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Tierische Prognose

Murmeltier „Phil“ sagt langen Winter voraus


Schlechte Nachrichten für Wintermuffel: Nach der Vorhersage des Murmeltiers „Phil“ lässt der Frühling noch ein Weilchen auf sich warten. Es soll weiter winterlich bleiben.
Bill Deeley, Präsident des örtlichen Murmeltierclubs, zieht den verschlafenen "Phil" aus dem Bau.

Bill Deeley, Präsident des örtlichen Murmeltierclubs, zieht den verschlafenen "Phil" aus dem Bau.

© dpa

„Sechs Wochen weiterer Winter“, lautete seine Prognose vor Zehntausenden gespannter Amerikaner, die sich am Dienstag zum alljährlichen Murmeltiertag im kleinen Örtchen Punxsutawney (Bundesstaat Pennsylvania) eingefunden hatten. Jubelnd verfolgten sie, wie Bill Deeley, Präsident des örtlichen Murmeltierclubs den verschlafenen Wetterfrosch im Pelz um 7.22 Ortszeit aus seinem Bau zog. Es war bereits das dritte Mal in Folge, dass „Phil“ einen langen Winter verhieß.

Der blinzelnde „Phil“ sah seinen Schatten im Sonnenlicht. Der Tradition zufolge ist das ein klares Zeichen dafür, dass der Winter noch mindestens bis Mitte März anhält. Ist das nicht der Fall, so sagt der Brauch, gibt es Hoffnung, dass die Temperaturen bald ansteigen. Dass „Phils“ Prognose auch nach 124 Jahren “100 Prozent korrekt“ ist, davon sind zumindest Deeley und seine Murmeltierianer überzeugt. Und tatsächlich - irgendwo trifft sie bestimmt zu: Denn die Vorhersage ist nie an einen bestimmten Ort gebunden.

Der Murmeltiertag in Punxsutawney ist zu einer Art Volksfest für Frühaufsteher geworden. Das Ritual ist so beliebt, dass TV-Sender live darüber berichten. Kurz nach Sonnenaufgang schritt am Dienstag der 15-köpfige „Führungszirkel“ des „Groundhog-Clubs“ in Frack und Zylinder feierlich zur Tat, um „Phil“ mit mehreren Schlägen an seinen Baumstamm zu wecken. Dann ließ sich der Präsident das Pelztier-Orakel flüstern.

Der Brauch geht auf eine Verschmelzung von Legenden amerikanischer Ureinwohner und deutscher Siedler zurück. Danach glaubte ein seinerzeit in Punxsutawney lebender Indianerstamm, dass seine Vorfahren Murmeltiere waren. Die christlichen Siedler wiederum brachten eine eigene „Weisheit“ mit: Danach wacht ein Murmeltier am 2. Februar, Maria Lichtmess, aus seinem Winterschlaf auf, erschreckt sich, wenn es seinen eigenen Schatten sieht und zieht sich dann rasch wieder zum Schlafen in den Bau zurück.

Tierschützer protestieren jedoch seit längerem gegen das Ritual. Die amerikanische Organisation PETA findet es grausam, den Nager jedes Jahr gewaltsam aus seinen Winterschlaf-Träumen zu holen, um ihn dann dem lauten Rummel auszusetzen. PETA dringt darauf, „Phil“ in Rente zu schicken und ihn durch einen Murmeltierroboter zu ersetzen.

dpa

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