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Polizei fasst Verkäufer von Amok-Waffe

Amoklauf in München Polizei fasst Verkäufer von Amok-Waffe

Der mutmaßliche Verkäufer der Amok-Waffe von München ist gefasst. Er lief den Ermittlern in die Falle. Der 31-Jährige soll dem Amokschützen die Pistole verkauft haben, mit der dieser neun Menschen und sich selbst tötete.

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Ende Juli erschoss ein 18-Jähriger am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen und anschließend sich selbst.

Quelle: dpa/RND

Frankfurt/München. Der 31-Jährige wurde am Dienstag in Marburg in Hessen festgenommen, wie die Generalstaatsanwaltschaft und das Zollfahndungsamt Frankfurt mitteilten. Der 18 Jahre alte Amokschütze hatte Ende Juli am Münchner Olympia-Einkaufszentrum neun Menschen erschossen und sich anschließend getötet. Die Ermittler hatten den mutmaßlichen Waffenhändler bei einem Scheingeschäft überführt.

Der Kontakt zu dem mutmaßlichen Waffenhändler kam über einschlägige Internetforen im sogenannten Darknet zustande, einem verdeckten Bereich des Internets, berichteten die Ermittler. Auf seine Spur kamen sie demnach über einen 62-jährigen Buchhalter aus Nordrhein-Westfalen und einen 17-jährigen Schüler aus Hessen, die ebenfalls bei dem Mann Waffen gekauft haben sollen.

Waffenhändler traf Amokschütze vier Tage vor der Tat

Im Zuge der Vorbereitung des Scheingeschäfts, bei dem es unter anderem um die Lieferung einer Glock 17 gegangen sei, habe der Mann erklärt, er habe eine solche Waffe auch an den Münchner Amokschützen geliefert. Die Angaben des Beschuldigten sollen sich mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München und des Bayerischen Landeskriminalamts zu Fahrtnachweisen und Chatverläufen decken.

Den Angaben zufolge soll der mutmaßliche Waffenhändler bei einem Treffen in Marburg am 20. Mai dem späteren Amokschützen zunächst die Pistole Modell Glock 17 verkauft haben. Am 18. Juli, also vier Tage vor der Tat, habe er bei einem zweiten Treffen in Marburg dem Schüler 350 Patronen verkauft.

Der mutmaßliche Waffenhändler hatte bei seiner Festnahme am Dienstag neben der im Zuge des Scheingeschäfts bestellten Waffen – eine Glock 17 und eine Maschinenpistole – auch eine "durchgeladene Pistole zur Eigensicherung" dabei, wie die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt weiter mitteilte. Für das Scheingeschäft war ein Gesamtpreis von 8000 Euro für die Maschinenpistole und die Glock samt Munition vereinbart worden.

Ermittlungen laufen weiter

Die Ermittler gingen ebenfalls gegen den 17-jährigen Schüler und 62-jährigen Buchhalter, durch die sie auf die Spur des Waffenhändlers gekommen waren, vor. Der 17-Jährige hatte den Ermittlungen zufolge bei einem Treffen im Juli in Marburg ein Repetiergewehr und 157 Patronen zum Preis von 1150 Euro von dem Waffenhändler gekauft. Beides wurde in der Wohnung der Eltern des Jugendlichen sichergestellt – zusammen mit drei anderen Gewehren, vier Revolvern, 175 Patronen und fünf Kilo Schwarzpulver.

Der 62-Jährige soll bei einem Treffen mit dem Waffenhändler Anfang Juni in Marburg eine Pistole und 100 Patronen gegen eine andere Pistole und 97 Patronen getauscht haben. Waffe und Munition wurden in der Wohnung des 62-Jährigen im Regierungsbezirk Arnsberg sichergestellt.

Die bayerischen Ermittler gehen nun mehr als 3100 Hinweisen und Spuren nach und werten weiterhin Chatprotokolle aus. Die Identifizierung aller Chatpartner sei noch nicht abgeschlossen. Mehr als 250 Zeugen wurden inzwischen vernommen. Hinweise auf Helfer oder Mitwisser gibt es bislang nicht. Die Motive des 18-Jährigen sind aber auch noch nicht abschließend geklärt.

dpa/RND

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