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Panorama Modeschöpfer droht hohe Geldstrafe wegen Nazi-Parolen
Nachrichten Panorama Modeschöpfer droht hohe Geldstrafe wegen Nazi-Parolen
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14:58 23.06.2011
Foto: Der britische Modeschöpfer John Galliano steht vor Gericht. Quelle: dpa
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Paris

Der britische Modeschöpfer John Galliano will sich an seine Nazi-Pöbeleien nicht erinnern können. In dem Prozess um rassistische und antijüdische Äußerungen in einer Pariser Bar verwies er am Mittwoch auf schweren Alkohol- und Medikamentenmissbrauch. Die Arbeit für das französische Luxuslabel Dior und die eigene Marke sei ihm über den Kopf gewachsen, sagte der 50-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft forderte am späten Mittwochabend dennoch eine Geldstrafe in Höhe von mindestens 10.000 Euro. Das Gericht will am 8. September ein Urteil sprechen. Galliano ist seit dem Skandal um seine Äußerungen arbeitslos. Das Modehaus Dior, das auch das Label „John Galliano“ kontrolliert, setzte ihn Anfang März nach mehr als 14 Jahren Zusammenarbeit vor die Tür.

Galliano bat zum Schluss der knapp siebenstündigen Verhandlung erneut um Verzeihung für sein Verhalten. „Ich verurteile Rassismus und Antisemitismus. Sie haben keinen Platz in unserer Gesellschaft“, sagte der frühere Star der Modeszene. Der exzentrische Brite war zum Prozess in einer weiten schwarzen Hose und einem dunklen Sakko erschienen. Die langen Haare trug er offen, auch der charakteristische Oberlippenbart fehlte nicht.

Anonym aufgenommenes Video hatte Affäre angeheizt

Hintergrund des Prozesses waren mehrere Anzeigen von Besuchern einer Brasserie. An zwei Abenden im vergangenen Herbst und Winter soll sie Galliano wüst beschimpft haben. „Dreckiges Judengesicht, Du solltest tot sein!“ und „Beschissener asiatischer Mistkerl“ sind zwei Ausdrücke, die ihm zugeschrieben werden. Ein anonym aufgenommenes Video hatte die Affäre weiter angeheizt. In ihm lallt Galliano die Worte: „I love Hitler“ und beschimpft die Gäste. „Leute wie Sie sollten tot sein. Ihre Mütter, Vorfahren - sollten alle verdammt vergast sein.“ Ein unbekannter Gast stellt ihm daraufhin die Frage, woher er komme. „Aus Ihrem Arsch“, lautet die Antwort Gallianos.

In der Verhandlung betonte Galliano, sich selbst in dem Video nicht wiederzuerkennen. Gerade als Homosexueller habe er sein ganzes Leben gegen Vorurteile, Intoleranz und Diskriminierung gekämpft. Er sei auch für Inspiration durch andere Kulturen und Religionen stets offen gewesen, habe mit Kenias Massai gelebt oder mit chinesischen Shaolin-Mönchen gebetet. Es tue ihm leid eine derartige Aufregung ausgelöst zu haben.

Das Rätselraten um seinen möglichen Nachfolger bei Dior geht derweil weiter. Hoch gehandelt werden Alexander-McQueen-Designerin Sarah Burton sowie Riccardo Tisci, der für Givenchy entwirft. Daneben ist der Antwerpener Haider Ackermann im Gespräch.

dpa

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