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Bergsteiger finden Münzschatz in Felsspalte

Sächsische Schweiz Bergsteiger finden Münzschatz in Felsspalte

Zwei Bergsteiger sind in der Sächsischen Schweiz auf alte Silbermünzen gestoßen. Der Schatz war in einer Felsspalte versteckt. Es soll sich um einen der größten Münzschätze Sachsens aus dem aus dem 17. sowie 18. und frühen 19. Jahrhundert handeln.

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Die Münzen sind Teil eines 800 bis 1000 Silbermünzen umfassenden Münzschatzes, welcher von einem Bergsteiger in einer Felsspalte in der Sächsischen Schweiz entdeckt wurde.

Quelle: Sebastian Kahnert/dpa

Dresden. Glücklicher Zufall: Zwei fränkische Bergsteiger sind bei einer Klettertour in der Sächsischen Schweiz Ende April auf ein Versteck mit historischen Silbermünzen gestoßen. Das von Experten des Landesamtes für Archäologie (LfA) geborgene und sichergestellte Konvolut umfasst bisher 800 bis 1000 Stücke, wie Landesarchäologin Regina Smolnik am Montag sagte.

Die Angaben zu Umfang und Datierung sind noch vorläufig. "Wir hatten noch nicht genug Zeit, alles zu sichten." Laut Smolnik handelt es sich aber "um einen der größten Münzschätze Sachsens aus dieser Epoche".

Ein kleines Vermögen versteckt

Bisher wurde überwiegend Zahlungsmittel aus dem 17. sowie 18. und frühen 19. Jahrhundert identifiziert – vom sächsischen Doppelgroschen von 1693 bis zum preußischen Taler von 1817. Das Geld ist vermutlich zwischen 1817 und 1820, kurz nach dem Wiener Kongress, versteckt worden.

"Die jüngsten Exemplare sind in prägefrischem Zustand und können nicht lange im Umlauf gewesen sein", sagte Wilhelm Hollstein vom Dresdner Münzkabinett. Die Experten gehen davon aus, dass der oder die Eigentümer ein "kleines Vermögen" sicher verwahren wollten – aber nicht im Zusammenhang mit vorangegangenen Kriegswirren.

Münzen aus verschiedenen Regionen

"Es ist vielleicht kein Staatsschatz, aber beträchtlich", sagte Smolnik. Das meiste sind kaiserliche Prägungen aus dem Haus Habsburg, aus Sachsen und Preußen aus den letzten Jahren des Siebenjährigen Krieges und der Zeit der Napoleonischen Kriege.

Aber auch Münzen des Kaiserreichs Österreich, der Herzogtümer Braunschweig-Wolfenbüttel und Pommern, dem Erzbistum Salzburg und der Freien Reichsstadt Nürnberg gehören zum Konvolut.

Belohnung für den Finder

"Wir gehen davon aus, dass die Münzen in der Gegend angesammelt wurden", sagte Smolnik. Die meisten waren gängige und verbreitete Zahlungsmittel: Taler, Groschen, Pfennige und Kreuzer. Sie waren wohl in Beuteln verstaut. "Wir haben Reste von Wollfilz und Gewebe mit Leimbindung gefunden."

Bargeld aus Edelmetall sei zu allen Zeiten eine Vermögenssicherung, aber oft auch beliebte Beute gewesen. Smolik vermutet, dass es in diesem Fall aus unvorhergesehenen Gründen nicht mehr abgeholt werden konnte. "Und das ist ein Versteck, das man innerhalb der Familie nicht preisgibt."

Kletterer wollen anonym bleiben

Der Finder hat sich nach Angaben der Behörden "musterhaft" verhalten und bekommt eine Belohnung. Die beiden fränkischen Kletterer wollen anonym bleiben. "Sie fühlten sich durch den Fund eher gestört und wollten nur weiterklettern", berichtete LfA-Abteilungsleiter Ingo Kraft.

Um einen Run privater Schatzsucher auf den Nationalpark zu vermeiden, bleibt der genaue Fundort geheim: eine selten begangene Stelle rechtselbisch zwischen Bad Schandau und Sebnitz. Selbst die Experten mussten klettern, um den drei bis vier Kilogramm schweren und mit Erdreich versehenen Fund zu bergen.

Eigentümer bleibt wohl unbekannt

Dessen heutiger Wert ist wegen sehr abgegriffener Oberflächen und anhaftender Korrosionen eher gering. Laut Hollstein ergeben die rund 300 schon gesichteten Münzen etwa 40 Taler – "das wären heute 100 Tagelöhne eines Zimmermanns". Auch museal stellen die Stücke keine Raritäten dar, das Münzkabinett hat bereits Belegexemplare.

Für die Archäologen aber ist es ein eher seltener Zufallsfund und wissenschaftlich von großem Interesse. "Gibt er doch Auskunft über eine Zeit, die offenbar nur scheinbar befriedet war", sagte Smolnik. Wessen Schatz aber nun nach knapp 200 Jahren wieder ans Licht kam und warum, "darüber kann nur spekuliert werden".

dpa/RND

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