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Mann bei SEK-Einsatz erschossen

Familienstreit in Sachsen-Anhalt Mann bei SEK-Einsatz erschossen

In Sachsen-Anhalt ist ein 31 Jahre alter Mann bei einem Einsatz der Polizei erschossen worden. Ein Spezialeinsatzkommando war wegen eines Familienstreits angerückt. Der Mann, der später erschossen wurde, soll seine Eltern bedroht haben.

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Tödliches Ende eines SEK-Einsatzes: In Sachsen-Anhalt ist ein Mann erschossen worden.

Quelle: Rainer Jensen/dpa

Groß Rosenburg. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, sollte die Polizei am Mittwochabend einen Familienstreit in Groß Rosenburg südlich von Magdeburg schlichten. Dafür seien Spezialkräfte eingesetzt worden – das SEK rückt nur an, wenn es wirklich brenzlig wird, etwa wenn es Hinweise auf gewalttätige Tatverdächtige gibt oder den Besitz von Schusswaffen.

Die Polizisten des SEK rücken nur an, wenn es wirklich brenzlig wird – so wie jetzt in Sachsen-Anhalt: Die Spezialkräfte wurden wegen eines Familienstreits in Groß Rosenburg südlich von Magdeburg gerufen. Ein Mann wurde erschossen.

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Nach Informationen der "Bild"-Zeitung bedrohte ein 31-jähriger Jäger seine Eltern. Der Mann lebte mit seiner Mutter und seinem Vater in dem Ort zusammen. In ihrem Haus sollen sich mehrere Schusswaffen befunden haben.

Der 31-Jährige habe die Waffen legal besessen, sagte Oberstaatsanwalt Frank Baumgarten. "Er war waffenbesitzberechtigt." Im Haus seien Langwaffen gewesen, wie sie bei Jägern üblich seien.

Nach Mitternacht fielen Schüsse

Die Mutter habe noch aus dem Haus flüchten können, berichtete die Zeitung weiter. Dann seien die bewaffneten SEK-Beamte in Stellung gegangen. Der Einsatz soll sich über mehrere Stunden hingezogen haben.

Nach Mitternacht seien mehrere Schüsse gefallen. "Der 31-Jährige wurde durch Schüsse tödlich verletzt", erklärte Baumgarten in Magdeburg am Donnerstag. Unklar sei, wer diese Schüsse abgegeben habe. Baumgarten sagte, auch Beamte hätten geschossen. 

Leiche in der Rechtsmedizin

Noch gibt es auch für die Staatsanwaltschaft viele Fragen zu dem Einsatz in dem Ort südöstlich von Magdeburg: Welche Waffen gab es in dem Haus der Familie in Groß Rosenburg? Wer hatte welche Erlaubnis, Waffen zu besitzen? Warum stritten die Familienangehörigen? Wer eröffnete das Feuer und warum?

"Die Ermittlungsarbeit läuft jetzt an", sagte Baumgarten. Es müssten etwa die frischen Informationen geordnet und Zeugen vernommen werden. Die Leiche sei derzeit in der Rechtsmedizin, die die genaue Todesursache klären solle.

Die Experten dort sollen die genaue Todesursache klären. Mit Ergebnissen wird in den kommenden Tagen gerechnet. Der Mann sei zuvor nie polizeilich in Erscheinung getreten, sagte der Staatsanwalt.

"Man ist erst einmal geschockt"

In dem kleinen Ort Groß Rosenburg an der Saale befragte die Polizei am Tag nach dem Vorfall Nachbarn. Das beigefarbene Haus mit dem gepflegten Vorgarten war abgesperrt. Es liegt in einer Siedlung von Einfamilienhäusern in einer sehr ruhigen Gegend.

Mit Bestürzung wurden die ersten Informationen über die tödlichen Schüsse am Donnerstag in der Gegend aufgenommen. "Natürlich ist man erst einmal geschockt", sagte Karin Knopf, Amtsleiterin der Stadt Barby, zu der Groß Rosenburg gehört. "Von solchen Familiendramen liest man sonst nur in der Zeitung. Das ist weit weg. Aber wenn es im eigenen Ortsteil der Stadt passiert, ist man sehr betroffen."

Nach Angaben des Landeskriminalamts ist es das erste Mal, dass in Sachsen-Anhalt jemand bei einem SEK-Einsatz ums Leben gekommen ist.

dpa/RND/wer

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