Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama „Maskenmann“ wird wegen Missbrauch und Mord angeklagt
Nachrichten Panorama „Maskenmann“ wird wegen Missbrauch und Mord angeklagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:06 23.06.2011
Polizeibeamte heften Bilder von drei Opfern des „Maskenmanns“ und deren Fundorte an eine Pinnwand. Quelle: dpa
Anzeige
Stade

Der „Maskenmann“ schlich sich nachts in Kinderzimmer, Zeltlager und Schullandheime. An zahlreichen Jungen verging er sich. Manchmal entführte er sie aber auch und tötete sie. Jahrelang hatten die Fahnder in Norddeutschland nach dem Phantom gesucht - im April nahmen sie schließlich den Pädagogen Martin N. in Hamburg fest. Noch sind nicht alle Verdachtsfälle aufgeklärt, doch die Staatsanwaltschaft in Stade will schon in wenigen Wochen Anklage gegen den Verdächtigen erheben.

„Es geht um die drei Tötungsdelikte und nahezu 40 Missbrauchsfälle, die er eingeräumt hat“, sagte Behördensprecher Kai Thomas Breas am Donnerstag. Einige der Missbrauchsfälle könnten aber schon verjährt sein. Die Ermittler gehen davon aus, dass auch der gewaltsame Tod von zwei Elfjährigen in den Niederlanden und Westfrankreich auf das Konto des Verdächtigen gehen. Das Vorgehen war bei allen Taten ähnlich, Parallelen gibt es auch bei den Opfern. Martin N. bestreitet jedoch diese beiden Morde aus den Jahren 1998 und 2004.

Seit Monaten geht die Sonderkommission in Verden zahlreichen Hinweisen nach, die Aufschluss darüber geben könnten, wo sich der aus Bremen stammende Pädagoge seit den 90er Jahren aufgehalten hat. Auf diese Weise will sie ein Bewegungsprofil erstellen. Bisher gebe es aber keine konkreten Spuren, die nach Frankreich oder die Niederlande führen, sagte Polizeisprecher Jürgen Menzel. „Es ist noch nicht absehbar, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Das kann eventuell noch Wochen oder Monate dauern.“

Anklage für gestandene Verbrechen

Deshalb will die Staatsanwaltschaft erstmal nur die von Martin N. gestandenen Verbrechen anklagen. Der Prozess vor dem Landgericht Stade könnte nach Angaben von Breas spätestens im Oktober beginnen.

Dass es sich um einen Serienmörder handelt, war den Ermittlern erst nach dem gewaltsamen Tod des kleinen Dennis Klein im September 2001 klar geworden. Der Neunjährige war nachts aus einem Schullandheim im Kreis Cuxhaven verschwunden. Zwei Wochen später fanden Pilzsammler seine Leiche. Das Schema des Täters glich dabei auffallend dem von vier früheren Morden.

Jahrelang suchten die Fahnder erfolglos nach dem Täter. Dann meldete sich plötzlich ein Zeuge, der möglicherweise den Wagen des Mörders im Herbst 2001 gesehen hatte. Im Februar wandte sich die Polizei bei einer Pressekonferenz an die Öffentlichkeit. Schließlich gab ein früheres Missbrauchsopfer den entscheidenden Hinweis und im April konnte die Polizei den Mann festnehmen.

jhe/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach Australien sind wegen der Vulkanaschewolke aus Chile auch dutzende Flüge in Neuseeland gestrichen worden. Die Australier hoffen, bald wie in Europa Geräte zur Messung der Dichte solcher Staubwolken zur Verfügung zu haben.

23.06.2011

Hagel, heftiger Regen und Orkanböen haben am Mittwochabend in weiten Teilen Deutschlands große Schäden angerichtet. Und es schüttet weiter kräftig: Für Donnerstag sagen Wetterexperten neue gewittrige Regenschauer voraus.

23.06.2011

Mit der Stärke 6,7 hat ein Erdbeben am frühen Donnerstagmorgen den Nordosten Japans erschüttert. Das Epizentrum lag rund 20 Kilometer unter dem Meeresboden. Für die Küste wurde zunächst eine Tsunami-Warnung ausgegeben.

23.06.2011
Anzeige