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Mutmaßliche Auto-Brandstifter in Berlin gefasst

Haftbefehl erlassen Mutmaßliche Auto-Brandstifter in Berlin gefasst

Fast jede Nacht brennen derzeit Autos in Berlin. Erstmals seit Monaten erwischt die Polizei wieder mutmaßliche Brandstifter. Die Ermittler gehen davon aus, dass viele Taten auf das Konto von Linksextremisten gehen. Oft stehen teure Limousinen in Flammen.

Berlin. Jede Nacht werden Autos in Berlin angezündet - nun hat die Polizei erstmals in diesem Jahr mutmaßliche Autobrandstifter festgenommen. Gegen einen der Männer wurde am Samstag Haftbefehl erlassen. Mit Hubschrauber und Wärmebildkamera waren in der Nacht zum Freitag zwei Radfahrer im Alter von 24 und 43 Jahren im Stadtteil Moabit gestellt worden. Sie hatten einen Beutel mit Grillanzünder bei sich, teilte die Polizei mit. Weil ein politischer Hintergrund vermutet wird, hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. Allein in der Nacht wurden zehn Wagen und ein Roller in Brand gesteckt. Verletzt wurde niemand. Ermittler vermuteten in den vergangenen Monaten linksextremistische Motive.

Der 24-Jährige wurde kurze Zeit später wieder freigelassen. Ein dringender Tatverdacht gegen den Mann habe sich nicht erhärtet, gegen ihn werde aber weiter ermittelt, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Wie ein Polizeisprecher am Abend mitteilte, wurden bei dem 43-Jährigen jedoch Beweismittel zu einer Tat vom 16. Mai gefunden. Gegen ihn wurde daher Haftbefehl mit Verschonung erlassen. Das bedeute, dass der Mann nicht in Haft, sich aber regelmäßig bei der Polizei melden müsse.

Die Grünen-Spitzenkandidatin für das Amt des Regierenden Bürgermeisters, Renate Künast, verurteilte die Anschläge. „Das ist keine Politik, sondern schlicht und einfach eine Straftat.“ Die Berliner Grünen-Abgeordnetenhaus-Fraktion forderte, die Brandanschläge gesellschaftlich zu ächten.

Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte erst am Donnerstag im Abgeordnetenhaus einen verstärkten Einsatz gegen die Serie von Brandstiftungen angekündigt. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein großer Teil der Taten auf das Konto von Linksextremisten geht. Sicherheitsexperten vermuten, dass sich in Teilen der linksextremen Szene Frust angesammelt hat, weil der 1. Mai in Berlin in diesem Jahr vergleichsweise friedlich ohne größere Ausschreitungen blieb. Die Szene sei sehr heterogen und schwer zu fassen.

In diesem Jahr registrierte die Polizei in Berlin nach aktualisierten Angaben bereits 70 politisch motivierte Brandanschläge auf Autos in der Hauptstadt. Dabei seien 85 Wagen direkt angegriffen worden, 58 weitere Fahrzeuge, die etwa in der Nähe standen, wurden beschädigt. Die meisten Brandstiftungen gab es im Mai. Oft gehen hochwertige Limousinen oder Firmenwagen nachts in Flammen auf.

Nur wenige Fälle der Brandstiftungen landeten auch vor Gericht. Im März dieses Jahres wurde ein 28 Jahre alter Autobrandstifter zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In zwei anderen Strafverfahren wegen politisch motivierter Brandstiftungen gab es hingegen Freisprüche.

dpa

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