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Männer zahlen 8300 Euro für tödlichen Videojux

Prozess um "Cold Water Challenge" Männer zahlen 8300 Euro für tödlichen Videojux

Es hätte die größte "Cold Water Challenge" des letzten Sommers werden können: Knapp 2000 Liter sollten aus einer Baggerschaufel auf einen Kegelklub fließen. Doch dann starb ein Mann. Nun wurden Fahrer und Halter des Baggers verurteilt.

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Feuerwehrleute bergen den umgestürzten Radlader auf einem Feld in Isselburg (Nordrhein-Westfalen).

Quelle: Guido Schulmann/dpa

Bocholt. Im Prozess um den tödlichen Unfall bei einer sogenannten "Cold Water Challenge" ist der Besitzer des Baggers wegen fahrlässiger Tötung zur Verantwortung gezogen worden. Der Richter am Amtsgericht Bocholt verurteilte den 51-Jährigen am Freitag zu einer Geldstrafe von 4800 Euro. Gegen den Fahrer hingegen wurde das Verfahren gegen eine Geldauflage eingestellt: Er muss 3500 Euro an die Krzysztof Nowak-Stiftung zahlen, die sich für Menschen einsetzt, die an der Nervenkrankheit ALS leiden.

Ein Kegelclub hatte im Juli 2014 in Isselburg filmen wollen, wie aus dem Teleskoplader Wasser über die Gruppe geschüttet wird. Elf Männer hatten sich an einem Biertisch auf einem abgeernteten Getreidefeld zusammen gefunden, während der Fahrer den Bagger in Stellung brachte. Der 37-Jährige erzählte vor Gericht mit tränenerstickter Stimme, wie er den Unfall aus der Fahrerkabine mit angesehen hatte. Als der Bagger umkippte, erschlug die Schaufel einen Familienvater.

Während seiner Aussage rang der 37-Jährige minutenlang um Fassung. Mit der Frau seines getöteten Kegelbruders sei er immer noch gut befreundet, sagte der 37-Jährige. Die Witwe und auch die verletzten Kegelbrüder hätten ihm nie Vorwürfe gemacht.

Nach Überzeugung des Gerichts wiegt die Schuld des Fahrzeugbesitzers schwerer als die des Fahrer. Der Halter habe gegen seine Sorgfaltspflicht verstoßen, indem er das defekte Gerät verlieh. So hatte an dem Bagger ein Alarmsystem nicht ausgelöst, das vor dem Kippen hätte warnen sollen.

dpa/aks

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