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Auf Safari mit dem Mikroskop

Mikrobenzoo in Amsterdam Auf Safari mit dem Mikroskop

Tödliche Erreger, Bakterien und Kotpilze: In Amsterdam hat „Micropia“ eröffnet – der erste Zoo für Mikroben. Zwölf Jahre haben Wissenschaftler an der Ausstellung gearbeitet, in anschaulichen Bildern und Filmen zeigen sie nun, wie und wovon Mikroben leben.

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Königliche Eröffnung des Zoos.

Quelle: dpa

Amsterdam. Eigentlich gibt es nichts zu sehen. Keine Fütterung anzuschauen, keine Verhaltensweisen zu beobachten. Dieser Teil des Zoos hat auf den ersten Blick keine Attraktionen. Dafür sind die Akteure einfach zu klein. Denn die neuesten Bewohner in Amsterdams traditionsreichem Tiergarten Artis passen zu Hunderttausenden auf die Spitze einer Nadel. „Micropia“ ist der weltweit erste Zoo für Mikroben. „Triff deine Mikroben“, wirbt der Tierpark, „denn du hast drei Pfund auf deiner Haut.“

Wo genau, das erfahren Besucher schon beim „Kiss-O-Meter“ am Eingang. Hier küsst sich ein Paar vor der Kulisse eines roten Plastikherzens, dazu kommt die Information „Sie haben soeben eine Million Mikroben ausgetauscht“. Beim Bummel durch „Micropia“ gibt es viele Details über die kleinsten und ältesten Lebewesen der Erde. „Wir wollen zeigen, dass alles in der Natur zusammenhängt“, sagt Artis-Direktor Haig Balia. Gleichzeitig wolle man die Angst vor Organismen wie Bakterien, Viren und anderen Einzellern abbauen. „Ein Leben ohne Mikroben ist nicht möglich“, betont Balia. Deshalb hat er nun neben Zebras, Elefanten und Seelöwen auch 80 Arten Mikroben untergebracht, darunter den giftgrünen Schleimpilz. Sie residieren in einer edlen, grauen Box und können per 3-D-Fernglas betrachtet werden.

Zwölf Jahre haben Wissenschaftler an der Ausstellung gearbeitet, in anschaulichen Bildern und Filmen zeigen sie nun, wie und wovon Mikroben leben. Gefährliche Vertreter wie der Aids-Erreger oder das Ebola-Virus sind allerdings nur im Modell zu sehen. Am Ende erfahren Besucher, dass „Micropia“ nur der Anfang ist, denn lediglich ein Prozent der Winzlinge ist nach Schätzungen von Forschern überhaupt bekannt. Dabei steht ihr Nutzen im umgekehrten Verhältnis zu ihrer Größe: Die Mikrobiologie kann, so sagt Zoochef Haig Balia, bei der Lösung der Probleme der Erde wie Umweltverschmutzung, Hunger und Krankheiten von großer Bedeutung sein. Mikroorganismen können Plastik „essen“, bei der Abwasserreinigung und der Entwicklung von Medikamenten helfen oder bei der Gewinnung von Biogas aus Exkrementen unterstützen. Ein wenig eklig, aber ungemein nützlich.

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