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Madonna ramponiert ihr Image

Sorgen um die Diva Madonna ramponiert ihr Image

Verspätete Konzerte, Suff auf der Bühne, Zoff mit dem Sohn: Madonna ramponiert ihr eigenes Image. Erleben wir den Absturz einer Königin – oder ist das alles nur Kalkül?

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"Popstar im Suff" und "Diva am Abgrund": Über Madonnas wird kaum noch gesprochen, stattdessen über ihre peinlichen Auftritte.

Quelle: EPA/JASON SZENES

London. Es war weit nach ein Uhr nachts, als Madonna in Brisbane von der Bühne ging. Die Fans tobten – allerdings nicht vor Begeisterung, sondern vor Wut: Fast drei Stunden hatte die Diva sie warten lassen, bevor sie aufzutreten geruhte. Danach mussten die Besucher zusehen, wie sie nach Hause kamen, Busse und Bahnen fuhren längst nicht mehr.

Seit sechs Monaten ist Madonna auf Tournee. Nordamerika, Mexiko, Europa, Asien, Australien. Satte 80 Konzerte hat die nunmehr 57-Jährige im vergangenen halben Jahr gegeben. Doch über ihre Musik spricht derzeit kaum jemand, ihr dreizehntes Studioalbum "Rebel Heart" findet kaum noch Erwähnung. Ausfälle, Anfeindungen, Allüren – momentan macht die an sich hyperdisziplinierte Queen of Pop vor allem mit Negativschlagzeilen von sich reden.

Die Medien lästern über die Diva

Ihren jüngsten Fauxpas leistete sich Madonna am Wochenende in Melbourne, wo sie auf die Bühne torkelte, einen tiefen Schluck aus einem Flachmann nahm und ins Mikrofon lallte, jemand solle bitte kommen und Sex mit ihr haben. Als sie anschließend noch von einem Dreirad plumpste, war der Skandal perfekt. "Total-Absturz", "Popstar im Suff", "Diva am Abgrund" titelten die Medien, und auch das Netz war sich sicher: Madonna ist dem Untergang geweiht.

Das Drama hatte sich abgezeichnet. Seit Anfang Dezember Söhnchen Rocco dem familiären Nest in New York entfloh, war die Miss Perfect der Popbranche verständlicherweise spürbar neben der Spur. Sie twitterte sich ihre Wut von der Seele, sie schluchzte sich durch ihre Songs, sie postete dem verlorenen Sohn Liebesschwüre hinterher.

Peinliche Details aus ihrem Leben

Plötzlich bekam das mühsam aufgebaute Image der blonden Powerfrau gewaltige Risse. Galt Madonna lange als gnadenlos diszipliniert, hoch spirituell, brutal durchtrainiert und als tolerante Übermutter, wirkte sie auf einmal völlig außer Kontrolle. Wie eine Löwin schmiss sie sich in den Sorgerechtsstreit mit Ex-Ehemann Guy Ritchie. Die Details, die bei diesem Zoff ans Licht kamen, rückten die Frau, die zwei ihrer vier Kinder in Afrika adoptierte, in ein ungutes Licht.

Seine Mutter sei extrem streng und kontrollsüchtig, sie behandele ihre Kinder wie Trophäen, schimpft Rocco. Auf ihrer aktuellen Tour habe sie ihn "wie einen dressierten Tanzbären vorgeführt". Peinliche Bilder von Rocco mit Rattenzöpfen, von der Mutter ins Netz gestellt, brachten das Fass offenbar zum Überlaufen.

Sohn Rocco flieht zum Vater

Bei einem Konzert in London nahm der 15-Jährige Reißaus zum Vater, wo er "bis in die Morgenstunden Gitarre spielen oder Fernsehen" dürfe. Dinge eben, die es im Hause Madonna nicht gibt. Ebenso wenig wie Süßigkeiten, Salz oder Milchprodukte: Die Popdiva ernährt sich und ihre Lieben eisern makrobiotisch.

Was nach dem üblichen Streit zwischen alleinerziehender Mutter und pubertierendem Sohn klingt, beschäftigt inzwischen außer der Weltöffentlichkeit auch Gerichte in New York und eines in London. Nach vielen vergeblichen Versuchen, den "Sonnenschein ihres Lebens" zurückzuholen, lässt Madonna nun Richter im Tauziehen um den Sohn entscheiden.

Ist das alles nur Kalkül?

Daran, dass Rocco ihr gehört, lässt die US-Sängerin keinen Zweifel. Bei ihrem Konzert in Auckland widmete sie ihm kürzlich ein Lied mit den Worten: "Es gibt keine stärkere Liebe als die einer Mutter zu ihrem Sohn. Ich darf nicht zu viel über ihn sprechen, sonst muss ich gleich weinen."

Tränen flossen dennoch. Böse Zungen behaupten aber, die Heulerei um Rocco sei nur Show. Madonna, diese hart arbeitende Unterhaltungsmaschine, mache doch nichts ohne Kalkül, behaupten Kritiker. Das Dementi nach dem vermeintlichen Trunkenheitsauftritt in Melbourne scheint diese Theorie zu bestätigen.

Sie habe nur so getan, als hätte sie sich mit Tequila betrunken, stellte Madonna über Instagram klar. "Zu dumm, dass Leute keine Ahnung von der Kunst der Schauspielerei haben und davon, wie man in eine Rolle schlüpft." Eine betrunkene Dreiradfahrt als Provokation? Der Frau, die sich auf der Bühne schon an ein Kreuz nageln ließ, nimmt man das sogar ab.

Zur Person: Madonna

Dass Madonna Louise Veronica Ciccone vor nunmehr 57 Jahren in Bay City, Michigan, als Tochter italienischer Einwanderer das Licht der Welt erblickte, sieht man ihr selten an – nicht ohne Grund: Wie kein anderer Star kämpft die Queen of Pop gegen das Altern. Angeblich besitzt sie sechs Verjüngungsmaschinen, die Sauerstoff und Vitamine unter die Haut pumpen. Zum weiteren Anti-Aging-Programm gehören Krafttraining, Pilates und Power-Yoga, außerdem achtet Madonna akribisch auf ihre Ernährung. Die Faltenbringer Zigaretten und Alkohol sind für die Diva selbstverständlich tabu.

Nicht nur körperlich, auch seelisch mag Madonna nicht reifen. Die 57-Jährige ist mit 300 Millionen verkauften Tonträgern die kommerziell erfolgreichste Frau der Welt, privat wirkt sie allerdings recht wankelmütig. Wechselnde Ehen und Beziehungen begleiten ihre Karriere. Je älter sie wird, desto jünger werden ihre Liebhaber – mit Vorliebe sind es zwanzigjährige Tänzer aus ihrer Crew. "Like a Virgin": Von diesem Credo kommt die Popikone offenbar nicht los.

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