Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Land zahlt Lehrerin 237.000 Euro zu viel Gehalt

Wegen eines Eingabefehlers Land zahlt Lehrerin 237.000 Euro zu viel Gehalt

In Nordrhein-Westfalen hat eine Lehrerin aus Versehen jahrelang volles Gehalt kassiert, obwohl sie nur Teilzeit arbeitete. Den Fehler machte eine Behörde, und die 65-Jährige will den Irrtum nicht bemerkt haben.

Voriger Artikel
Schweizer Junge offenbar sexuell missbraucht
Nächster Artikel
Vier Verletzte bei Explosion in Frankfurt

Das Land NRW hat einer Teilzeit-Lehrerin irrtümlich jahrelang das volle Gehalt gezahlt. Deshalb steht die Frau jetzt vor Gericht.

Quelle: Caroline Seide/dpa

Düsseldorf. Das Land Nordrhein-Westfalen hat einer Teilzeitlehrerin versehentlich fast sechs Jahre lang Vollzeitbezüge gezahlt. Nun steht die Lehrerin wegen des Behördenfehlers vor Gericht: Sie hätte das Amt auf den Fehler hinweisen müssen, meint der Staatsanwalt. Dazu sei sie als Beamtin verpflichtet. Er hat die Frau wegen Betruges angeklagt.

Das Amtsgericht sah die Sache am Montag milder: Wenn die inzwischen pensionierte Pädagogin die 237.000 Euro zurückzahle, könne die Sache wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. Schließlich sei es nicht ihr Fehler gewesen.

Lehrerin soll das Geld zurückzahlen

Die Frau war 2009 in Altersteilzeit gegangen. Anschließend arbeitete sie nur noch 18 statt 41 Stunden pro Woche. Sie kassierte aber weiterhin volles Gehalt – ohne die Besoldungsstelle darüber zu informieren. Das will sie nicht gemerkt haben.

Um das gemeinsame Konto habe sich ihr Ehemann gekümmert, sagte die Lehrerin aus dem Sauerland unter Tränen aus. Ihrem Mann sei schlicht nicht aufgefallen, dass die Gehaltseingänge trotz Altersteilzeit die gleichen blieben. Erst bei der Pensionierung der Lehrerin war der Behörde der Fehler aufgefallen.

Die 65-Jährige bekam vom Gericht drei Wochen Zeit um zu prüfen, ob sie in der Lage ist, die Summe zurückzuzahlen. Das Landesamt für Besoldung hatte eine monatliche Rate von 800 Euro vorgeschlagen.

Behörde: Fehler lassen sich nicht vermeiden

Der Staatsanwalt ist mit einer Einstellung des Verfahrens nicht einverstanden: Es sei nicht glaubwürdig, dass der Angeklagten der Irrtum jahrelang nicht aufgefallen sein soll. Der Verteidiger hielt dem entgegen, die Berechnung des Landesamtes sei nicht nachvollziehbar gewesen.

Das Landesamt für Besoldung teilte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit, die Ursache sei ein Eingabefehler. Durch das Landesamt würden monatlich unter anderem die Gehälter für 160.000 Lehrer in NRW berechnet und ausgezahlt. Hierbei lasse es sich nicht vermeiden, dass es in Einzelfällen zu Eingabefehlern komme.

dpa/RND/wer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.