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"Ich gebe die Hoffnung nicht auf"

Schicksal von Flug MH370 "Ich gebe die Hoffnung nicht auf"

Es ist nur ein zwei Meter großes Wrackteil, aber die Erwartungen sind groß, nachdem eine Flügelklappe gefunden worden ist: Wird das Rätsel um Flug MH370 endlich gelöst? Der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt ist optimistisch.

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Mehrere Bewohner der Insel La Réunion hatten das Wrackteil am Mittwoch beim Säubern des Strands von Saint-André an der Ostküste der Insel entdeckt.

Quelle: dpa

Hannover. Bei der Suche nach der verschwundenen Malaysia-Airlines-Maschine gibt es eine neue Spur. Ein Flugzeugteil, das vor Afrikas Ostküste an der Insel La Réunion angeschwemmt wurde, könnte von Flug MH370 stammen. Zwar ist noch unklar, ob es zur vermissten Boeing 777 gehört. Das wollen französische Ermittler in den nächsten Tagen klären. Es könne aber kaum von einem anderen Flugzeug stammen, sagt der Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt im Interview. Gleichzeitig dämpft er die Erwartungen: "Dieses kleine Teil wird uns nicht die ganze Tragödie erzählen."

Der Fund einer Flügelklappe auf der französischen Insel La Réunion könnte zur Lösung des nun schon seit 16 Monaten andauernden Rätsels um Flug MH370 beitragen.

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Herr Großbongardt, wie ist es möglich, dass eine Flügelklappe mehrere tausend Kilometer über das Meer treibt?
Die Steuerflächen der 777 sind aus Kohlefaser gebaut und innen hohl. Wenn sie nicht beschädigt wurden und kein Wasser eindrang, dann schwimmen diese Teile auch.

Hätte man es dann nicht auch früher entdecken können?
Angesichts der Weite des Indischen Ozeans ist dieses Teil winzig, gerade einmal zweieinhalb Meter lang und 40 Zentimeter breit. Hierbei handelt es sich um eine relativ kleine Steuerfläche, die direkt hinter dem Triebwerk an der Flügelhinterkante angebracht ist. Das lässt sich aus der Luft kaum erkennen.

Zur Person

Zur Person: Heinrich Großbongardt berät seit mehr als 25 Jahren Unternehmen der Luftfahrtbranche.

Quelle: Privat/dpa

Wie wahrscheinlich ist es, dass es sich um ein Teil einer anderen Boeing 777 handelt und nicht um den Flug MH370?
Extrem unwahrscheinlich. Schließlich handelt es sich bei diesen Teilen nicht um ein Massenprodukt. Pro Flugzeug werden nur zwei Stück gebaut, über die auch sorgfältig Buch geführt wird. Auf Vorrat werden diese Flügelkappen nicht gebaut. Demnach kann es sich kaum um ein anderes Flugzeug handeln.

Kann man mit dem Fund Rückschlüsse auf die Absturzstelle ziehen?
Die Sattelitendaten können nun nochmals einem Plausibilitätscheck unterzogen werden. Denn diese Daten dienten bislang als Grundlage für die Bestimmung des Bereiches einer möglichen Absturzstelle. Mehr als ein Check ist aber nicht möglich, zumal diese Rückschlüsse weitaus ungenauer sind als die Berechnungen aus den Sattelitendaten.

Glauben Sie, dass MH370 jemals gefunden wird?
Ich gebe die Hoffnung angesichts des riesigen Aufwandes, der betrieben wird, nicht auf. Man will dieses Flugzeug finden und genau wissen, was da passiert ist. Das gilt für Malaysia und auch für Australien. Es wird eine Menge Geld in die Untersuchung gesteckt. Die Chance ist nicht riesig, sie ist aber noch vorhanden.

Gab es jemals eine ähnlich große Suchaktion?
Vergleichbares nicht, nein.

Welche Rückschlüsse lassen sich mit dem Wrackteil auf die Absturzursache ziehen?
Wenige. Die Experten schauen sich die Beschädigungen an, aus denen sich womöglich Rückschlüsse ziehen lassen, welche Kräfte gewirkt haben und aus welcher Richtung sie gekommen sind. Das kann in ein gewisses Szenario passen – oder eben auch nicht. In welchem Winkel ist das Flugzeug aufgeschlagen? Ist das Flugzeug bereits in der Luft auseinander gebrochen? Mehr kann man nicht schließen. Dieses kleine Teil wird uns nicht die ganze Tragödie erzählen.

Interview: Carsten Bergmann

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