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Mutter fordert Recht auf öffentliches Stillen

Tausende unterstützen Online-Petition Mutter fordert Recht auf öffentliches Stillen

Ein Café-Betreiber verbietet einer Mutter, ihr Baby zu stillen. Das lässt sich die Frau nicht gefallen. Mit einer Online-Petition kämpft sie jetzt für "ein Gesetz zum Schutz des Stillens in der Öffentlichkeit". Den ersten Schritt dazu hat sie bald geschafft.

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Bereits mehr als 2800 Menschen unterstützen eine Online-Petiton, die ein Recht auf Stillen in der Öffentlichkeit fordert (Symbolbild).

Quelle: Frank Leonhardt/dpa

Berlin. "Ich hätte nie gedacht", beklagt Johanna Spanke aus Berlin, "dass Stillen in der Öffentlichkeit in Deutschland ein Tabu ist." Bis sie in einem Berliner Café darauf hingewiesen worden sei, dass sie ihr Kind dort nicht stillen dürfe. Auch ein verdecktes Stillen, wie sie es in der Öffentlichkeit praktiziere, habe der Besitzer abgelehnt, erklärt Spanke auf ihrer Facebookseite.

Deshalb fordert sie jetzt einen "Schutz für stillende Mütter in der Öffentlichkeit". Dafür startete sie auf der Internetseite campact.de eine Online-Petition, die sie an Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) adressiert hat ( die Petition finden Sie hier). Am Mittwoch hatte sie bereits rund 1000 Unterschriften für ihre Forderung gesammelt. Bis Donnerstagmorgen wuchs die Zahl auf mehr als 3000.

Spanke fordert ein Recht auf öffentliches Stillen

"Wir fordern ein Gesetz zum Schutz des Stillens in der Öffentlichkeit", steht in der Online-Petition. "Mütter sollten in Deutschland das Recht haben, ihre Kinder an öffentlichen Orten, wie Cafés und Restaurants zu stillen, ohne des Ladens verwiesen zu werden!"

Zwar sei das Stillen in der Öffentlichkeit in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Aber Café- oder Restaurantbesitzer könnten jederzeit von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und Müttern das Stillen verbieten, kritisiert Spanke in ihrer Petition. Sie fordert deshalb ein Verbot, stillende Mütter zu diskriminieren.

Café-Betreiber bestreitet grundsätzliches Verbot

Der Betreiber des Cafés widerspricht im "Tagesspiegel" Spankes Darstellung. "Ich habe nichts dagegen, wenn Mütter ihre Kinder dezent im hinteren Teil des Cafés stillen", sagte Ralf Rüller der Zeitung. Aber eine Frau habe ihre Brust offen gezeigt. "Alle konnten es sehen und einige haben sich beschwert. Da musste ich einschreiten." Spanke bestreitet, dass sie im Café gestillt habe.

In einer ersten Reaktion teilte das Bundesfamilienministerium auf Anfrage mit: "Stillen ist gut und wichtig für Mutter und Kind. Das belegen zahlreiche Studien. Wir wollen eine kinder- und familienfreundliche Gesellschaft. Dazu gehört auch, dass es Müttern möglich sein muss in der Öffentlichkeit ihre Kinder zu stillen. Es sollte möglich sein, hier im Interesse aller gute Lösungen zu finden."

Erfahrungen wie Spanke machen auch andere Mütter. Im September 2015 hatte eine Mutter ihr Baby im Bordrestaurant eines ICEs stillen wollen. Aber eine Bahn-Mitarbeiterin habe es ihr untersagt, sagte sie damals der HAZ. Das Unternehmen verwies zur Begründung auf andere Gäste im Bistro, die sich angeblich über das Stillen beschwert hätten.

wer

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