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Spohr bleibt Germanwings-Trauerfeier fern

Wegen Streit mit Angehörigen Spohr bleibt Germanwings-Trauerfeier fern

Angehörige der Germanwings-Absturzopfer kommen heute für eine Trauerfeier zum Unglücksort. Lufthansa-Chef Carsten Spohr wird nicht dabei sein. Nachdem ihn Eltern von Opfern attackiert haben, bleibt er der Gedenkveranstaltung fern.

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Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte von Angehörigen der Germanwings-Opfer in den vergangenen Tagen einen bösen Brief erhalten.

Quelle: dpa

Köln. Wegen der "angespannten Atmosphäre", die durch den offenen Brief der Angehörigen entstanden sei, werde Spohr die Gedenkfeier nicht besuchen, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Freitag. Es gehe Spohr darum, "die würdevolle Zeremonie" nicht zu belasten.

Genau vier Monate nach der Germanwings-Katastrophe gedenken an diesem Freitag mehrere Hundert Angehörige in den französischen Alpen der Opfer. Im kleinen Ort Le Vernet in der Nähe der Absturzstelle kommen sie am Nachmittag zu einer religionsübergreifenden Trauerfeier zusammen.

Letzter Abschied

An der Trauerfeier in der nahe der Absturzstelle gelegenen Alpengemeinde Le Vernet würden aber Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann und Lufthansa-Finanzvorstand Simone Menne teilnehmen, sagte der Lufthansa-Sprecher weiter. 

Vier Monate nach dem Absturz der Germanwings-Passagiermaschine in den französischen Alpen wird am Freitagnachmittag mit einer erneuten Trauerfeier der 150 Todesopfer gedacht. Auf dem Friedhof von Le Vernet werden dann in einem Gemeinschaftsgrab die Leichenteile beigesetzt, die keinem der Opfer zugeordnet werden konnten. Erwartet werden rund 310 Opferangehörige.

Scharfe Kritik

Der Airbus der Lufthansa-Tochter Germanwings war am 24. März auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf abgestürzt. Den Ermittlern zufolge ließ der Copilot Andreas Lubitz die Maschine absichtlich abstürzen, offenbar um sich das Leben zu nehmen. Unter den Todesopfern waren 72 Deutsche.

In einem diese Woche veröffentlichten Brief attackierten Angehörige Spohr mit scharfen Worten. Sie kritisierten das Entschädigungsangebot der Fluggesellschaft als zu niedrig und warfen dem Spitzenmanager vor, nicht mit ihnen persönlich gesprochen zu haben.

afp/dpa

Chronologie

Alle 150 Menschen an Bord des Germanwings-Flugs 4U9525 kamen beim Absturz in Frankreich ums Leben. Ein Rückblick:

24. März 2015: Der Airbus der Lufthansa-Tochter zerschellt auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf in den französischen Alpen.

26. März: Die Auswertung des Stimmenrekorders nährt den Verdacht, dass Copilot Andreas Lubitz den Airbus mit Absicht in die Katastrophe steuerte. Demnach war der Pilot aus dem Cockpit ausgesperrt.

27. März: Ermittler berichten von zerrissenen Krankschreibungen des Copiloten, auch für den Absturztag.

30. März: Es wird offiziell mitgeteilt, dass der Copilot vor Jahren als suizidgefährdet eingestuft wurde und in Psychotherapie war.

31. März: Laut Lufthansa wusste ihre Verkehrsfliegerschule während der Ausbildung des Copiloten von einer früheren Depression.

2. April: Einsatzkräfte finden auch die zweite Blackbox, den Flugdatenschreiber. Laut Staatsanwaltschaft Düsseldorf informierte sich Lubitz im Internet über Wege der Selbsttötung und den Schutz von Cockpit-Türen.

3. April: Die Analyse des Flugdatenschreibers ergibt, dass der Copilot den Airbus bewusst in den Sinkflug brachte und dabei beschleunigte.

17. April: Bei einer Trauerfeier mit 1400 Gästen im Kölner Dom gedenken Angehörige und Staatsspitze der Opfer des Absturzes.

6. Mai: Zwischenbericht der französischen Ermittler: Demnach hatten alle Handlungen des Copiloten nur ein Ziel – "das Flugzeug auf den Boden stürzen zu lassen".

8. Juni: Ermittlern zufolge suchte der Copilot in den zwei Jahren vor der Katastrophe Dutzende Ärzte wegen mehrerer Probleme auf.

9. Juni: Eine Sondermaschine mit den sterblichen Überresten von 44 Opfern des Unglücks landet in Düsseldorf.

11. Juni: Der Copilot war laut französischer Staatsanwaltschaft fluguntauglich. Zu diesem Urteil seien mehrere Ärzte gekommen.

18. Juni: Die Staatsanwaltschaft in Marseille leitet ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Es soll auch eine Verantwortung von Germanwings und der Konzernmutter Lufthansa geklärt werden.

18. Juli: Es gibt Streit um das Schmerzensgeld-Angebot der Lufthansa. Die Angehörigen seien zornig über das Verhalten der Airline, teilt Rechtsanwalt Elmar Giemulla mit.

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