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München

Mehrere Menschen beobachteten tödliche Attacke in S-Bahn


Mehrere Menschen sollen laut Medienberichten die tödliche Attacke auf den Münchner S-Bahnfahrgast Dominik B. beobachtet haben - ohne einzugreifen. Am Mittwochabend soll in München eine ökumenische Andacht stattfinden.
Blumen zum Gedenken an den getöteten Dominik. B.

Blumen zum Gedenken an den getöteten Dominik. B.

© ddp

Die Feier auf einem Parkplatz neben dem S-Bahnhof Solln solle Gelegenheit geben, am Tatort an das Opfer zu denken und für ihn, seine Angehörigen und für die vielen indirekt Betroffenen zu beten, sagte der evangelische Pfarrer der Apostel- und Petruskirche München-Solln, Wendebourg. Er erwartet zu der Andacht, die er gemeinsam mit einem katholischen Pfarrer leiten wird, mehrere hundert Besucher. Unterstützt wird die Feier vom Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln sowie vom Management der Deutschen Bahn.

Der 50-jährige Fahrgast war am vergangenen Wochenende auf dem Bahnsteig von zwei jungen Männern zu Tode geprügelt worden, weil er sich schützend vor Kinder gestellt hatte. Diese waren von den Gewalttätern drangsaliert worden. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, sollen etwa 15 Menschen den Vorfall beobachtet haben. Sie griffen jedoch nicht ein."Es hat uns keiner geholfen", werden die vier Kinder zitiert, die der getötete Dominik B. hatte beschützen wollen. Die Kinder gaben an, dass sie hilfesuchend gezielt Passanten angesprochen hätten.

Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf unterlassene Hilfeleistung durch Zeugen der Attacke. Eine Sprecherin sagte am Mittwoch, es gebe keine Ermittlungen in diese Richtung. Man sei „froh über jeden Zeugen, der sich bei uns meldet“ und wolle diese „nicht verprellen“.

Ein Sprecher sagte, zehn Zeugen hätten sich noch am Tatort bei der Polizei gemeldet. Zehn weitere hätten später Kontakt aufgenommen. Ob einer von ihnen dem Opfer hätte helfen können, sei sehr schwer zu beurteilen: „Es ist immer die Frage, wie jemand die Situation wahrnimmt.“ Noch keine Zeugen gebe es vom Ausgangspunkt der Gewalteskalation am S-Bahnhof Donnersbergerbrücke und aus dem S-Bahn-Abteil, in dem zwei Jugendliche vier Kinder bedroht hatten.

ddp/frs

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  • Stimmt schon alles und Ein Leser – 16.09.09
    im Prinzip habt ihr alle Recht mit dem was ihr sagt. Aber man darf nicht vergessen, dass nicht jeder Mensch in der Lage ist, bei so etwas einzuschreiten bzw. den Mut besitzt, gegen 3 Viecher anzutreten. Es gibt nicht umsonst den Spruch: "Es gibt keine lebenden Helden, nur tote" (oder so). Ist in diesem Fall leider auch so.
    Manche Leute wissen, wie man sich in Extremsituationen verhält, und manche Leute haben keine Ahnung, weil die entsprechende Erfahrung fehlt, oder sind nicht in der Lage (Panikstarre, etc). Niemand weiß, wie er in so einer Situation reagiert, wenn er nicht etwas ähnliches erlebt hat, ich spreche da aus vielfältiger Erfahrung.
    Wenn Wegschauen falsch ist, ist Zuschauen dann richtig? Natürlich nicht. Also läuft es auf einen Kampf hinaus, den nichts weniger als das hätte dem Mann noch geholfen...
    Aber wer traut sich schon, alleine gegen 3 Viecher zu kämpfen? Denn Hilfe kann man nicht immer erwarten, wie man in diesem Fall sehen kann.
    Man sollte daher die Kirche im Dorf lassen und kein pauschales Urteil über die fällen, die ihm nicht geholfen haben, das ist etwas zu einfach.
  • ... zipp – 16.09.09
    Eigentlich gibt es nichts, was ich dem hinzufügen möchte; …oder doch, eines gibt es noch: diejenigen unter uns, die bisher bereit waren einzuschreiten und nicht wegzusehen, sollten sich von diesem furchtbaren Geschehen nicht abhalten lassen, bei Bedarf wieder einzuschreiten. Und diejenigen unter uns, die in solchen Situationen feige wegsehen, sollten sich fragen ob sie sich noch im Spiegel ansehen mögen.
  • Nachtrag Nemesis – 16.09.09
    Vor 70 Jahren haben auch (fast) alle fröhlich mitgemacht.
    Und hinterher waren alle betroffen.
    Und keiner will's gewesen sein.
    Nichts hat sich geändert.
    Leider.
    Handeln und reden scheinen zwei verschiedene Schuhe zu sein.
    Hat übrigens schon vor 2000 Jahren ein ganz bekannter Mann bemerkt:
    "An ihre Taten sollt ihr sie erkennen, nicht an ihren Worten".
    Dem ist nichts hinzuzufügen.
  • Republik der Betroffenen Nemesis – 16.09.09
    Zum vorherigen Kommentar: stimmt genau!!
    So sind sie, diese Deutschen.
    Immer dabei, wenn es gilt, im nach hinein "betroffen"zu sein.
    Im persönlichen Alltag nichts zu sehen von den hinterher lauthals
    Schreienden.
    Am meisten belustigt mich immer die Sorte, die gegen Atomkraft protestiert und Windkraft über alles lobt.
    Aber wehe, da wird mal ein Windrad vor der eigenen Haustür aufgestellt.
    Sie wollen alles,aber sie wollen dafür keine Gegenleistung bringen.
    Auf andere wird mit "Betroffenheit"" der Finger gezeigt und geklagt.
    Selbst aber sind sie sich immer selbst der Nächste, der auch mal gerne nicht so genau hinschaut.
    Verlogen.
  • Egoisten me – 16.09.09
    niemand hat geholfen, aber bei Menschenketten,Gedenkgottesdiensten ,stillen Andachten am Tatort etc.finden sich in Deutschland immer Massen von Bürgern ein, welche mit einer Kerze in der Hand vorwurfsvoll in die Kameras schauen.Das ist schon fast eine nationale Seuche.Aber seien sie sicher:von denen wird Ihnen im Notfall niemand helfen:die Helden des Alltags finden sie woanders.
    Einfach nur zum Kotzen,diese deutsche Theatralik.Wahrscheinlich stehen die,die weggeschaut haben, bei der Andacht in der ersten Reihe!
  • verkommen ! Zubbel – 16.09.09
    An dem Beispiel kann man erkennen wie verkommen und verbogen unsere Gesellschaft bereits ist.

    Eine Menschenmasse von Interessenlosigkeit an ihren Mitmenschen. Übrigens ein Synonym, denn auch die Politik hat sich ja von den befindlichkeiten der Bürger verabschiedet. Insofern spricht der Vorfall Bände, im Kleinen, wie im Großen. Denn Sprüche machen können viele, Taten folgen lassen die wenigsten.

    Hauptsache man hat seine Ruhe. Und kriegt einer auf´s Maul, auch wenns Kinder sind dann ist das eben so, keine Zeit einzuschreiten, die Bahn kommt ja auch gleich und eigentlich hat man auch keine Zeit dafür, der der Film fängt ja auch 20.15 Uhr an.

    Gute Nacht Deutschland !

    Der Pöbel und die Ghettokultur übernimmt die Strasse.
  • Urteil Wolfsmond – 16.09.09
    Der Tod dieses mutigen Menschen ist schlimm genug. Noch skandalöser diese Leute, die teilnahmslos dabei standen.
    Einigen will ich noch zugute halten,dass sie wie immer in ihre Handy-Spielereien vertieft waren, dass sie eh nichts mehr merken.
    Zeigt alles nur den weiteren geistig-moralischen Verfall dieser Gesellschaft, keine Hilfsbereitschaft mehr, kein Anstand, alle drehen sich nur noch um sich selbst.
    Passt ins Bild dieser morbiden, dekadenten Republik: jungendliche Totschläger auf dem Niveau von verwahrlosten Tieren, teilnahmslose Gaffer, wie kürzlich hier in Hannover umherziehende Nazis mit den sie in Zwangssymbiose lebenden parasitären Linken, korrupte Banker und ihr Boni-Missbrauch, verwahrloste Politiker, die ihr Wort brechen ("Lügilanti").
    Gut zu sehen, das die Natur längst ihr Urteil über die Spezies Mensch gefällt hat (Klima).
    Da wird Platz für Anderes, hoffentlich Besseres.
  • egoisten aheu – 16.09.09
    Ich finde es echt widerlich, wie viele Menschen nur mit sich selbst beschäftigt sind! Was geht mich das Leid anderer an! Und jetzt fühlen sie sich auch noch bestätigt! "Hätte ich geholfen würde ich nun daneben liegen" Einfach nur abartig!

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