach den gewaltsamen Zusammenstößen zwischen 350 Asylbefürwortern und 200 Asylgegnern vor einem neuen Dresdner Flüchtlingslager am Freitag hat sich die Lage beruhigt. Am späten Freitagabend trafen die ersten Flüchtlinge in der Unterkunft ein.

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200 Asylgegner haben am Freitagabend in Dresden teils gewaltsam gegen ein neues Flüchtlingslager demonstriert.

Quelle: Roland Halkasch

Dresden. Ein Sprecher der Dresdner Polizei sagte am Samstagmittag seit den Ausschreitungen am Vorabend habe es keine weiteren Zwischenfälle gegeben. Die Polizei sei vor Ort und behalte die Lage im Blick. Am späten Freitagabend waren die ersten Flüchtlinge in die neu aufgebaute Zeltstadt in Dresden-Friedrichstadt eingezogen. Die rechtsextreme NPD hatte für Freitagabend eine Demonstration angemeldet, die Polizei löste die Versammlung vorzeitig auf. Zuvor war es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Asylbefürwortern und Asylgegnern gekommen. Dabei flogen Feuerwerkskörper und Steine. Es gab nach Polizeiangaben drei Verletzte. Eine junge Frau wurde am Kopf getroffen und musste von Sanitätern behandelt werden. Auf beiden Seiten standen sich mehrere Hundert Menschen gegenüber. Asylbefürworter demonstrierten für Weltoffenheit und Toleranz.

Als am späten Abend die Busse mit den Flüchtlingen eintrafen, riefen sie "Refugees are welcome here". Zuvor hatten sie in Richtung der Rechtsextremen "Nationalismus raus aus den Köpfen" gerufen. Der sächsische CDU-Innenpolitiker Christian Hartmann verurteilte die Angriffe der Asylgegner auf DRK-Helfer, Gegendemonstranten und Polizisten am Samstag scharf. "Es ist unerträglich, wie die NPD und andere rechtsextreme Gruppierungen die gestrige Ankunft von 500 Flüchtlingen aus Syrien missbrauchen, um Hetze und Hass zu verbreiten, dabei auch vor Gewalttaten nicht zurückschrecken", erklärte Hartmann. Der CDU-Innenexperte nannte es traurig, dass syrische Kriegsflüchtlinge und Helfer in Dresden von der Polizei beschützt werden müssten. Das Netzwerk "Dresden für Alle" richtete unterdessen eine Zentrale ein, in der ehrenamtliche Hilfe für die Zeltstadt koordiniert werden soll. Ehrenamtliche Helfer können dort erfahren, wie sie Hilfe leisten können, teilte das Bündnis am Samstag mit. "Wir möchten so gut es geht die Einsatzkräfte vor Ort unterstützen", erklärte Sprecher Eric Hattke. So wurde am Samstag eine Kinderbetreuung in der Zeltstadt eingerichtet, zudem wurde der Bedarf an Sachspenden ermittelt. Gesucht wurden zudem Dolmetscher für Urdu, Hindi, Tigrinisch und Arabisch. In Dresden war am Freitag mit dem Aufbau einer Zeltstadt für bis zu 1.100 Flüchtlinge begonnen worden. Wegen der stark steigenden Asylbewerber-Zahlen hatte Sachsen eine weitere Notunterbringung errichten müssen. Schon den Aufbau durch DRK-Mitarbeiter hatten Asylgegner behindert und die Helfer teilweise angegriffen.

epd

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