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Weiße Weihnachten bleiben ein Traum

Prognose von Meteorologen Weiße Weihnachten bleiben ein Traum

In diesem Jahr wird es wieder nichts mit weißen Weihnachten. Statt Schneeflocken treiben Blütenpollen durch die Luft. Kleiner Trost: Die Fahrt zum traditionellen Familientreffen dürfte ohne Rutschpartien abgehen.

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Grüne Weihnachten: Die Südwest-Strömung bringt milde Luft aus Südeuropa ins Land, und an dieser Großwetterlage werde sich bis Heiligabend nichts ändern, sagen die Meteorologen des DWD.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Offenbach. Anfang der Woche gaben die Meteorologen die Hoffnung noch nicht auf. Jetzt schon: Mit weißen Weihnachten wird es in diesem Jahr nichts. "Die Wahrscheinlichkeit tendiert gegen null", sagte Meteorologe Stefan Bach vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Mittwoch. Stattdessen werde aus Südwesten milde Luft mit zweistelligen Plusgraden nach Deutschland geleitet.

Blütenpollen statt Schneeflocken

Selbst in den Mittelgebirgen werde es nicht kalt genug für Schnee, auch nachts könnte höchstens ganz lokal mal der Gefrierpunkt tangiert werden, prognostizieren die Meteorologen des DWD. Und selbst wenn sich ein paar Schneeflocken in den Regen mischen sollten, schmelzen sie auf dem warmen Boden sofort weg.

So mild ist es derzeit in Deutschland, dass diesmal Pollen und nicht Flocken unterwegs sind. Schon am Dienstag startete der DWD seinen Pollenwarndienst – mehrere Wochen früher als sonst. Ganz vereinzelt seien im Südwesten Hasel-Pollen unterwegs, die meisten würden mit dem Südwestwind aus Frankreich oder der Schweiz ins Land getragen, berichtete der DWD. Schon vor zwei Jahren habe die Pollensaison im Dezember begonnen – damals hatten zu Weihnachten im Südwesten und Süden fast 20 Grad geherrscht.

Temperaturen wie im Frühling

Eine Woche vor den Feiertagen kletterten die Temperaturen weiter. Am Donnerstag sollte der vorläufige Höhepunkt erreicht werden. Die Meteorologen erwarten dann im Südwesten frühlingshafte 17 Grad, sonst acht bis 14 Grad, dazu Regen oder Sprühregen. Am vierten Adventswochenende haben sich die Regenwolken verzogen und die Sonne kommt vielerorts durch. Die Temperaturen bleiben oben – am Rhein könnten 16 Grad erreicht werden.

Der Dezember ist eine Fortsetzung des ungewöhnlich milden Novembers – derzeit sei das Temperaturniveau 4,6 Grad höher als der Monatsdurchschnitt für den Dezember, sagte Meteorologe Bach. Um noch auf einen normalen Dezemberschnitt zu kommen, müsste überall Dauerfrost herrschen, danach sehe es gar nicht aus.

Prognose für die nächsten Wochen

Die Meteorologen des Wetterdienstes "Wetter.de" rechnen sogar damit, dass der Winter mild bleibt. Sie stützen sich auf die Langfristprognosen der amerikanischen Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA). Demnach werden die Temperaturen in diesem Winter im Schnitt wahrscheinlich bis zu 1,5 Grad höher sein als in einem durchschnittlichen mitteleuropäischen Winter.

dpa/wer

Meteorologen sprechen von weißer Weihnacht, wenn eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter liegt. Zuletzt gab es 1981 zwischen Nordsee und Alpen überall in Deutschland eine weiße Weihnacht an Heiligabend und den beiden darauffolgenden Feiertagen.

Im Jahr 2010 fehlte aber nicht viel: Nur am Morgen des 24. Dezembers hatte die Schneedecke im Südwesten noch Lücken, bis zur Bescherung am Heiligen Abend sorgte Neuschnee für eine Schneedecke in der gesamten Bundesrepublik.

Auf Grundlage der Wetteraufzeichnungen seit 1951 gibt es an der Nordseeküste sowie den Flussniederungen im Westen nur in 10 Prozent der Fälle Schnee über Weihnachten. In der norddeutschen Tiefebene liegt die Wahrscheinlichkeit bei maximal 20 Prozent. Nur in den Kammlagen der Mittelgebirge und in den Alpen ab 800 Meter Höhe ist statistisch gesehen das Gros der Feiertage weiß.

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