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„Maskenmann“ wird wegen Missbrauch und Mord angeklagt

Kinderschänder „Maskenmann“ wird wegen Missbrauch und Mord angeklagt

Jahrelang haben Fahnder in Norddeutschland nach dem „Maskenmann“ gefahndet. Der Kinderschänder verging sich an zahlreichen Jungen – einige tötete er sogar. Kurz nach seiner Festnahme will die Staatswanwaltschaft nun Anklage erheben.

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Polizeibeamte heften Bilder von drei Opfern des „Maskenmanns“ und deren Fundorte an eine Pinnwand.

Quelle: dpa

Stade. Der „Maskenmann“ schlich sich nachts in Kinderzimmer, Zeltlager und Schullandheime. An zahlreichen Jungen verging er sich. Manchmal entführte er sie aber auch und tötete sie. Jahrelang hatten die Fahnder in Norddeutschland nach dem Phantom gesucht - im April nahmen sie schließlich den Pädagogen Martin N. in Hamburg fest. Noch sind nicht alle Verdachtsfälle aufgeklärt, doch die Staatsanwaltschaft in Stade will schon in wenigen Wochen Anklage gegen den Verdächtigen erheben.

„Es geht um die drei Tötungsdelikte und nahezu 40 Missbrauchsfälle, die er eingeräumt hat“, sagte Behördensprecher Kai Thomas Breas am Donnerstag. Einige der Missbrauchsfälle könnten aber schon verjährt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch der gewaltsame Tod von zwei Elfjährigen in den Niederlanden und Westfrankreich auf das Konto des Verdächtigen gehen. Das Vorgehen war bei allen Taten ähnlich, Parallelen gibt es auch bei den Opfern. Martin N. bestreitet jedoch diese beiden Morde aus den Jahren 1998 und 2004.

Seit Monaten geht die Sonderkommission in Verden zahlreichen Hinweisen nach, die Aufschluss darüber geben könnten, wo sich der aus Bremen stammende Pädagoge seit den 90er Jahren aufgehalten hat. Auf diese Weise will sie ein Bewegungsprofil erstellen. Bisher gebe es aber keine konkreten Spuren, die nach Frankreich oder die Niederlande führen, sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel. „Es ist noch nicht absehbar, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Das kann eventuell noch Wochen oder Monate dauern.“

Anklage für gestandene Verbrechen

Deshalb will die Staatsanwaltschaft erstmal nur die von Martin N. gestandenen Verbrechen anklagen. Der Prozess vor dem Landgericht Stade könnte nach Angaben von Breas spätestens im Oktober beginnen.

Dass es sich um einen Serienmörder handelt, war den Ermittlern erst nach dem gewaltsamen Tod des kleinen Dennis Klein im September 2001 klar geworden. Der Neunjährige war nachts aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven verschwunden. Zwei Wochen später fanden Pilzsammler seine Leiche. Das Schema des Täters glich dabei auffallend dem von vier früheren Morden.

Jahrelang suchten die Fahnder erfolglos nach dem Täter. Dann meldete sich plötzlich ein Zeuge, der möglicherweise den Wagen des Mörders im Herbst 2001 gesehen hatte. Im Februar wandte sich die Polizei bei einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit. Schließlich gab ein früheres Missbrauchsopfer den entscheidenden Hinweis und im April konnte die Polizei den Mann festnehmen.

jhe/dpa

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