Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Panorama Mehr als 200 Tote bei Fährunglück vor Sansibar
Nachrichten Panorama Mehr als 200 Tote bei Fährunglück vor Sansibar
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:51 10.09.2011
Vor der Küste von Sansibar ist eine Fähre mit mehr als 600 Menschen gekentert. Quelle: dpa
Johannesburg/Daressalam

Der Untergang einer Fähre vor der Ferieninsel Sansibar hat am Samstag Hunderte Menschen in den Tod gerissen. Den Rettern boten sich grausige Bilder. Bis zum Nachmittag wurden mehr als 200 Leichen an der Küste angeschwemmt oder von Rettungskräften geborgen, sagte ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes der Nachrichtenagentur dpa. 325 Menschen seien gerettet worden. Ob auch Touristen unter den Opfern sind, war zunächst unklar.

„Die Toten sind meist Frauen und Kinder“, sagte der Direktor für Katastrophenmanagement des tansanischen Roten Kreuzes, Joseph Kimaryo. Der britische Rundfunksender BBC zitierte Sansibars Minister für Notfälle, Mohammed Aboud, am Vormittag mit der Aussage, man habe 163 Leichen geborgen. Die Fähre „MV Spice Islander“ war in der Nacht zum Samstag aus zunächst unbekannten Gründen vor der Küste der Urlaubsinsel untergegangen.

Die „MV Spice Islander“ war von Sansibars Hauptinsel Unguja zur Nachbarinsel Pemba unterwegs. Sie hatte Unguja um 21.00 Uhr verlassen. Das Unglück geschah gegen ein Uhr morgens nahe der Küste von Pemba. In den ersten Stunden nach dem Unglück war es zu dunkel für die Retter, hieß es. Rettungsteams der Regierung und des Roten Kreuzes suchten am Samstag stundenlang nach Überlebenden in den Gewässern vor der Küste von Sansibar.

Auch an den Stränden Pembas fanden Mitarbeiter des Roten Kreuzes angeschwemmte Leichen. Ein Mangel an geeigneter Ausrüstung und starke Strömungen erschweren allerdings die Rettungsarbeiten, sagte Kimaryo.

Die 60 Meter lange Fähre hatte eine Kapazität von 645 Passagieren und 45 Besatzungsmitgliedern. Rettungskräfte vermuten allerdings, dass weitaus mehr Passagiere an Bord waren. Ein Überlebender sagte dem arabischen Sender Al Dschasira, die Fähre sei völlig überfüllt gewesen und in einem Gebiet mit starken Strömungen gesunken.

Am Hafen in Sansibar kam der Schiffsverkehr zum Erliegen. Alle verfügbaren Schiffe beteiligen sich an der Rettungsaktion. Die britische Touristin Catherine Purvis beschrieb die Situation in der BBC: „Unsere Fähre ist verspätet, weil alle Fähren genutzt werden, um Menschen von dem Schiff zu retten.“ Verletzte würden abtransportiert. „Man sieht viele Leichensäcke“, sagte Purvis.

Das Auswärtige Amt in Berlin hat „nach bisherigen Erkenntnissen“ keine Hinweise auf deutsche Opfer bei dem Fährunglück. „Die deutsche Botschaft in Daressalam ist mit Hochdruck um Aufklärung bemüht“, teilte das Außenministerium mit.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) erklärte: „Ich möchte der Regierung und den Menschen in Tansania unsere aufrichtige Anteilnahme übermitteln. Insbesondere den Angehörigen und Freunden von Vermissten und Opfern der Tragödie gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.“ Bundespräsident Christian Wulff schickte seinem tansanischen Amtskollegen Jakaya Mrisho Kikwete ein Beileidstelegramm.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Panorama Keine schweren Schäden - Erdbeben erschüttert Vancouver

Die gerade bei deutschen Touristen beliebte Region um das westkanadische Vancouver ist am Freitag von einem Erdbeben kräftig durchgeschüttelt worden. Bei dem Naturereignis in der Provinz British Columbia niemand getötet, auch ernste Verletzungen wurden ebenso wenig gemeldet wie schwere Schäden.

10.09.2011

Stromausfälle sind in den USA keine Seltenheit – aber so heftig trifft es das Land selten: Millionen Kalifornier saßen Medien zufolge stundenlang im Dunkeln, Atomreaktoren wurden abgeschaltet.

09.09.2011

Nach Rettung der vier nach Ägypten verschleppten Kinder liegen das Motiv des Vaters und die entscheidende Spur für die erfolgreiche Polizeioperation in Kairo weiter im Dunkeln.

09.09.2011