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Mann betäubte Frauen mit K.o.-Tropfen

Lange Haftstrafe Mann betäubte Frauen mit K.o.-Tropfen

Bei einem Kneipenfestival kippt ein Mann Frauen heimlich K.o.-Tropfen ins Getränk. Das Darmstädter Schwurgericht schickt ihn deshalb für mehrere Jahre ins Gefängnis. Die Richter gehen von sexuellen Motiven aus.

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Mit K.o.-Tropfen betäubte ein 46-Jähriger seine Opfer. Das Landgericht Darmstadt verurteilte ihn deshalb zu einer langen Gefängnisstrafe.

Quelle: Achim Scheidemann/dpa /Symbolbild

Darmstadt. Wegen sexueller Übergriffe nach Verwendung von K.o.-Tropfen ist ein Mann vom Landgericht Darmstadt zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt worden. Der 46-Jährige hatte seine Opfer bewusstlos zurückgelassen. "Dass dies eine sexuelle Straftat ist, ist unbestritten", sagte der Vorsitzende Richter Volker Wagner bei der Urteilsbegründung am Mittwoch.

Geständnis des Angeklagten

Der Mann habe Schuhkartons mit CDs besessen, auf denen Frauen "betäubt, gefesselt und ausgezogen werden". Diese Fantasie habe er umsetzen wollen. Die Kammer verurteilte den 46-Jährigen wegen besonders schwerer sexuellen Nötigung und schwerer Körperverletzung. Ein versuchter Mord, wie von der Anklage angenommen, sei nicht zweifelsfrei erkennbar.

Der Mann hatte zugegeben, zwei Frauen im Mai 2015 bei einem Kneipenfestival im südhessischen Bensheim eine hohe Dosis der geschmacklosen Droge Liquid Ecstasy ins Bier gegossen zu haben.

Rat des Weißen Rings

Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb neun Jahre Haft gefordert. In beiden Fällen habe eine konkrete Lebensgefahr bestanden. Nach Ansicht der Verteidigung hatte der 46-Jährige dagegen keine Absicht gehabt, die Frauen zu töten. Der Anwalt hatte daher eine "milde Strafe" gefordert. Staatsanwaltschaft und Verteidigung wollen noch überlegen, ob sie das Urteil akzeptieren oder Revision einlegen.

Die Hilfsorganisation Weißer Ring rät Frauen, bei Feiern, in Kneipen und Diskotheken ein Getränk am besten selbst an der Theke zu holen und nie aus den Augen zu lassen. Falls einem Opfer übel wird, müsse sofort ein Rettungswagen alarmiert werden, noch vor der Polizei. "Man weiß nie, wie viele Tropfen der Täter benutzt hat", sagte der Vorsitzende des Weißen Rings in Hessen, Horst Cerny.

dpa

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