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Mehr als 1000 "Siedler"-Fans knacken Rekord

Brettspiel Mehr als 1000 "Siedler"-Fans knacken Rekord

Mittlerweile ein Klassiker: Das Spiel "Die Siedler von Catan" hat vor zwei Jahrzehnten den Grundstein für viele strategische Brettspiele gelegt. Dieses Jahr feiert es seinen 20. Geburtstag - und das mit einem Weltrekord.

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Der Erfinder des Spiels, Klaus Teuber (links), spielte selbst mit. 

Quelle: dpa

Essen. Klaus Teuber setzt sich hin, und mehr als tausend Menschen in Halle 4 der Spielemesse in Essen applaudieren. In diesem Moment steht bereits fest: Der Spiele-Erfinder hat es geschafft - Weltrekord. 1040 Spiele-Fans sitzen um 16.30 Uhr an einem rund 500 Meter langen Spielbrett und spielen sein Spiel "Die Siedler von Catan".

Um den bestehenden Rekord von 922 Teilnehmern zu schlagen, haben an Teubers Seite Menschen aus mehr als 20 Ländern Platz genommen – sie kommen aus England, aus den Niederlanden oder aus Brasilien. Das einstige "Spiel des Jahres 1995" ist in mehr als 40 Ländern erhältlich. In über 20 Sprachen kann man Rohstoffe erwürfeln, Siedlungen bauen und mit eigenen Straßen die Pläne des Gegners durchkreuzen.

Auch Ex-Fußballprofi und Spiele-Liebhaber Jens Nowotny ist nach Essen gekommen, um mit 1039 anderen um die Wette zu spielen. "Das ist ein Spiel, das jeder kennt. Ich bin ein großer Fan", erzählt er vor Beginn des Weltrekord-Versuchs.

Zwanzig Jahre nach seiner Veröffentlichung kann man es wohl einen Klassiker unter den Strategiespielen nennen. Was ist das Geheimnis? Manche Fans begleitet "Siedler" nun schon fast ihr ganzes Leben, so wie Sina Moor, die ebenfalls um den Weltrekord mitspielt. "Das spielt man mit Taktik, aber ein bisschen Würfelglück gehört natürlich auch dazu", erklärt sie die Anziehungskraft.

Dass "Siedler" 20 Jahre nach der ersten Veröffentlichung so beliebt sei wie noch nie, glaubt Dominique Metzler. Sie ist die Geschäftsführerin des Friedhelm Merz Verlags, der die Spielemesse in Essen organisiert. "Es ist ein strategisches Spiel, aber noch so im Rahmen, dass jeder das Spiel versteht", sagt sie. Niemand wird von allzu komplexen Regeln überfordert.

Das Spiel sei damit eines der ersten gewesen, das international mit dem Erfolgs-Etikett "German Game" versehen wurde. Für Spieler in der ganzen Welt vereint dieses Label inzwischen jene meist hochwertig produzierten Gesellschaftsspiele "Made in Germany", die strategisch angelegt sind, so die Spieleexpertin.

Mittlerweile habe sich in der Branche der Begriff "European Game" verbreitet: Denn ein rein deutsches Erfolgsmodell sind Strategie-Spiele schon lange nicht mehr. Als Beweis reicht ein Blick in die Messehallen der Spielemesse: Die Aussteller kommen aus 41 Nationen, viele dabei aus Polen, Spanien oder Frankreich. "Strategiespiele werden mittlerweile auf der ganzen Welt produziert. In Japan gibt es gerade einen richtigen Hype", erzählt Metzler.

An diesem Tag gilt die Aufmerksamkeit aber erstmal dem Klassiker: Benjamin Teuber, Sohn des "Catan"-Erfinders, steht auf einer Bühne vor den Spiele-Tischreihen und gibt das Startzeichen für das Riesen-Siedler-Spiel. Auf einer Leinwand fällt Runde für Runde ein elektronischer Würfel.

Gut eine Stunde und 48 Würfelrunden dauert es, dann steht der Gewinner fest: Der 25-jährige Tim aus den Niederlanden hat als erstes die nötigen 25 Siegpunkte zusammen. Die Enttäuschung unter Tims Mitspielern hält sich in Grenzen. Die meisten waren gekommen, um Klaus Teuber bei seinem Weltrekord-Versuch zu unterstützen.

dpa

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