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Panorama Luftfahrt-Sicherheit in Russland katastrophal
Nachrichten Panorama Luftfahrt-Sicherheit in Russland katastrophal
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10:16 11.09.2011
Bei einem Flugzeugabsturz in Russland kam fast die gesamte Mannschaft des Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl ums Leben, darunter der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich. Quelle: dpa
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Frankfurt/Main

Das Sicherheitsniveau in der russischen Luftfahrt ist nach Einschätzung der Pilotenvereinigung Cockpit katastrophal. „Noch schlechter ist es nur in Afrika“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg. Mangelnde Ausbildung, veraltete Maschinen und fehlendes Geld für die Wartung seien die Hauptgründe. Bis auf die großen internationalen Flughäfen sei auch die Technik am Boden schlecht. Besonders problematisch seien die kleineren Flughäfen in der Provinz.

Die Fluglotsen seien schlecht ausgebildet, sagte Handwerg, der selbst Pilot ist und russische Flughäfen kennt. „Wenn Sie in die Provinz kommen, kann kaum jemand englisch.“ Für den Inlandsverkehr sei das aber wohl nicht so wichtig, denn da werde russisch gesprochen. Auch Disziplinlosigkeit des Personals komme vor. Gelegentlich seien komplett überladene Maschinen unterwegs.

Problematisch sei zudem eine juristische Besonderheit: „Russische Meteorologen haften für den Wetterbericht persönlich“, berichtete Handwerg. Die Folge sei, dass die Wetterkundler sehr konservativ arbeiteten und ständig gefährliche Wetterlagen mit Sturm und Hagel voraussagten, um auf der sicheren Seite zu sein - „das ist kontraproduktiv, wenn auch gut gemeint“.

Auch der Präsident Dmitri Medwedew hatte am Donnerstag den maroden Zustand der russischen Luftflotte und den schlechten Ausbildungsstand des Personals kritisiert. Am Mittwoch war eine fast 20 Jahre alte Maschine nordöstlich von Moskau abgestürzt. Dabei kam fast die gesamte Mannschaft des Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl ums Leben, darunter der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich.

Falls russische Firmen keine sicheren Flugzeuge bauen könnten, müssten sie diese im Ausland kaufen, sagte Medwedew an der Absturzstelle. Allein in den vergangenen drei Monaten waren in Russland bei drei Flugzeugabstürzen mehr als 60 Menschen gestorben.

„Sicherheit kostet einfach Geld“, sagte Cockpit-Sprecher Handwerg. Es sei zu hoffen, dass die Verantwortlichen in Russland nun etwas unternehmen. Leider geschehe das meist nur, wenn der Druck wachse. „Solange nichts passiert, werden die Mahner nicht ernst genommen.“ Es müsse an allen Stellen gearbeitet werden, um die Sicherheitslage zu verbessern, meinte der Fachmann.

dpa

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