Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Anklage fordert Haft auf Bewährung

Massenkarambolage im Sandsturm Anklage fordert Haft auf Bewährung

Es war eine extrem gefährliche Sandwolke, die im April 2011 über die Autobahn 19 zog. Es kam zu einer Massenkarambolage mit 80 Fahrzeugen, acht Menschen starben. Die Staatsanwaltschaft fordert deshalb jetzt neun Monate Haft auf Bewährung für eine 54-jährige Autofahrerin aus Brandenburg.

Voriger Artikel
150 Jahre alte Baseballkarte wird versteigert
Nächster Artikel
Paris Hilton klagt nach falschem Flugzeugabsturz

Massenkarambolage im April 2011 auf der A 19: An dem Unfall waren mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt, acht Menschen kamen ums Leben.

Quelle: dpa

Rostock. Die 54-jährige Autofahrerin aus Brandenburg ist angeklagt, mit zu hoher Geschwindigkeit in die Unfallstelle hineingefahren zu sein. Sie habe dadurch den Tod eines Ehepaars verursacht, sagte die Staatsanwältin am Mittwoch im Amtsgericht Rostock. Der Verteidiger plädierte dagegen auf Freispruch. Die Angeklagte hatte ausgesagt, dass die Sicht urplötzlich schlecht geworden sei. Das Urteil soll am kommenden Mittwoch gesprochen werden.

Der Prozess hat im Januar begonnen. Es geht um die Frage, aus welcher Entfernung die Sandwolke zu erkennen war, die sich an diesem stürmischen Frühlingstag über die Autobahn legte. Gutachter gingen davon aus, dass die Wolke aus mindestens 650 Metern zu sehen war. Die Brandenburgerin sagte vor Gericht dagegen, dass die tödliche Sandwolke urplötzlich aufgetaucht sei. Zeugen stützten teils ihre Aussage, teils die Einschätzung der Gutachter.

Angeklagte leidet unter den Unfallfolgen

Laut Dekra-Gutachter fuhr der Wagen der Brandenburgerin mit einer Geschwindigkeit zwischen 78 und 94 Kilometern pro Stunde auf den vor ihr fahrenden Pkw auf. Den Berechnungen zufolge war dieser Pkw beim Aufprall selbst mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern unterwegs und wurde durch den Aufprall in Richtung Mittelleitplanke gedrückt - er prallte dort mit rund 75 Kilometern pro Stunde auf.

Die Angeklagte war mit fünf Freundinnen in einem Transporter unterwegs, als der Unfall geschah. Sie wurde dabei selbst schwer verletzt und leidet nach eigenen Angaben noch heute unter den Folgen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr fahrlässige Tötung vor. Die Gutachter hatten in monatelanger Kleinarbeit den Unfall aufgearbeitet. Allerdings sei wegen der Komplexität des Geschehens nicht jedes Detail zu klären.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Panorama
Familiendrama mit sechs Toten in Österreich

Ein Familiendrama erschüttert Österreich. Eine Frau soll mehrere Angehörige erschossen haben.