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Lehrer setzt Schüler unter Strom – Geldstrafe

Urteil wegen fahrlässiger Körperverletzung Lehrer setzt Schüler unter Strom – Geldstrafe

In Bayern hat ein Berufsschullehrer seinen Schülern Stromkabel in die Hand gedrückt und den Regler hochgedreht. Ein Jugendlicher trug Brandblasen davon. Der Lehrer wurde deshalb am Donnerstag zu einer Geldstrafe verurteilt.

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Das Amtsgericht Kronach in Bayern hat einen Berufsschullehrer zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er einen Schüler unter Strom gesetzt hatte.

Quelle: Uli Deck/dpa/Symbolbild

Kronach. Vor dem Amtsgericht Kronach rechtfertigte der Berufsschullehrer sein Handeln damit, dass die Schüler lernen sollten, was Strom bedeutet. Deshalb hätten die Jugendlichen, die Auszubildende in elektro-technischen Berufen gewesen seien, die Stromkabel in die Hand nehmen sollen. Das habe er 15 Jahre lang so gemacht und es sei immer gut gegangen, erklärte der 62-Jährige in dem Prozess, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag berichtete. Er bestätigte damit Meldungen der "Süddeutschen Zeitung" und der "Bild".

Nur im Oktober 2013 ging es nicht gut: Ein Schüler trug an seinen Händen mehrere Brandblasen davon. Deswegen wurde gegen den Lehrer ermittelt. Die Staatsanwaltschaft warf ihm anschließend vor, seine Schüler als Testpersonen missbraucht zu haben. Der 62-Jährige habe dagegen beteuert, dass er im Oktober 2013 den Strom nur aus Versehen hoch- anstatt heruntergedreht habe, sagte der Sprecher des Amtsgerichts.

Außerdem Volksverhetzung

Der Lehrer wurde deshalb wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt verurteilt – und außerdem noch wegen Volksverhetzung. Denn im Verfahren war herausgekommen, dass der Lehrer einen blonden Schüler als Arier bezeichnet und einem anderen gesagt hatte, dass er wegen seiner tschechischen Abstammung zu einer "minderwertigen Rasse" gehöre.

Das Amtsgericht Kronach verhängte deshalb eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je 83 Euro, also insgesamt 12.450 Euro. Die Staatsanwaltschaft hatte ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung gefordert, die Verteidigung eine niedrigere Geldstrafe, schreibt die "Süddeutsche Zeitung".

wer

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